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»Nimm das«, brummte Kostja und reichte mir eine Plastiktüte. »Ich habe was besorgt… in Tambow…«

In der Tüte entdeckte ich ein Päckchen Einwegrasierklingen und eine kleine Flasche mit Rasiercreme von Gillette, eine Zahnbürste und Zahncreme der Marke Neue Perle.

»Eau de Cologne habe ich vergessen«, fügte Kostja hinzu. »Ich habe nicht daran gedacht.«

Kein Wunder, dass er es vergessen hatte. Vampire und Tiermenschen haben etwas gegen starke Gerüche. Ob vielleicht auch die Wirkung des Knoblauchs, der im Grunde für Vampire absolut unschädlich ist, darauf beruht, dass er Vampire daran hindert, ihre Opfer zu wittern? »Danke«, sagte ich.

»Was kriegst du?«Kostja winkte ab.

»Ich habe ihm schon Geld gegeben«, teilte Edgar mit. »Du bekommst übrigens auch Tagegeld für eine Dienstreise. Fünfzig Dollar pro Tag plus die Summe für die Verpflegung, die du mit Quittungen nachweisen ka

»Die Inquisition lebt nicht schlecht«, stichelte ich. »Gibt es Neuigkeiten?«

»Geser und Sebulon versuchen, alles über die Gebeine von Viteszlav herauszubekommen.«So drückte er sich aus, die Gebeine, feierlich und offiziell. »Es ist schwierig, etwas zu sagen.

Du weißt ja: Je älter ein Vampir, desto weniger bleibt von ihm nach dem Tod übrig…«

Kostja kaute konzentriert sein Brot.

»Ja«, pflichtete ich ihm bei. »Ich geh mich mal waschen.«

Im Waggon waren bereits fast alle wach, nur bei ein paar Abteilen, wo es gestern Abend heiß hergegangen war, waren die Türen noch geschlossen. Nachdem ich in der kurzen Schlange angestanden hatte, zwängte ich mich in das Zugklo mit seinem Armeekomfort. Das warme Wasser kam in einem dü

Irgendwas Wichtiges hatte sich zwischen ihren Worten versteckt. Es war da - aber weder Swetlana noch ich verstanden es. Dabei musste ich es verstehen.

Als ich ins Abteil zurückkehrte, war ich der Wahrheit zwar kein Stück näher gekommen, hatte aber eine Idee, die mir Erfolg versprechend schien. Meine Reisegefährten hatten ihr Frühstück bereits beendet. Ich schloss die Tür und packte den Stier gleich bei den Hörnern. »Edgar, ich habe eine Idee. Deine Jungs sollen auf einem langen Streckenabschnitt die Waggons abkoppeln. Einen nach dem andern. Einer von ihnen soll den Maschinisten kontrollieren, damit der Zug nicht anhält. Wir behalten den»Kompass«im Auge. Sobald der Waggon mit dem Buch abgekoppelt ist, zeigt die Nadel uns das an. »

»Ja und?«, fragte Edgar desinteressiert.

»Wir orten das Buch. Mit der Genauigkeit von einem Waggon. Da

»Ich habe auch schon darüber nachgedacht«, gab Edgar ungern zu. »Es gibt ein einziges Argument dagegen, das ist jedoch ausschlaggebend. Der Täter wird merken, was im Gang ist. Und kö

»Da

»Die werden sich finden«, wich Kostja aus. »Reichen unsere Kräfte de

»Gegen einen einzigen Anderen?«

»Der nicht irgendein Anderer ist«, eri

»Da

»Die in der Regel schwach sind, sechster, siebter Grad. Die echten Magier, vom dritten Grad an aufwärts, zählen nicht mehr als ein paar Hundert.«Edgar sprach so überzeugt, dass kein Zweifel aufkommen ko

»Darüber habe ich nämlich schon nachgedacht«, meinte Edgar mit düsterer Genugtuung. »Der Täter ka

»Warum machen wir uns da

»Ja«, meinte Edgar nickend. »Wir brauchten eine Atombombe, de

»Schlägst du dich jetzt auf Sebulons Seite?«, wollte ich wissen.

Edgar seufzte. »Ich schlage mich auf die Seite des gesunden Verstandes. Bei einer vollständigen Überprüfung des Zuges unter Hinzuziehung etlicher Kräfte droht uns ein magisches Gemetzel. Die Menschen sterben jedoch so oder so. Sprengen wir den Zug - ja, da

»Aber we

»Die gibt es«, pflichtete Edgar mir bei. »Deshalb schlage ich vor, unsere Suche fortzusetzen. Kostja und ich schnappen uns meine Jungs als Hilfe und durchkämmen den Zug - gleichzeitig vom ersten und vom letzten Waggon aus. Wir werden Amulette einsetzen und gegebenenfalls versuchen, den Verdächtigen durchs Zwielicht zu überprüfen. Und du sprich noch mal mit Lass. Schließlich gehört er immer noch zu unseren Verdächtigen.«

Ich zuckte mit den Schultern. All das eri

»Morgen Abend«, antwortete Edgar. »We

»Erfolgreiche Jagd«, sagte ich und ging aus dem Abteil.

Das war doch Wahnsi

Ab und zu hatte ich schon mal darüber nachgedacht, ob die Inquisition nicht eine reale Alternative zu den Wachen ist. Womit beschäftigen wir uns de

Aber es gibt noch die Inquisition, sie steht über den Wachen, sie bewahrt das Gleichgewicht, sie ist die dritte Kraft und die abgrenzende Struktur einer höheren Ordnung, sie korrigiert die Fehler der Wachen… Und jetzt stellte sich raus: Dem ist nicht so.

Es gibt keine dritte Kraft. Es gibt sie nicht - und hat sie nie gegeben.

Die Inquisition ist das Werkzeug, um Dunkle und Lichte voneinander abzugrenzen. Mehr nicht. Sie achtet auf die Einhaltung des Großen Vertrages, aber nicht im Interesse der Menschen, sondern ausschließlich im Interesse der Anderen. Die Inquisition, das sind die Anderen, die wissen: Wir sind alle Parasiten, ein Lichter Magier ist um keinen Deut besser als ein Vampir.