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Edgar antwortete nicht, da er gerade telepathisch mit einem der Großen kommunizierte. Kostja nickte und verschwand ebenfalls unter der Bettdecke.
Ich kletterte zur oberen Liege, zog mich aus und stopfte Jeans und Hemd in das Fach über dem Bett. Da
Edgar saß reglos da. Die Räder ratterten gemütlich. In Amerika sollen in die langen, in einem Stück gegossenen Schienen angeblich spezielle Rillen eingelassen sein, um das Rattern zu imitieren und dieses gemütliche Geklopfe der Räder zu erzeugen… Ich ko
Jemand hatte einen Hohen Vampir ermordet. Oder dieser Vampir hatte seinen Tod selbst inszeniert. Das spielte keine Rolle. In beiden Fällen verfügte da jemand über unvorstellbare Kraft.
Warum hatte er fliehen müssen? Sich in einem Zug verstecken - und dabei das Risiko eingehen, dass der ganze Zug gesprengt oder beispielsweise von Hunderten von Hohen umstellt wird, die jeden Einzelnen überprüfen? Das ist dumm, u
Das sieht zu sehr… nach einem Menschen aus. Verworren und unlogisch. Überhaupt nicht wie die Tat eines weisen starken Anderen.
Doch nur ein solcher Anderer ko
Unten rührte sich Edgar. Seufzte, raschelte mit der Decke und kletterte ebenfalls auf seine Liege hinauf.
Ich schloss die Augen und versuchte mich so gut es ging zu entspa
Ich stellte mir vor, wie sich die Gleise hinter dem Zug dahinzogen… von einem großen Bahnhof zu einem kleinen, vorbei an Städten und Städtchen, bis hin nach Moskau, wo fächerförmig vom Bahnhof Straßen abgingen, um hinter der Ringautobahn zu einer Berg- und Talbahn zu werden, um sich hundert Kilometer weiter in holprige kleine Wege zu verwandeln, die zu einem gotterbärmlichen Dörflein führten, zu einem alten Holzhaus…
»Swetlana?«
»Ich hab dich schon erwartet, Anton. Was macht ihr?«
»Wir sind im Zug. Hier ist was Merkwürdiges passiert…«
Ich versuchte, mich ihr maximal zu öffnen… na ja, fast maximal. Ich rollte mein Gedächtnis aus wie eine Stoffbahn auf dem Tisch einer Schneiderin. Der Zug, die Inquisitoren, das Gespräch mit Lass, das Gespräch mit Edgar und Kostja…
»Komisch«, sagte Swetlana nach einer kurzen Pause. »Sehr komisch. Ich habe den Eindruck, als ob jemand mit euch spielt. Das gefällt mir nicht, Anton. »
»Mir auch nicht. Wie geht es Nadja? »
»Sie schläft schon lange.«
In einem Gespräch wie diesem, das nur Andere verstehen kö
»Stimmt. Ich bin zu Besuch bei einer alten Frau. »
»Swetlana!«
»Ich bin wirklich zu Besuch, also mach dir keine Sorgen! Ich wollte mit ihr die ganze Situation durchgehen… und etwas über das Buch erfahren.«
Ich hätte doch gleich wissen müssen, dass nicht nur die Sorge um unsere Tochter Swetlana gezwungen hat, uns zu verlassen. »Und was hast du rausbekommen?«
»Es war das Fuaran. Ebendas. Das echte. Und… was Gesers Sohn anging, da hatten wir Recht. Unsere Alte war mit sich und der Welt zufrieden… und hat nützliche Kontakte wiederhergestellt. »
»Und da
»Ja. Sie hat es in der hundertprozentigen Überzeugung zurückgelassen, dass das Geheimversteck schnell gefunden wird und man da
»Und was hält sie von dem, was passiert ist?«Angestrengt versuchte ich, Namen zu vermeiden - als ob so ein Gespräch abgehört werden kö
»Ich glaube, sie ist in Panik geraten. Obwohl sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen.«
»Swetlana, wie schnell ka
»Fast sofort. Man braucht etwa zehn Minuten, um alle Zaubersprüche aufzusagen, da
»Weshalb?«
»Das musst du Fuaran fragen. Ich bin überzeugt, dass statt Blut auch jede andere Flüssigkeit ginge, aber die Hexe hat den Zauberspruch an Blut gebunden… Also zehn Minuten Vorbereitung, zwölf Tropfen Blut, und du ka
»Und wie stark werden sie sein?«
»Das variiert. Aber schwache Andere kö
Etwas hatte sie gesagt. Etwas Wichtiges. Nur kriegte ich diesen Faden im Moment noch nicht zu fassen… »Und was fürchtet… die Alte, Sweta? »
»Eine Massenverwandlung der Menschen in Andere. »
»Will sie nicht herkommen und ein Geständnis ablegen? »
»Nein, sie will die Beine in die Hand nehmen. Und ich verstehe sie.«
Ich seufzte. Arina sollte eigentlich schon zur Verantwortung gezogen werden… we
»Sweta, frage sie doch…frage sie, weshalb der Dieb nach Osten fahren kö
Pause. Zu dumm, dass das kein Handy war, dass ich mit der Hexe nicht persönlich sprechen ko
»Nein… Sie wundert sich sehr darüber. Sie sagt, dass es keine Verbindung zwischen dem Fuaran und dieser Gegend gebe. Das Buch würde auch im Himalaja funktionieren oder an der Antarktis oder der Elfenbeinküste.«
»Da
»Er kö
»Das ist klar… Sonst noch was?«
»Nein, Anton. Ich hatte gehofft, sie kö
»Gut. Vielen Dank. Ich liebe dich.«
»Ich dich auch. Schlaf gut. Ich bin überzeugt, dass morgen früh alles besser aussieht…«
Das dü
Die Nadel des»Kompasses«drehte sich nach wie vor. Das Fuaran war im Zug.
Nachts wachte ich zwei Mal auf. Einmal, als einer der Inquisitoren zu Edgar kam, um ihm zu berichten, dass sie bestimmte Beweise nicht hatten entdecken kö
Erst nach zehn stand ich auf.
Edgar trank Tee. Kostja, rosig und frisch, kaute ein Wurstbrot. Die Nadel drehte sich. Alles wie gehabt.
Ich zog mich gleich im Bett an und sprang nach unten. Zu meinem Bettzeug gehörte ein winziges Stück Seife - das war jedoch alles, was mir für meine Körperpflege zur Verfügung stand.