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»Ja. Was hatte ich dummes Weib auch in der Stadt verloren?«Arina lachte. »Jetzt sitze ich hier, gucke fern und lese meine Bücher. Hole das Versäumte nach. Ich habe eine alte Freundin gefunden… die mir Bücher aus Moskau schickt.«

»Gut«, meinte ich. »Da

»Ja.«

»Schreiben Sie eine Erklärung. Name, Eltern, Geburtsjahr, Initiierungsjahr, ob Sie einmal den Wachen angehört haben, auf welcher Kraftstufe Sie stehen…«

Gehorsam nahm Arina Blatt und Bleistift zur Hand. Ich runzelte die Stirn, bot ihr aber keinen Kugelschreiber an. Sollte sie doch mit einer Gänsefeder schreiben.

»Wa

»Ich werde das nicht schreiben.«Arina legte den Stift beiseite. »Was soll neuerdings dieses Geschreibsel… Wen geht es etwas an, wo ich meine alten Knochen wärme?«

»Hören Sie doch auf, wie eine Dorfalte zu sprechen, Arina!«, bat ich. »Sie haben sich doch vorhin ganz normal ausgedrückt!«

»Da habe ich mich verstellt«, erklärte Arina, ohne mit der Wimper zu zucken. »Gut, wie Sie wollen. Nur verzichten Sie da

Mit einer peniblen, engen Schrift schrieb sie rasch das ganze Blatt voll. Reichte es mir.

Sie war jünger, als ich vermutet hatte. Noch nicht einmal zweihundert Jahre alt. Ihre Mutter war eine Bäuerin, ihr Vater unbeka

»Ich hielt Winterschlaf«, gab Arina gelassen Auskunft. »Ich wusste, dass die rote Pest lange dauern würde. Den Umständen gemäß ka

Nun passte alles. Eine wirre Zeit, in der Andere fast so oft wie gewöhnliche Menschen starben. So mancher ging da verloren…

»Und Sie haben niemandem gesagt, dass Sie hier schlafen?«, hakte ich nach. »Keiner Freundin…«

»We

»Warum nicht?«

Sie nickte in Richtung Schrank. »Das ist mein Reichtum. Und das ist nicht wenig.«Ich faltete die Erklärung zusammen und steckte sie in die Tasche. »Stimmt«, meinte ich. »Trotzdem habe ich hier ein seltenes Buch nicht entdeckt. »

»Welches?«, wunderte sich die Hexe. »Das Fuaran.«

»So ein großer Junge, und glaubt noch an Märchen…«, schnaubte Arina. »Dieses Buch gibt es nicht.«

»Na klar. Das Mädchen hat sich die Bezeichnung ganz allein ausgedacht.«

»Ich habe ihr Gedächtnis nicht gesäubert«, seufzte Arina. »Lohnt es sich de

»Wo ist das Buch?«, fragte ich scharf.

»Drittes Regal von unten, viertes Buch von links«, antwortete Arina ärgerlich. »Hast du deine Augen zu Hause vergessen?«Ich ging zum Schrank und bückte mich. Das Fuaran!

Große Goldbuchstaben auf schwarzem Leder. Ich zog das Buch heraus, sah die Hexe triumphierend an. Arina lächelte.

Ich starrte auf den Titel auf dem Einband. Fuaran. Phantasie oder Wahrheit? Das Wort Fuaran war in großer, der Rest in kleiner Schrift gedruckt. Ich schaute mir den Rücken an… Hm. Die kleinen Buchstaben waren ausgeblichen, abgeblättert.

»Ein seltenes Buch«, räumte Arina ein. »Es wurden nur dreizehn Exemplare davon gedruckt, in St. Petersburg, 1913, in der Druckanstalt Seiner Kaiserlichen Hoheit. Und zwar in einer Neumondnacht, wie es sich gehört. Ich habe keine Ahnung, wie viele davon noch existieren.«

Ob das verängstigte kleine Mädchen nur das Wort registriert hatte, das in großer Schrift geschrieben worden war? Gut möglich!

»Was geschieht jetzt mit mir?«, fragte Arina betrübt. »Welche Rechte habe ich?«

Ich seufzte, setzte mich an den Tisch und blätterte das vermeintliche Fuaran durch. Ein interessantes Buch, ohne Frage…

»Nichts geschieht mit Ihnen«, versicherte ich. »Sie haben den Kindern geholfen, die Nachtwache erke

»Warum sollte ich Menschen nur um des Schreckens willen erschrecken?«, murmelte die Hexe. »Damit würde ich doch nur mir selbst schaden…«

»Unter Berücksichtigung dieser Tatsache sowie der besonderen Umstände Ihres Lebens…«Ich grub in meinem Gedächtnis, rief mir die Paragraphen, Kommentare und Anmerkungen in Eri

»Weiß ich nicht, das habe ich doch auch schon geschrieben«, antwortete Arina gelassen. »Gibt es de

»Aber so in etwa?«

»Als ich mich schlafen gelegt habe, bekleidete ich den ersten Rang«, teilte Arina mir nicht ohne Stolz mit. »Jetzt dürfte ich wohl außerhalb jedes Ranges sein.«

Das stimmte. Eben deshalb hatte ich auch ihre Illusion nicht durchbrechen kö

»Was hätte ich dort verloren?«, empörte sich Arina. »Vor allem, da es Sebulon inzwischen in die obersten Etagen geschafft hat, oder?«

»Ja«, bestätigte ich. »Wundert Sie das? Glauben Sie etwa, er sei nicht stark genug dafür?«

»Kraft hat er immer genug gehabt«, knurrte Arina. »Nur opfert er seine Leute zu leicht. Seine Freundi

»Und wie«, meinte ich bitter. »We