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Und in der Inquisition zu arbeiten heißt, sich damit abzufinden. Es heißt, endgültig erwachsen zu werden, den naiven jugendlichen Maximalismus gegen einen gesunden erwachsenen Zynismus einzutauschen. Anzuerke

Bin ich bereit, das anzuerke

Aber aus irgendeinem Grund will ich nicht in die Inquisition wechseln.

Lieber reiß ich in der Nachtwache meine Stunden ab. Gehe meiner absolut überflüssigen Arbeit nach, die darin besteht, absolut überflüssige Menschen zu schützen.

Und warum überprüfte ich da

Lass war bereits wach. Er saß in seinem Abteil, schaute finster auf die erbärmliche Landschaft draußen. Der Tisch war hochgeklappt, im Waschbecken kühlte er unter dem dü

»Hier fehlt ein Kühlschrank«, sagte er traurig. »Selbst im besten Waggon ist kein Kühlschrank im Abteil vorgesehen. Willst du Kumys?«

»Ich habe bereits gefrühstückt. »

»Wa

»Na gut, ein klitzekleines Schlückchen…«, stimmte ich zu.

Den Kognak goss Lass in der Tat tröpfchenweise ein, gerade so viel, um die Lippen zu befeuchten. Wir tranken ex. »Was hat mich nur gestern gepikt?«, meinte Lass nachdenklich. »Sag mir mal ganz ehrlich, warum ein normaler Mensch plötzlich auf die Idee kommt, in Kasachstan Urlaub zu machen? Spanien, gut. Türkei, ja. Peking, ja - zum Kussfestival, falls du auf Extremtourismus stehst. Aber Kasachstan?«Ich zuckte mit den Schultern.

»Das muss eine merkwürdige Fluktuation meines Bewusstseins gewesen sein«, sagte Lass. »Ich habe einfach gedacht…»

»Und jetzt willst du aussteigen«, fuhr ich fort.

»Richtig. Und da

»Eine kluge Entscheidung«, sagte ich ehrlich. Erstens waren wir damit einen Verdächtigen los. Zweitens würde ein anständiger Mensch gerettet.

»In ein paar Stunden sind wir in Saratow«, überlegte Lass laut. »Da steige ich aus. Ich rufe jetzt meinen Geschäftspartner an und bitte ihn, mich abzuholen. Saratow ist eine schöne Stadt. »

»Und was ist daran schön?«, wollte ich wissen.

»Nun…«Abermals füllte Lass unsere Becher, diesmal etwas großzügiger. »Im Gebiet von Saratow leben seit Jahrhunderten Menschen. Das unterscheidet es auch aufs Vorteilhafteste von den Gebieten im Hohen Norden und ähnlichen Gegenden. Zur Zarenzeit gab es dort ein Gouvernement, das jedoch in der Entwicklung etwas hinterherhinkte. Nicht umsonst hat Tschazki gesagt: »Auf in die Wildnis, auf nach Saratow!«Heute ist es das Industrie- und Kulturzentrum der Region, ein großer Eisenbahnknotenpunkt.«

»Nun übertreib mal nicht«, merkte ich vorsichtig an. Mir war nicht klar, ob er das ernst meinte oder einfach Unsi

»Das Wichtigste dort ist der Eisenbahnknotenpunkt«, erklärte Lass. »Ich werde in einem McDonald's essen - und da

Ach ja, hatte unser unbeka

»Und weshalb wolltest du nun unbedingt nach Kasachstan?«, fragte ich noch einmal.

»Ich habe es dir doch schon gesagt: einfach so«, seufzte Lass.

»Wirklich einfach so?«

»Na ja… ich habe so rumgesessen, nichts Böses ahnend, die Saiten meiner Gitarre gewechselt. Plötzlich klingelt das Telefon. Jemand hatte sich verwählt, wollte irgendeinen Kasachen sprechen… den Namen habe ich schon wieder vergessen. Kaum hatte ich den Hörer aufgelegt, fing ich an darüber nachzudenken, wie viele Kasachen in Moskau leben. Auf meiner Gitarre waren gerade genau zwei Saiten aufgezogen, wie bei einer Dombra, so einer Art kasachischer Balalaika. Ich spa

»Eine Melodie?«, hakte ich nach.

»Hmm. Eine betörende, lockende. Die Steppe, Kumys, all das…«

Ob es doch Viteszlav gewesen war? Ein normaler Mensch bemerkt die Magie in der Regel nicht. Aber die Magie der Vampire steht zwischen richtiger Magie und sehr starker Hypnose. Sie ist auf Blickkontakt angewiesen, auf Geräusche, eine Berührung - auf einen we

»Anton«, sagte Lass nachdenklich. »Du handelst doch nicht wirklich mit Milch, oder?«Ich schwieg.

»We

»Wir wollen diese Frage nicht weiter vertiefen, ja?«, schlug ich vor. »Das ist besser.«

»Hmm«, stimmte Lass mir schnell zu. »Gut. Was ist? Ka

Ich nickte. »Steig aus und fahr nach Hause. Danke für den Kognak. »

»Zu Befehl«, entgegnete Lass. »Ich helfe immer gern.«

Mir war nicht klar, ob er mich verarschte. Bei manchen Menschen ergibt sich diese Art zu sprechen wohl von selbst.

Lass und ich drückten uns recht feierlich die Hand, ich trat in den Gang hinaus und steuerte auf meinen Waggon zu.

Also doch Viteszlav? Ach ja, dieser schlaue Kerl… dieser verdiente Mitarbeiter der Inquisition!

Jagdfieber packte mich. Natürlich ko

Ich blieb stehen, sah auf den Vampir und den Inquisitor, die vor unserer Abteiltür im Gang standen. Und we

Nein, stopp. Langsam werde ich wahnsi

»Es gibt was Neues«, sagte ich, als ich zwischen Kostja und Edgar trat.

»Ja?«, meinte Edgar.

»Lass ist von einem Vampir manipuliert worden. Er eri

»Wie poetisch«, schnaubte Edgar. Er lächelte jedoch nicht, lobte mich aber: »Musik? Das klingt sehr nach einem Blutsau… entschuldige, Kostja. Nach einem Vampir.«

»Du kö

»Das Hämoglobin hat damit nichts zu tun, das weißt du selbst«, fuhr Edgar ihn an. »Gut, das ist eine Spur.«Plötzlich lächelte er und klopfte mir auf die Schultern. »Du bist hartnäckig. Nun de

Mit schnellen Schritten ging Edgar den Gang hinunter. Ich glaubte schon, er wolle zu seinen Kämpfern, aber Edgar betrat das Abteil des Zugführers und schloss hinter sich die Tür. »Was er wohl vorhat?«, fragte Kostja.

»Woher soll ich das wissen?«Ich schielte zu ihm hinüber. »Vielleicht gibt es ja spezielle Zaubersprüche, mit denen man einen Vampir erke

»Nein«, entgegnete Kostja scharf. »Das ist so wie bei allen Anderen. We