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Hässlich scheinen. — Die Mässigkeit sieht sich selber als schön; sie ist unschuldig daran, dass sie im Auge des Unmässigen rauh und nüchtern, folglich als hässlich erscheint.

Verschieden im Hasse. — Manche hassen erst, we

Menschen des Zufalls. — Das Wesentliche an jeder Erfindung thut der Zufall, aber den meisten Menschen begegnet dieser Zufall nicht.

Wahl der Umgebung. — Man hüte sich, in einer Umgebung zu leben, vor der man weder würdig schweigen, noch sein Höheres mitzutheilen vermag, sodass unsere Klagen und Bedürfnisse und die ganze Geschichte unserer Nothstände zur Mittheilung übrig bleiben. Dabei wird man mit sich unzufrieden, und unzufrieden mit dieser Umgebung, ja, nimmt den Verdruss, sich immer als Klagenden zu empfinden, noch zu dem Nothstande hinzu, der uns klagen macht. Sondern dort soll man leben, wo man sich schämt, von sich zu reden, und es nicht nöthig hat. — Aber wer denkt an solche Dinge, an eine Wahl in solchen Dingen! Man redet von seinem» Verhängniss«, stellt sich mit breitem Rücken hin und seufzt» ich unglückseliger Atlas!»

Eitelkeit. — Die Eitelkeit ist die Furcht, original zu erscheinen, also ein Mangel an Stolz, aber nicht nothwendig ein Mangel an Originalität.

Verbrecher-Kummer. — Man leidet als entdeckter Verbrecher nicht am Verbrechen, sondern an der Schande oder am Verdruss über eine gemachte Dummheit oder an der Entbehrung des gewohnten Elementes, und es bedarf einer Feinheit, die selten ist, hierin zu unterscheiden. Jeder, der viel in Gefängnissen und Zuchthäusern verkehrt hat, ist erstaunt, wie selten daselbst ein unzweideutiger» Gewissensbiss «anzutreffen ist: um so mehr aber das Heimweh nach dem alten bösen geliebten Verbrechen.

Immer glücklich seinen. — Als die Philosophie Sache des öffentlichen Wetteifers war, im Griechenland des dritten Jahrhunderts, gab es nicht wenige Philosophen, welche glücklich durch den Hintergedanken wurden, dass Andere, die nach anderen Principien lebten und sich dabei quälten, an ihrem Glücke Ärger haben müssten: sie glaubten, mit ihrem Glücke jene am besten zu widerlegen, und dazu genügte es ihnen, immer glücklich zu scheinen: aber dabei müssten sie auf die Dauer glücklich werden! Diess war zum Beispiel das Loos der Cyniker.

Grund vieler Verke

Sich über seine Erbärmlichkeit zu heben. — Das sind mir stolze Gesellen, die, um das Gefühl ihrer Würde und Wichtigkeit herzustellen, immer erst Andere brauchen, die sie anherrschen und vergewaltigen kö

Inwiefern der Denker seinen Feind liebt. — Nie Etwas zurückhalten oder dir verschweigen, was gegen deinen Gedanken gedacht werden ka

Das Böse der Stärke. — Die Gewaltthätigkeit als Folge der Leidenschaft, zum Beispiel des Zornes, ist physiologisch als ein Versuch zu verstehen, einem drohenden Erstickungsanfall vorzubeugen. Zahllose Handlungen des Übermuths, der sich an anderen Personen auslässt, sind Ableitungen eines plötzlichen Blutandranges durch eine starke Muskel-Action gewesen: und vielleicht gehört das ganze» Böse der Stärke «unter diesen Gesichtspunct. (Das Böse der Stärke thut dem Andern wehe, ohne daran zu denken, — es muss sich auslassen; das Böse der Schwäche will wehe thun und die Zeichen des Leidens sehen.)

Zur Ehre der Ke

Verrätherischer Tadel. — »Er ke

Werth des Opfers. — Je mehr man den Staaten und Fürsten das Recht aberke

Zu deutlich reden. — Man ka

Viel schlafen. — Was thun, um sich anzuregen, we

Worauf phantastische Ideale rathen lassen. — Dort, wo unsere Mängel liegen, ergeht sich unsere Schwärmerei. Den schwärmerischen Satz» liebet eure Feinde!«haben Juden erfinden müssen, die besten Hasser, die es gegeben hat, und die schönste Verherrlichung der Keuschheit ist von Solchen gedichtet worden, die in ihrer Jugend wüst und abscheulich gelebt haben.

Reine Hand und reine Wand. — Man soll weder Gott noch den Teufel an die Wand malen. Man verdirbt damit seine Wand und seine Nachbarschaft.

Wahrscheinlich und unwahrscheinlich. — Eine Frau liebte heimlich einen Ma