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Ein Kellner kam heran:»Wollen die Herren keine Gesellschaft?«
»Nein.«
Er beugte sich tiefer zu mir herunter.»Wollen Sie nicht, bevor Sie ganz ablehnen, die beiden Damen an der Bar ansehen?«
Ich sah sie an. Eine von ihnen schien sehr gut gewachsen zu sein. Beide trugen enge Abendkleider. Die Gesichter ko
»Es sind Damen«, erklärte der Kellner.»Die rechts ist eine deutsche Dame.«
»Hat sie Sie hergeschickt?«
»Nein, mein Herr«, erwiderte der Kellner mit einem hinreißend unschuldigen Lächeln.»Es war ein Gedanke von mir.«
»Gut. Beerdigen Sie ihn. Bringen Sie uns lieber etwas zu essen.«
»Was wollte er?«fragte Schwarz.
»Uns verkuppeln mit der Enkelin Mata Haris. Sie müssen ihm zuviel Trinkgeld gegeben haben.«
»Ich habe noch nicht bezahlt. Sie glauben, es seien Spioni
»Vielleicht. Aber für die einzige Internationale der Welt: Geld.«»Deutsche?«»Eine«, sagt der Kellner.
»Glauben Sie, daß sie hier ist, Deutsche zurückzulocken?«
»Kaum. Für Menschenraub sind eher die Russen jetzt Spezialisten.«Der Kellner brachte einen Teller mit belegten Broten. Ich hatte sie bestellt, weil ich den Wein fühlte. Ich wollte klar bleiben.»Essen Sie nicht?«fragte ich Schwarz.
Er schüttelte abwesend den Kopf.»Ich hatte nicht daran gedacht, daß die Zigaretten mich hätten verraten kö
Ich mußte warten. Eine Frau mit einem großen Parteiabzeichen rief zwei Nummern nacheinander an und bellte Befehle. Die dritte Nummer antwortete nicht, und die Frau kam wütend und herrisch heraus.
Ich rief die Nummer meines Freundes an. Eine Frauenstimme antwortete. ›Bitte, ka
›Ein Freund von Doktor Martens.‹ Ich ko
›Ihren Namen bitte!‹ sagte die Frau.
›Ich bin ein Freund von Doktor Martens‹, erwiderte ich. ›Bitte, melden Sie ihm das. In einer dringenden Angelegenheit.‹
›Bedaure‹, erwiderte die Frauenstimme. ›We
›Sie müssen eine Ausnahme machen -‹, sagte ich. ›Doktor Martens erwartet meinen Anruf.‹
›We
Ich dachte verzweifelt nach. Da
Ich stand auf dem grauen, windigen Bahnhof Mein erster Versuch, einer, der mir sehr einfach erschienen war, war mißlungen, und ich wußte schon nicht mehr weiter. Vielleicht war es doch nötig, Helen direkt anzurufen und zu riskieren, daß jemand aus ihrer Familie mich an der Stimme erka
Ich tat es sofort. Dieselbe Frauenstimme war wieder am Apparat. ›Hier ist Georg Jürgens‹, erklärte ich scharf. ›Doktor Martens bitte.‹
›Sind Sie der Herr, der vorhin angerufen hat?‹
›Hier ist Sturmba
›Ja‹, sagte die Frau. ›Einen Augenblick! Gleich!‹«
Schwarz sah mich an.»Ke
Ich nickte.»Es braucht nicht einmal das Leben zu sein, auf das man wartet. Es ka
»›Hier ist Doktor Martens‹, hörte ich endlich«, sagte Schwarz.»Ich spürte wieder einen der Zustände, über die ich früher gelacht hätte. Meine Kehle war trocken.
›Rudolf‹, flüsterte ich schließlich.
›Wie bitte?‹
›Rudolf‹, sagte ich. ›Hier ist ein Verwandter von Helen Jürgens.‹
›Ich verstehe nicht. Ist dort nicht Sturmba
›Ich rufe für ihn an, Rudolf. Für Helen Jürgens. Verstehst du jetzt?‹
›Ich verstehe durchaus nicht‹, sagte der Ma
›Ka
›Ich muß Sie doch bitten! Ich ke
›Old Shatterhand‹, sagte ich.
Mir war endlich eingefallen, wie wir uns als Jungen gena
›Wi
›Richtig‹, sagte er. Es war beka
›Wi
›Ja. Ich muß dich sehen.‹
›Ich verstehe das nicht. Wo sind Sie?‹
›Hier. In Osnabrück. Wo kö
›Ich bin in der Sprechstunde‹, erklärte Martens mechanisch.
›Ich bin krank. Ich ka
›Ich verstehe das alles nicht‹, sagte Martens mit einer Stimme, die einen Entschluß anzeigte. ›We
›Wa
›Am besten um sieben Uhr dreißig. Um sieben Uhr dreißig‹, wiederholte er. ›Nicht früher!‹
›Gut, um sieben Uhr dreißig.‹
Ich legte den Hörer hin. Ich war wieder naß von Schweiß. Langsam ging ich zum Ausgang. Draußen war ein blasser halber Mond zwischen den Wolken für Augenblicke sichtbar. In knapp einer Woche wird Neumond sein, dachte ich. Eine gute Zeit, die Grenze zu kreuzen. Ich sah auf die Uhr. Es war noch eine dreiviertel Stunde Zeit. Ich mußte vom Bahnhofweg. Es war immer verdächtig, we
Vom oberen Wall ko
Ich sah, daß Liebespaare auf den Bänken saßen, die zwischen den Bäumen so aufgestellt waren, daß man den Blick auf den Fluß und die Stadt hatte, und setzte mich auf eine leere Bank, um die halbe Stunde abzuwarten, bevor ich zu Martens gehen ko
Die Glocken des Domes bega