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»Danke«, sagte Harry und hob eine Tüte winziger schwarzer Pfefferkobolde hoch.»Wie ist es in Hogsmeade? Wo seid ihr gewesen?«
So, wie es sich anhörte: überall. Bei Derwisch und Banges, dem Laden für Zauberei-Ausstattung, in Zonkos Scherzartikelladen, in den Drei Besen, um dampfende Becher heißes Butterbier zu trinken, und das war noch längst nicht alles.
»Das Postamt, Harry! Gut zweihundert Eulen, alle auf Stangen, alle in verschiedenen Farben, je nachdem, wie schnell der Brief ankommen soll!«
»Im Honigtopf gibt es einen neuen Sirup, sie haben Kostproben verteilt, hier ist ein wenig, sieh mal -«
»Wir glauben, wir haben einen Oger gesehen, in den Drei Besen treibt sich wirklich einiges herum -«
»Am liebsten hätten wir dir ein wenig Butterbier mitgebracht, das wärmt richtig durch -«
»Und was hast du getrieben?«, fragte Hermine mit besorgter Miene.»Hast du ein wenig gearbeitet?«
»Nein«, sagte Harry.»Lupin hat mir in seinem Büro eine Tasse Tee gemacht. Und da
Er erzählte ihnen alles von Snapes Gebräu. Ron sackte der Unterkiefer herab.
»Lupin hat es getrunken?«, hauchte er.»Ist er verrückt?«
Hermine sah auf die Uhr.
»Wir sollten jetzt nach unten gehen, das Fest begi
»Aber we
»Ja, vielleicht«, sagte Harry, als sie in die Eingangshalle kamen und auf die Große Halle zugingen. Sie war mit Aberhunderten von kerzengefüllten Kürbissen geschmückt mit einer Wolke flatternder Fledermäuse und flammend orangeroten Spruchbändern, die sanft über den stürmischen Himmel schwebten wie leuchtende Wasserschlangen.
Das Essen war köstlich; selbst Ron und Hermine, die noch zum Bersten voll gestopft waren mit den Süßigkeiten aus dem Honigtopf, schafften es, sich von allem noch ein zweites Mal aufzutun. Harry warf ständig Blicke hinüber zum Lehrertisch. Professor Lupin sah fröhlich aus und so munter wie gewöhnlich, während er angeregt mit Professor Flitwick plauderte, dem kleinen Lehrer für Zauberkunst. Harry ließ die Augen am Tisch entlangwandern zu dem Platz, an dem Snape saß. War es Einbildung oder flackerten Snapes Augen ungewöhnlich oft zu Lupin hinüber?
Das Festessen endete mit einer kleinen Schau der Hogwarts-Geister. Sie ploppten aus den Wänden und Tischen und schwebten eine Welle im Formationsflug durch die Halle; da
Der Abend war so erfreulich gewesen, daß nicht einmal Malfoy Harry die gute Laune verderben ko
Harry, Ron und Hermine folgten den anderen Gryffindors auf dem vertrauten Weg hoch in ihren Turm, doch als sie den Gang erreichten, an dessen Ende das Porträt der fetten Dame hing, gerieten sie in einen Stau.
»Warum gehen sie de
Harry spähte über die Köpfe hinweg. Das Gemälde schien vor dem Loch zu hängen.
»Laßt mich bitte durch«, ertönte Percys Stimme und mit gewichtiger Miene wuselte er durch die Menge.»Warum steht ihr hier rum? ihr kö
Und da
Köpfe wandten sich um; wer ganz hinten stand, stellte sich auf die Zehenspitzen.
»Was ist de
Kurz darauf erschien Professor Dumbledore und eilte zum Porträt; die Gryffindors drängten sich zusammen, um ihn durchzulassen, und Harry, Ron und Hermine schoben sich weiter vor, um zu sehen, was los war.
»Oh, mein…«Hermine packte Harrys Arm.
