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»Wir beiden haben auch noch ein Wörtchen miteinander zu reden«, fuhr ihn Edgar an. »Warum bist du direkt vor seinem Fenster herumgeflattert? »
»Ich habe ihn beobachtet.«
»Hättest du nicht an die Decke fliegen und dich kopfüber da hinhängen kö
»Bei einer Geschwindigkeit von hundert Stundenkilometern? Ich bin zwar ein Anderer, aber die Gesetze der Physik ka
»Aber die Physik hindert dich nicht daran, mit einer Geschwindigkeit von hundert Stundenkilometern zu fliegen? Du ka
Kostja zog die Brauen zusammen und hüllte sich in Schweigen. Er langte nach seinem Jackett und beförderte eine kleine Flasche zu Tage. Und trank einen Schluck, irgendein dickes dunkelrotes, fast schwarzes Zeug.
Edgar runzelte die Stirn. »Was ist? Brauchst du bald was… zu essen?«
»We
»Ich kö
»Nein«, sagte ich schnell. »Das würde den derzeitigen Status quo zerstören.«
»Konstantin steht jetzt in Diensten der Inquisition«, eri
»Nein«, wiederholte ich.
»Er braucht Nahrung. Und die Menschen in diesem Zug sind vermutlich eh alle verdammt. Alle, bis auf den letzten.«Kostja schwieg. Sah mich an. Ohne zu lächeln, völlig ernst…
»Da
»Jetzt spricht die Nachtwache aus dir«, brachte Kostja leise heraus. »Du wäschst deine Hände in Unschuld, nicht wahr? Das macht ihr ja immer. Ihr selbst weist uns die Menschen zu - um da
»Ruhe jetzt!«, brüllte Edgar, indem er sich erhob und sich zwischen uns stellte. »Und zwar alle beide! We
»Ich brauche keine Lizenz«, antwortete Kostja kopfschüttelnd. »In Tambow machen wir Halt, da verschwinde ich kurz und fang mir ein paar Katzen.«
»Warum gerade Katzen?«, wollte Edgar wissen. »Warum nicht… äh… beispielsweise Hunde?«
»Es würde mir leid tun, einen Hund zu töten«, erklärte Kostja. »Bei Katzen ist es eigentlich genauso… aber wo kriege ich de
»Du bekommst in Tambow einen Hammel«, versprach Edgar. »Wir brauchen… der Mythenbildung keine neue Nahrung zu geben. So hat schließlich einmal alles angefangen: Jemand findet eine blutlose Tierleiche, schreibt einen Artikel für ein Boulevardblatt…«
Er holte sein Handy heraus und wählte eine eingespeicherte Nummer. Er musste lange warten, bis der friedlich schlafende Mensch endlich ranging.
»Dmitri? Spar dir das Gejammer, zum Schlafen ist jetzt keine Zeit, die Heimat ruft…«Er schielte zu uns herüber. »Einen ganz herzlichen und hochoffiziellen Gruß von Solomon«, sagte Edgar da
Eine Zeit lang schwieg Edgar, entweder um dem Menschen Zeit zu lassen, zu sich zu kommen, oder um sich die Antwort anzuhören.
»Ja. Edgar. Eri
Eine Sekunde lang hielt Edgar das Handy vom Ohr weg und legte die Hand darüber. »Was für Esel, diese angeheuerten Leute!«, empörte sich Edgar.
»Einen Esel würde ich auch nehmen«, feixte Kostja.
Da
Damit beendete Edgar das Gespräch. »In Tambow müssen wir mit einem sehr bescheidenen… Kontingent zurechtkommen«, erklärte er. »Momentan gibt es dort keine Anderen, nur Menschen, die wir angeheuert haben.«
»Oh, oh«, ko
»Manchmal kommt man da nicht drum herum«, meinte Edgar nebulös. »Aber keine Sorge, er wird das schon schaffen. Schließlich wird er dafür bezahlt. Du kriegst deinen Hammel, Kostja.«
»Danke«, erwiderte Kostja friedlich. »Ein Schaf wäre natürlich besser gewesen. Aber ein Hammel tut's auch.«
»Habt ihr die kulinarische Diskussion jetzt beendet?«, ko
»Ja. Heute Morgen. Ihm ist der Wunsch eingegeben worden, mit dem Zug nach Alma-Ata zu fahren.«
»Si
»Dass der Täter mit den Fällen der Wachen aufs Beste vertraut ist«, meinte ich nickend. »Er weiß über die Ermittlungen im Assol Bescheid, weiß, wen wir in Verdacht hatten. Das heißt…«
»Jemand von ganz oben«, pflichtete mir Edgar bei. »Fünf, sechs Andere aus der Nachtwache, genauso viele aus der Tagwache. Sagen wir mal insgesamt zwei Dutzend… Das sind immer noch sehr, sehr wenige. »
»Oder jemand von der Inquisition«, gab Kostja zu bedenken.
»Nun mach mal halb lang! Und ne
»Viteszlav.«Kostja schwieg kurz und fügte da
Ein paar Sekunden lang glaubte ich, der normalerweise so unerschütterliche Dunkle Magier würde aufs Übelste losschimpfen. Obendrein mit baltischem Akzent. Doch Edgar riss sich zusammen. »Nach deiner Transformation musst du doch sehr müde sein, oder, Konstantin? Vielleicht solltest du dich schlafen legen?«
»Edgar, ich bin jünger als du, aber wir beide, du und ich, sind die reinsten Wickelkinder im Vergleich zu Viteszlav«, erwiderte Kostja gelassen. »Was haben wir de
»Ich bin nicht sicher, dass man die Überreste eines Vampirs bestimmen ka
»Weshalb sollte Viteszlav…«, setzte Edgar an.
»Macht«, sagte Kostja lakonisch.
»Was hat Macht damit zu tun? We
»Vielleicht hat er nicht gleich begriffen, was er da gefunden hatte«, parierte Kostja. »Oder sich nicht sofort zu dem Verbrechen durchgerungen. Aber den eigenen Tod zu inszenieren und mit dem Buch unterzutauchen, während wir seinen Mörder jagen, ist ein brillanter Schachzug!«
Edgars Atem beschleunigte sich. »Gut«, meinte er. »Ich werde darum bitten, das man dem nachgeht. Ich setze mich gleich mit… mit den Hohen in Moskau zusammen und bitte sie, die Asche zu überprüfen.«
»Vorsichtshalber solltest du auch Geser und Sebulon bitten, die Überreste zu prüfen«, riet Kostja. »Wir kö
»Bring einer He
O ja, Geser und Sebulon dürften diese Nacht auch kein Auge zutun.
Ich gähnte. »Meine Herren, machen Sie, was Sie wollen, aber ich leg mich jetzt schlafen«, verkündete ich.