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Astrids Hände zitterten so heftig, daß es ihm nicht gelang, die Camel in Brand zu setzen. Ganz automatisch griff er zu und hielt ihre Finger fest. Erst als der bittere Rauch seine Lungen füllte, begriff er, daß er etwas Unerhörtes tat, wofür sie ihm vor einer Stunde vermutlich noch die Augen ausgekratzt hätte. Aber er widerstand dem Impuls, die Hand erschrocken zurückzuziehen. Das hätte den Moment erst vollends peinlich gemacht. Statt dessen hielt er ihre Finger sogar etwas länger fest, als nötig gewesen wäre. Sie waren so kalt, daß er gar nicht das Gefühl hatte, etwas Lebendes zu berühren. Schließlich zog Astrid ihre Hand zurück und steckte das Feuerzeug ein.
»Danke«, sagte sie. Sie stieß eine Rauchwolke aus, die ihr Gesicht verbarg wie ein eisgrauer Schleier. »Sieht so aus, als hätten wir es hinter uns, wie?«
»Das Schlimmste, ja«, bestätigte Bre
Der Scherz trug keinen zweiten Lacher, das spürte er selbst. Astrid verzog nur flüchtig die Lippen und beschränkte sich ansonsten darauf, einen vorwurfsvollen Blick auf den Pullover zu werfen, den er fallengelassen hatte. Bre
»Hör mal«, bega
»Geschenkt«, unterbrach ihn Astrid. »Es tut dir leid und so weiter, ich weiß. Vergiß es.«
Aber das tat er nicht. Ganz im Gegenteil – es ärgerte ihn schon wieder, daß sie ihm nicht einmal eine Chance gab, sich zu entschuldigen, und es sogar fertiggebracht hatte, seine Worte gegen ihn zu wenden.
»Was ist eigentlich los mit dir?« fragte er. Erstaunlicherweise konterte sie nicht mit einer patzigen Antwort, sondern sah ihn nur ein paar Sekunden lang aus ihren großen Augen an, ehe sie eine Bewegung machte, die ein Achselzucken sein mochte. »Was soll los sein?«
»Das weißt du ganz genau«, antwortete Bre
»Ka
Bre
Er sog an seiner Zigarette und inhalierte so tief, daß ihm leicht schwindelig wurde; ein angenehme r Nebeneffekt, we
Draußen bega
»Es waren meine Eltern«, sagte Astrid plötzlich. »Ich bin einfach nicht mehr mit ihnen klargekommen, weißt du? Es gab gar keinen großen Krach oder so was. Eines Morgens bin ich wach geworden. Es war noch dunkel. Ich hörte meine Mutter unten in der Küche rumklappern und mußte daran denken, daß sie das tat, solange ich mich eri
Fast widerwillig drehte er sich zu ihr herum. Ob er sie verstehen ko
»Das war alles«, fuhr Astrid leise fort. Sie sprach leise. Ihre Stimme klang nicht einmal bitter, aber es war eine Ausdruckslosigkeit darin, die fast schlimmer war. »Zwei Wochen später bin ich weg. Ich habe ihnen einen Zettel dagelassen, daß sie sich keine Sorgen machen sollen. Mein Vater schuftet sich krumm für sein beschissenes Reiheneckhaus mit Garage, meine Mutter geht dreimal die Woche putzen, wäscht die dreckigen Unterhosen von irgendwelchen fremden Bälgern und tut noch so, als mache es ihr nichts aus, und einmal im Jahr da
»Das ist mehr, als viele andere haben«, sagte Bre
»Das tut es aber«, antwortete Bre
»Hast du versucht, mit deinen Eltern darüber zu sprechen?« fragte er.
Sie nickte und sog hektisch an ihrer Zigarette. »Sie haben nicht einmal begriffen, was ich meinte. Mein Vater hat mir einen Fünfziger in die Hand gedrückt und gemeint, ich solle mir was Hübsches kaufen. «
»Und danach bist du auf und davon«, vermutete Bre
»Und? Geht es dir seitdem besser?«
»Klar«, antwortete Astrid. »Das siehst du doch, oder?«
»Da
»– und studiere, oder lern einen vernünftigen Beruf?« fiel ihm Astrid ins Wort. »Mensch, hör bloß mit dem Scheiß auf. Das ka
»Ich nehme an, man hat es dir schon zu oft geraten«, vermutete Bre
»Ach, leck mich doch – !« schnappte Astrid. Sie drehte sich mit einem Ruck weg und starrte zu Boden, aber er sah, daß sie nur noch mühsam um ihre Beherrschung kämpfte. Er hatte ihr nichts Neues gesagt. Er vermutete, daß sie erst seit ein paar Wochen unterwegs war, doch sie mußte schon längst begriffen haben, wie aussichtslos diese Flucht war. Man ko