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»Ich glaube, er weiß gar nicht mehr, welchen Tag wir eigentlich haben, wo er doch ständig auf der Flucht ist«, sagte Ron.»Ihm war nicht klar, daß heute Halloween ist. Sonst wäre er hier reingeplatzt.«
Hermine schauderte.
Um sie her erklang immer wieder die eine Frage:»Wie ist er hereingekommen?«
»Vielleicht weiß er, wie man appariert«, sagte ein Ravenclaw in der Nähe.»Einfach aus dem Nichts auftaucht, wißt ihr.«
»Hat sich wahrscheinlich verkleidet«, sagte ein Fünftkläßler aus Hufflepuff.
»Er kö
»Also ehrlich mal«, sagte Hermine entrüstet zu Harry und Ron,»bin ich de
»Ka
»Weil das Schloß nicht allein durch Mauern geschützt ist, wie ihr eigentlich wissen solltet«, sagte Hermine.»Es ist mit allen möglichen Zauberba
»Wir löschen jetzt die Lichter!«, rief Percy.»Alle in die Schlafsäcke und kein Getuschel mehr!«
Gleich darauf gingen die Kerzen aus. Das einzige Licht kam jetzt noch von den silbern schimmernden Geistern, die umherschwebten und in ernstem Ton mit den Vertrauensschülern sprachen, und von der verzauberten Decke, die wie der Himmel draußen von Sternen übersät war. Dies und das Geflüster, das immer noch die Halle erfüllte, gab Harry das Gefühl, bei einer leichten Brise unter freiem Himmel zu schlafen.
Stündlich erschien ein Lehrer, um nachzusehen, ob alles ruhig war. Gegen drei Uhr morgens, als viele Schüler endlich eingeschlafen waren, kam Professor Dumbledore herein. Harry beobachtete, wie er nach Percy suchte, der zwischen den Schlafsäcken umherstreifte und alle tadelte, die sich noch unterhielten. Percy war nicht weit von Harry, Ron und Hermine entfernt; jetzt hörten sie Dumbledore näher kommen und taten schleunigst so, als würden sie schlafen.
»Irgendeine Spur von ihm, Professor?«, flüsterte Percy.
»Nein. Alles in Ordnung hier?«
»Alles unter Kontrolle, Sir.«
»Gut. Es hat keinen Zweck, sie jetzt aufzuscheuchen. Für das Porträtloch oben bei den Gryffindors habe ich vorübergehend einen anderen Wächter gefunden. Morgen kö
»Und die fette Dame, Sir?«
»Versteckt sich oben im zweiten Stock auf einer Landkarte von Argyllshire. Sie hat sich offenbar geweigert, Black ohne Paßwort einzulassen, deshalb hat er sie attackiert. Sie ist immer noch ziemlich durcheinander, aber sobald sie sich beruhigt hat, werde ich Filch anweisen, sie zu restaurieren.«
Harry hörte, wie die Tür zur Halle quietschend aufging und jemand eintrat.
»Direktor?«Das war Snape. Harry hielt den Atem an und lauschte angestrengt.»Wir haben den gesamten dritten Stock durchsucht. Keine Spur von ihm. Und Filch war in den Kerkern; dort ist er auch nicht.«
»Was ist mit dem Astronomieturm? Das Zimmer von Professor Trelawney? Die Eulerei?«
»Alles durchsucht…«
»Na gut, Severus. Ich hatte ohnehin nicht erwartet, daß Black lange trödelt.«
»Haben Sie eine Idee, wie er hereingekommen ist?«, fragte Snape.
Harry hob sachte den Kopf vom Arm, um auch mit dem anderen Ohr hören zu kö
»Einige, Severus, und eine unsi
Harry öffnete einen winzigen Schlitzbreit die Augen und spähte zu den dreien empor; Dumbledore kehrte ihm den Rücken zu, doch er ko
»Sie eri
»In der Tat, Severus«, sagte Dumbledore, und etwas Warnendes lag in seiner Stimme.
