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Swetlana hatte das»Auge des Magiers«geschaffen. Abermals Magie ersten Grades. Und das sofort nach dem»Schneeigen Spi

Beim dritten Zauber, den sie so unfassbar schnell wirkte, dass ich vermutete, Swetlana habe ihn seit langer Zeit für ebensolche Fälle eingeübt, schickte sie eine Schar mattweißer, geisterhafter Vögel aus ihren Handflächen gen Himmel. Man hätte sie als Tauben bezeichnen kö

Swetlana ließ die Arme sinken. Worauf sich das Zwielicht beruhigte. Zu uns zurückkroch, unsere Haut mit einer leichten beißenden Kälte berührte. Ich kehrte in die normale Welt zurück. Swetlana folgte mir.

Hier hatte sich nichts verändert. Selbst das zu Boden segelnde Buch, im Fallen aufgegangen, hatte sich noch nicht wieder geschlossen. Nur die Hunde winselten, kläfften, jaulten im ganzen Dorf.

»Sweta, was hast du gemacht?«, fragte ich, während ich auf sie zustürzte.

Sie drehte sich mir zu, mit verschleierten Augen. Ihre unsichtbaren magischen Abgesandten, die sich noch nicht in alle Winde zerstreut hatten, überbrachten gerade, Dutzende oder Hunderte Kilometer von uns entfernt, ihre Botschaften. Ich wusste, welche.

»Nichts…«, flüsterte Swetlana. »Überall Leere. Keine Nadjuschka… keine Hexe…«

In ihre Augen kehrte das Leben zurück. Was bedeutete: Das magische Spi

»Überall Leere«, wiederholte Swetlana. »Anton… wir dürfen uns nicht verrückt machen.«

»Sie ka

»Geiselnahme?«, fragte Swetlana. Auf ihrem Gesicht spiegelte sich Hoffnung wider.

»Die Inquisition hat das Gebiet abgesperrt. Und die hat ihre eigenen Methoden. Selbst Arina wird nicht unbemerkt an ihnen vorbeikommen. »

»Also…«, flüsterte Swetlana. »Gut.«

»Um zu fliehen, braucht sie Hilfe von außen«, meinte ich -sei es zu Swetas Beruhigung, sei es zu meiner eigenen. »Freiwillig wird die ihr niemand anbieten. Also hat sie sich auf Erpressung verlegt.«

»Kö

Swetlana nickte. »Gut… warten wir. Worauf genau? Auf einen Anruf?«

Im nächsten Moment riss sie eine Hand hoch und visierte das Schlafzimmerfenster an. Prompt kam, die Scheibe zerschlagend, aus dem Schlafzimmer der Kamm angeflogen, den Arina ihr geschenkt hatte. Swetlana nahm ihn in die Hand, so angewidert, als handle es sich um ein ekliges Insekt. Ein paar Sekunden lang sah sie den Kamm an, bis sie die Stirn runzelte und sich damit durchs Haar fuhr.

Ein leises, gutmütiges Lachen ließ sich vernehmen. Und irgendwo um Swetas Kopf herum erklang Arinas Stimme: »Guten Tag auch, meine Liebe. So lernen wir uns also ke

»Merk dir eins, du alte Kröte…«, setzte Swetlana an, während sie den Kamm vor sich hielt.

»Ich weiß, ich weiß, meine Schwester. Alles weiß ich, nichts vergesse ich. We

Arinas Stimme klang ernst. Sie machte sich nicht über Swet-lana lustig, sondern erklärte uns völlig ernsthaft, wie wir ihrer Meinung nach mit ihr verfahren müssten. Swetlana schwieg, hielt den Kamm jedoch in der Hand gepackt. Erst als die Hexe verstummte, sagte sie etwas. »Gut. Da

»Nadenka, sag deiner Mama Hallo«, bat Arina. Wir vernahmen ein ungetrübt lustiges Stimmchen. »Hallo! «

»Geht es dir gut, Nadjuscha?«, fragte Swetlana besorgt.

»Hm…«, antwortete Nadja.

Da

»Arina«, sagte ich, während ich nach Swetlanas Hand griff,

»die Inquisition hat den Bezirk abgesperrt. Du weißt, was das heißt?«

»Sonst hätte ich nicht um Hilfe gebeten«, blaffte Arina trocken. »Lass dir was einfallen, Zauberkundiger! In jedem Zaun gibt es eine lockere Latte, in jedem Netz ein Loch. Bring mich hier raus, da

»Und we

»Da

»Wozu?«, fragte ich mit äußerster Ruhe. »Was würde dir das bringen?«

»Wie, was würde mir das bringen?«, wunderte sich Arina. »We

»Wir werden alles versuchen«, versicherte Swetlana und drückte mir fest die Hand. »Hörst du, Hexe? Rühr das Kind nicht an, wir werden dich retten!«

»Abgemacht«, meinte Arina offenkundig erleichtert. »Denkt darüber nach, wie ihr mich durch die Sperren bringt. Ihr habt drei Stunden Zeit. We

»Aber rühr Nadjuschka nicht an!«, schrie Swetlana mit bebender Stimme. Da

Der Kamm überzog sich mit einer Eiskruste. Swetlana knallte ihn auf den Tisch. »Dieses blöde alte Ding…«, murmelte sie. »Anton?«

Eine Sekunde sahen wir einander an. Als würfen wir uns gegenseitig den Ball zu, um nicht selbst die Initiative zu ergreifen.

»Es ist sehr riskant, Sweta«, sagte ich schließlich. »In einem offenen Kampf zieht sie gegen uns den Kürzeren. Deshalb bringt sie sich in Gefahr, we

»Wir bringen sie durch die Sperre… finden einen Weg…«, flüsterte meine Frau. »Soll sie doch aus dem Sperrgebiet rauskommen und Nadenka irgendwo außerhalb zurücklassen. Ich finde sie sofort. Soll sie doch in irgendeine Stadt fahren und Nadja dort lassen! Ich bahne einen Weg… ich weiß, wie. Ich ka

»Richtig«, nickte ich. »In einer Minute. Und da

»Zerreißen, nicht dematerialisieren…«, meinte Swetlana nickend. »Genau das hätte diese Hexe verdient: Sie beansprucht unsere Hilfe, ermordet Nadja aber trotzdem. Was sollen wir bloß machen, Anton? Geser rufen? »

»Was, we

»Und ein Anruf?«, schlug Swetlana vor.

Ich überlegte. Nickte. Arina hatte sich zu lange aus dem Leben ausgeklinkt. Ob sie überhaupt wusste, dass wir uns mit Geser nicht nur auf magische Weise, sondern auch mit einem simplen Funktelefon in Verbindung setzen ko

Swetlana hatte ihr Handy im Haus gelassen. Sie beförderte es mit denselben beiläufigen Passes herbei wie den Kamm. Da

Es war Zeit, um Hilfe zu bitten. Zeit, Hilfe zu fordern. Die gesamte Moskauer Nachtwache. Schließlich knüpfte Geser an Nadenka seine eigenen, uns nicht beka

Wir drehten uns um, wobei wir - vermutlich überflüssiger Weise - die Hände abrupt hochrissen und Kampfstellung ei