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Da

»Miststück!« murmelte sie, aber sie war nicht einmal ganz sicher, wen sie damit eigentlich meinte. Wahrscheinlich nicht den fingernagelgroßen Arachniden, der zwei Meter über ihr auf der Gardinenleiste hockte und sie aus glitzernden Augen anstarrte.

Mit einer entschlossenen Bewegung langte sie nach der Trittleiter, die noch immer am Türrahmen lehnte, klappte sie auf und trug sie mit zwei energischen schnellen Schritten zum Fenster, ohne das kleine Scheusal dort oben auch nur für eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Plötzlich konzentrierte sich ihr ganzer Zorn auf dieses winzige Geschöpf, nicht einmal, weil es häßlich und schmutzig gewesen wäre – das war es, aber wer zumTeufel war sie eigentlich, darüber richten zu wollen? – , sondern weil es ein Eindringling war, gegen den sie sich verteidigen mußte – und vor allem ko

Ächzend stieg sie die drei Stufen der Trittleiter hinauf, balancierte eine halbe Sekunde auf der geriffelten Metallfläche an ihrem oberen Ende und streckte da

einem Male ungeheuer wichtig, den Eindringling zu vernichten. Und es schnell zu tun.

Draußen heulte eine Polizeisirene auf, so warnungslos und nahe, daß Charlotte erschrocken zusammenfuhr und statt nach der Spi

Das Heulen der Polizeisirene draußen war lauter geworden, und durch den Spalt, den sie selbst gerade die Gardine aufgezogen hatte, ko

Charlotte blickte noch einige Sekunden lang weiter auf die Straße hinaus, auch als der Streifenwagen längst verschwunden war und es eigentlich nichts mehr zu sehen gab, und gerade als sie die Gardine wieder zuziehen wollte, sah sie erneut eine Bewegung draußen auf demTrottoir.

Diesmal war es kein Polizeiwagen. Es war eine schattenhafte Gestalt, die im bleichen Licht der Nacht tatsächlich ein bißchen wie ein Gespenst aussah und langsam auf das Haus zukam. Ein weiterer nächtlicher Gast? Nach allem, was bisher geschehen war, hätte Charlotte das kaum mehr überrascht, und für einige Sekunden sah es tatsächlich so aus, als bewege sich die Gestalt direkt auf sie zu. Unheimlicher noch: Für einen ganz kurzen Moment hatte sie das Gefühl, angestarrt zu werden. Das Empfinden war sehr unangenehm und so intensiv, daß sie fast meinte, die Blicke dieses Fremden wie die Berührung einer Hand zu fühlen. Da

Charlotte zog die Gardine endgültig zu. Sie war plötzlich sehr nachdenklich. Da draußen war etwas passiert, das war klar, und es war ganz bestimmt kein Verkehrsunfall gewesen. Sie hätte die drei nicht hereinlassen sollen. Sie würde Schwierigkeiten bekommen, we

Die Entscheidung war nicht leicht. Vielleicht war es die schwerste, die Charlotte seit einem Jahrzehnt hatte fällen müssen. Es war sicherlich klüger, jetzt von dieser Leiter herunterzusteigen und die iio zu wählen, auch we

Trotzdem, sie zögerte. Jetzt von der Leiter herunterzusteigen und anzurufen bedeutete nicht nur, das Richtige zu tun, sondern auch, mit ihrer eisernen und vielleicht einzigen Regel zu brechen, und davor hatte sie beinahe noch mehr Angst als vor dem Ausländer und den beiden anderen Mördern.

Natürlich würde sie es trotzdem tun. Sobald sie die Spi

Das Tier folgte jeder ihrer Bewegungen aufmerksam – sie war ihm jetzt tatsächlich nahe genug, um seine Augen erke

Und da

Es war, als hätte sie etwas Unsichtbares, sehr Kaltes berührt. Ihre Fingerspitzen verharrten zehn Zentimeter vor demTier in der Luft, und die Kälte war immer noch da. Sie spürte, wie sie langsam ihre Hand hinaufkroch, sich in ihrem Unterarm ausbreitete und kurz darauf die Schulter erreichte. Was geschah mit ihr? Was, um Gottes willen, geschah mit ihr?

Charlotte sah jetzt, daß die Spi

Aber das war doch verrückt. Sie schloß für eine Sekunde die Augen, ballte die Hand ruckartig zur Faust und öffnete sie