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»Was ist ein Giebel?«, wollte ich wissen.

Lion zog die Stirn in Falten. Unsicher wedelte er mit den Händen, als ob er mit ihnen Dreiecke baute.

»Das ist… na, unter dem Dach, zwischen Dachschrägen und Dachboden, we

»Ich ka

»Ich auch nicht«, gab Lion zu, »ich habe ja gesagt, dass ich viel gelernt habe. Ich habe bei Geburten geholfen, ein kosmisches Raumschiff geflogen, gekämpft…«

Er verstummte erneut.

»Lion, niemand hindert dich doch daran, groß zu werden, so ein Haus zu bauen und darin zu wohnen«, sagte ich.

»Ich habe ja dort nicht allein gelebt.«

»Ja, da

Lion nickte. Da

»Mich?«, fragte ich nach. »Du hast also mich gemeint, als im Hinterhalt… und da

Lion stimmte zu. »Ja. Das warst du. Wir waren sicher schon um die zwanzig Jahre alt. Wir sind in Neu-Kuweit gemustert worden. Wir sollten in die Armee eintreten. Wir sind zu den Rangern gegangen.«

Er bega

»Lion, das war ein — Traum«, meinte ich.

»Aber vielleicht war überhaupt alles ein Traum?«, widersprach er. »Weißt du, wie ich meinen ersten Jungen gena

Eine Minute verging, ohne dass ich wusste, was ich sagen sollte.

Aber da

Aber es wurde immer stärker. Ich fing an zu husten, um es zu ersticken. Da

Da

Lion sprang auf und sah mich zutiefst beleidigt an.

»Da… da… danke!«, quetschte ich zwischen meinen Lachattacken heraus, »Lion, danke…«

»Du Ignorant!«, schrie Lion. »Hast du eine Ahnung, was ich durchgemacht habe! Ich habe danach deine Leiche rausgeschleppt…«

Aber ich ko

Als er aber sagte, dass ich getötet wurde, verflog die Beklemmung.

Alles, was blieb, war ein dummer Traum.

»Ich polier dir gleich die Fresse!« Lion warf sich auf mich. Ich schaffte es, mich auf dem Boden wegzurollen, und schrie: »Und danach wirst du die… Leiche wegschleppen?«

Lion verfehlte mich und landete auf dem Boden. Er warf sich erneut auf mich. Nun aber nicht, um sich mit mir zu schlagen. Er umarmte mich, und das war komisch: Er führte sich auf wie ein Erwachsener, der ein Kind tröstet.

Nach kurzer Zeit zog Lion sich zurück und fing ebenfalls an zu lachen.

»Zum Teufel mit der Wahrheit!«, rief ich. »Das war ein Traum, ein Traum, ein Traum! Ein dämlicher, blöder Traum. Ich lebe, du lebst und mit Inej wird man ohne uns fertig werden. Und ein Haus wirst du dir schon noch bauen, mit welchem Giebel auch immer, sogar mit Springbru

Wir hielten uns an den Händen und lachten noch eine gute Weile, bis uns die Tränen aus den Augen strömten.

Da

»Ich bin nicht dazu ausgebildet, aber ich ka

Lion wurde sofort ernst.

Und als ob meine Worte bestätigt werden sollten, öffnete sich eine unbemerkt gebliebene Tür. Es schien kein Fahrstuhl zu sein, dahinter war ein Korridor zu erahnen.

»Jungs, wo seid ihr?«

Die Stimme war weiblich und angenehm. Wir sprangen auf.

Ein nettes, junges Mädchen in einem streng geschnittenen Hosenanzug trat in den Saal.

»Wer von euch ist Lion?«, fragte sie lächelnd.

Ich verstand augenblicklich, dass sie wusste, wer von uns wer war.

»Ich«, machte sich Lion bemerkbar.

Das war überflüssig! Ich hätte mich für Lion ausgeben sollen, da

»Ich bin Doktor A

Lion nickte.

»Wir müssen miteinander reden, komm mit. Du wirst mir von deinen Träumen erzählen, einverstanden?«

»Hm.« Lion sah sich zu mir um, steckte danach seine Hände in die Taschen und folgte dem Mädchen.

»Ohne dich fahre ich nicht weg!«, rief ich ihm schnell hinterher. »Doktor Goltz, sagen Sie mir Bescheid, we

»Mache ich, einverstanden.« Das Mädchen nickte mir zu.

»Einverstanden«, äffte ich sie nach, als sich die Tür schloss. Ich setzte mich in den Sessel und legte die Beine auf die Lehne, ganz wie Lion.

Stasj wusste bestimmt, dass Lion geholt werden sollte. Er hätte ruhig etwas sagen kö

Kapitel 4

Allein wurde mir sofort langweilig. Ich dämmerte im. Sessel vor mich hin. Erkundete den Flur — und fand noch zwei unauffällige Türen. Nicht etwa, dass sie versteckt gewesen wären, solche hätte ich nicht entdeckt, sondern Türen, die als »Wand« kaschiert waren.

Danach saß ich eine Weile am Springbru

Man hätte zumindest Fische ins Wasser setzen kö

Nachdem ich wieder im Sessel saß, versuchte ich mir auszumalen, was gerade mit Lion passierte. Man würde ihn nicht in Stücke schneiden, das war klar. Sicher hatte man ihm einen Helm aufgesetzt und zeichnete alle möglichen Enzephalogramme auf. Und womit war Stasj beschäftigt? Legte er dem Rat der Phagen alles dar, was er über mich dachte?

Ich war dermaßen in Gedanken versunken, dass ich erst gar nicht bemerkte, wie die Schlange vom Arm kroch und ihr Köpfchen unter meinen Kragen steckte. Da

Vielleicht sollte ich besser den Kopf wegziehen? Die verrückte Schlange ko

Die Schlange beruhigte sich, vibrierte lediglich etwas, als ob sie sich an meinen Shunt anpassen wollte. Und da

Ich aber schloss die Augen und entspa

Zuerst vernahm ich eine Stimme. Nicht mit den Ohren, sondern im Kopf. Und das war die Stimme von Stasj:

»Deshalb bin ich mir sicher, dass es sich hier lediglich um eineVerknüpfungvonZufällenhandelt.Die Wahrscheinlichkeit eines Imprintings der Peitsche existierte, früher oder später hatten wir mit einem ähnlichen Vorfall zu rechnen.«

»In Ordnung, Stasj…«, diese Stimme ka

Der Sprecher gefiel sich in seiner Ironie.

»Was ist daran so fantastisch? Wir haben Karijer überprüft. Tikkirej verließ ihn mit dem Containerschiff Kljasma. Die Ma

Vor meinen Augen baute sich ein Bild auf, zwar unscharf und verwackelt, aber trotzdem zu erke