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Erprobter Rath. — Von allen Trostmitteln thut Trostbedürftigen Nichts so wohl, als die Behauptung, für ihren Fall gebe es keinen Trost. Darin liegt eine solche Auszeichnung, dass sie wieder den Kopf erheben.

Seine» Einzelheit «ke

Gärtner und Garten. — Aus feuchten trüben Tagen, Einsamkeit, lieblosen Worten an uns, wachsen Schlüsse auf wie Pilze: sie sind eines Morgens da, wir wissen nicht woher, und sehen sich grau und griesgrämig nach uns um. Wehe dem Denker, der nicht der Gärtner, sondern nur der Boden seiner Gewächse ist!

Die Komödie des Mitleidens. — Wir mögen noch so sehr an einem Unglücklichen Antheil nehmen: in seiner Gegenwart spielen wir immer etwas Komödie, wir sagen Vieles nicht, was wir denken und wie wir es denken, mit jener Behutsamkeit des Arztes am Bette von Schwerkranken.

Wunderliche Heilige. — Es giebt Kleinmüthige, welche von ihrem besten Werke und Wirken Nichts halten und es schlecht zur Mittheilung oder zum Vortrage bringen: aber aus einer Art Rache halten sie auch Nichts von der Sympathie Anderer oder glauben gar nicht an Sympathie; sie schämen sich, von sich selber hingerissen zu erscheinen und fühlen ein trotziges Wohlbehagen darin, lächerlich zu werden. — Diess sind Zustände aus der Seele melancholischer Künstler.

Die Eiteln. — Wir sind wie Schauläden, in denen wir selber unsere angeblichen Eigenschaften, welche Andere uns zusprechen, fortwährend anordnen, verdecken oder in's Licht stellen, — um uns zu betrügen.

Die Pathetischen und die Naiven. — Es ka

Probe einer Überlegung vor der Ehe. — Gesetzt, sie liebte mich, wie lästig würde sie mir auf die Dauer werden! Und gesetzt, sie liebte mich nicht, wie lästig würde sie erst da mir auf die Dauer werden! — Es handelt sich nur um zwei verschiedene Arten des Lästigen: — heirathen wir also!

Die Schurkerei mit gutem Gewissen. — Im kleinen Handel übervortheilt zu werden, — das ist in manchen Gegenden, zum Beispiel in Tyrol, so unangenehm, weil man das böse Gesicht und die grobe Begierde darin, nebst dem schlechten Gewissen und der plumpen Feindseligkeit, welche im betrügerischen Verkäufer gegen uns entsteht, noch obendrein in den schlechten Kauf bekommt. In Venedig dagegen ist der Prellende von Herzen über das gelungene Schelmenstück vergnügt und gar nicht feindselig gegen den Geprellten gestimmt, ja geneigt, ihm eine Artigkeit zu erweisen und namentlich mit ihm zu lachen, falls er dazu Lust haben sollte. — Kurz, man muss zur Schurkerei auch den Geist und das gute Gewissen haben: das versöhnt den Betrogenen beinahe mit dem Betruge.

Etwas zu schwer. — Sehr brave Leute, die aber etwas zu schwer sind, um höflich und liebenswürdig zu sein, suchen eine Artigkeit sofort mit einer ernsthaften Dienstleistung oder mit einem Beitrag aus ihrer Kraft zu beantworten. Es ist rührend anzusehen, wie sie ihre Goldstücke schüchtern heranbringen, we

Geist verbergen. — We

Der böse Augenblick. — Lebhafte Naturen lügen nur einen Augenblick: nachher haben sie sich selber belogen und sind überzeugt und rechtschaffen.

Bedingung der Höflichkeit. — Die Höflichkeit ist eine sehr gute Sache und wirklich eine der vier Haupttugenden (we

Gefährliche Tugenden. — »Er vergisst Nichts, aber er vergiebt Alles.«— Da

Ohne Eitelkeit. — Leidenschaftliche Menschen denken wenig an Das, was die Anderen denken, ihr Zustand erhebt sie über die Eitelkeit.

Die Contemplation. — Bei dem einen Denker folgt der dem Denker eigene beschauliche Zustand immer auf den Zustand der Furcht, bei einem andern immer auf den Zustand der Begierde. Dem ersten scheint demnach die Beschaulichkeit mit dem Gefühl der Sicherheit verbunden, dem andern mit dem Gefühl der Sättigung — das heisst: jener ist dabei muthig, dieser überdrüssig und neutral gestimmt.

Auf der Jagd. — Jener ist auf der Jagd, angenehme Wahrheiten zu haschen, dieser — unangenehme. Aber auch der Erstere hat mehr Vergnügen an der Jagd, als an der Beute.

Erziehung. — Die Erziehung ist eine Fortsetzung der Zeugung und oft eine Art nachträglicher Beschönigung derselben.

Woran der Hitzigere zu erke

Sich vertheidigen. — Manche Menschen haben das beste Recht, so und so zu handeln; aber we

Moralische Verzärtelung. — Es giebt zart moralische Naturen, welche bei jedem Erfolge Beschämung und bei jedem Misserfolge Gewissensbisse haben.

Gefährlichstes Verlernen. — Man fängt damit an, zu verlernen, Andere zu lieben und hört damit auf, an sich nichts Liebenswerthes mehr zu finden.

Auch eine Toleranz. — »Eine Minute zu lange auf glühenden Kohlen gelegen haben und ein Wenig dabei anzubre

Verschiedener Stolz. — Die Frauen sind es, welche bei der Vorstellung erbleichen, ihr Geliebter möchte ihrer nicht werth sein; die Mä