»Es scheint – fast unmöglich – daß Black ohne Hilfe aus dem Schloß hereingekommen ist. Ich habe damals wegen dieser Stellenbesetzung meine Vorbehalte zum Ausdruck gebracht -«
»Ich glaube nicht, daß auch nur ein Einziger hier im Schloß Black geholfen hat«, sagte Dumbledore, und sein Tonfall zeigte unmißverständlich, daß er das Thema für abgeschlossen hielt, so daß Snape nicht antwortete.»Ich muß runter zu den Dementoren«, sagte Dumbledore.»Ich sagte, ich würde ihnen berichten, we
»Wollten die nicht helfen, Sir?«, sagte Percy.
»O doch«, sagte Dumbledore kühl.»Aber solange ich hier Schulleiter bin, kommt kein Dementor über die Schwelle dieses Schlosses.«
Percy schien ein wenig verdutzt. Rasch und leise ging Dumbledore hinaus. Snape stand einen Moment schweigend da und blickte dem Schulleiter mit einem Ausdruck tiefen Widerwillens nach, da
Harry linste aus den Augenwinkeln zu Ron und Hermine hinüber. Beide lagen mit offenen Augen da, und in ihnen spiegelte sich das Sternengewölbe.
»Worum ging es da eigentlich?«, hauchte Ron.
Während der nächsten Tage sprachen sie in der Schule über nichts anderes. Immer abstruser wurden die Theorien darüber, wie Sirius Black in das Schloß eingedrungen sein kö
Das zerschlitzte Gemälde der fetten Dame wurde von der Wand genommen und durch das Porträt Sir Cadogans und seines fetten grauen Ponys ersetzt. Damit war niemand so recht zufrieden. Sir Cadogan forderte sie ständig zu Duellenheraus oder dachte sich lächerlich komplizierte Paßwörter aus, die er mindestens zweimal am Tag änderte.
»Der ist doch komplett verrückt«, sagte Seamus Fi
»Keines von den anderen Bildern wollte den Job haben«, sagte Percy.»Angst wegen der Geschichte mit der fetten Dame. Sir Cadogan war der Einzige, der mutig genug war und sich freiwillig meldete.«
Sir Cadogan jedoch war Harrys geringste Sorge. Man bewachte ihn jetzt auf Schritt und Tritt. Lehrer begleiteten ihn unter irgendwelchen Vorwänden durch die Korridore und Percy Weasley (auf Anweisung seiner Mutter, wie Harry argwöhnte) folgte ihm überallhin wie ein äußerst wichtigtuerischer Leibwächter. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, bestellte Professor McGonagall Harry mit einem derart düsteren Gesichtsausdruck in ihr Büro, daß er glaubte, jemand wäre gestorben.
»Es hat keinen Zweck, es Ihnen länger zu verheimlichen, Potter«, sagte sie in sehr ernstem Ton.»Ich weiß, das wird ein Schock für Sie sein, aber Sirius Black -«
»Ich weiß, daß er hinter mir her ist«, sagte Harry genervt.»Ich habe mitbekommen, wie sich Rons Eltern darüber unterhalten haben. Mr Weasley arbeitet für das Zaubereiministerium.«
Professor McGonagall schien es die Sprache verschlagen zu haben. Sie starrte Harry eine ganze Weile an, da
»Ich verstehe! Gut, we
»Am Samstag haben wir unser erstes Spiel!«, sagte Harry empört.»Ich muß trainieren, Professor!«
Professor McGonagall musterte ihn nachdenklich. Harry wußte, daß ihr die Zukunft des Gryffindor-Teams keineswegs gleichgültig war; schließlich war sie es gewesen, die ihn als Sucher vorgeschlagen hatte. Er wartete mit angehaltenem Atem.
»Hm…«Professor McGonagall stand auf und blickte aus dem Fenster hinüber zum Spielfeld, das durch den Regen hindurch gerade noch zu sehen war.»Nun… soll mich der Teufel holen, ich will, daß wir endlich mal den Pokal gewi