Die fette Dame war aus ihrem Gemälde verschwunden und das Bild mit solcher Wut zerschlitzt worden, daß Leinwandfetzen auf dem Boden herumlagen; ganze Stücke waren weggerissen.
Dumbledore warf einen raschen Blick auf das ruinierte Gemälde und wandte sich da
»Wir müssen sie suchen«, sagte Dumbledore.»Professor McGonagall, bitte gehen Sie sofort zu Mr Filch und sagen ihm, er soll jedes Gemälde im Schloß nach der fetten Dame absuchen.«
»Da werdet ihr kein Glück haben!«, sagte eine glucksende Stimme.
Es war Peeves, der Poltergeist, der über ihre Köpfe hinweghopste und, wie immer angesichts von Zerstörung oder Unruhe, ganz ausgelassen schien.
»Was meinst du damit, Peeves?«, sagte Dumbledore ruhig, und Peeves' Grinsen fror ein. Bei Dumbledore wagte er keine Mätzchen. Statt dessen legte er sich einen schleimigen Tonfall zu, der nicht besser war als sein Glucksen.
»Sie geniert sich, Herr Oberschulleiter. Will nicht gesehen werden. Sieht fürchterlich aus. Hab sie durch das Landschaftsgemälde oben im vierten Stock re
»Hat sie gesagt, wer es war?«, fragte Dumbledore leise.
»O ja, Herr Professor Doktor Dumbledore«, sagte Peeves mit der Miene dessen, der eine große Bombe unter dem Arm trägt.»Er wurde sehr zornig, als sie ihn nicht einlassen wollte, verstehen Sie.«Peeves knickte in der Mitte durch und grinste Dumbledore durch seine Beine hindurch an.»Übles Temperament hat er, dieser Sirius Black.«
Eine bittere Niederlage
Professor Dumbledore schickte alle Gryffindors zurück in die Große Halle, und zehn Minuten später stießen auch die verwirrten Haufen aus Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin hinzu.
»Ich werde zusammen mit den anderen Lehrern das Schloß gründlich durchsuchen«, erklärte ihnen Professor Dumbledore, während die Professoren McGonagall und Flitwick alle Türen zur Halle schlossen.»Ich fürchte, zu eurer eigenen Sicherheit müßt ihr die heutige Nacht hier verbringen. Ich bitte die Vertrauensschüler, an den Eingängen zur Halle Wache zu stehen, und übergebe den Schulsprechern die Verantwortung. Jeder Zwischenfall ist mir sofort mitzuteilen«, fügte er an den ungeheuer stolz und gewichtig dreinschauenden Percy gewandt hinzu.»Schicken Sie einen der Geister zu mir.«
Auf dem Weg zum Ausgang blieb Professor Dumbledore noch einmal stehen.
»Ach ja, Sie brauchen…«
Mit einem lässigen Schlenker seines Zauberstabs flogen die langen Tische in die Ecken der Halle und stellten sich aufrecht gegen die Wände; ein weiterer Schlenker und der Fußboden war bedeckt mit Hunderten von knuddligen, purpurroten Schlafsäcken.
»Schlaft gut!«, sagte Professor Dumbledore und schloß die Tür hinter sich.
In der Halle hob sogleich ein aufgeregtes Gesumme an; die Gryffindors erzählten den andern, was gerade passiert war.
»Alle in die Schlafsäcke!«, rief Percy.»Los, macht schon, kein Getuschel mehr! In zehn Minuten geht das Licht aus!«
»Kommt«, sagte Ron zu Harry und Hermine; sie nahmen sich drei Schlafsäcke und zogen sie hinüber in eine Ecke.
»Glaubt ihr, Black ist immer noch im Schloß?«, flüsterte Hermine beklommen.
»Dumbledore jedenfalls glaubt es«, sagte Ron.
»Ein Glück, daß er sich den heutigen Abend ausgesucht hat«, sagte Hermine. Mit allem, was sie anhatten, stiegen sie in die Schlafsäcke und wandten sich auf die Ellbogen gestützt einander zu.»Ausgerechnet heute Abend waren wir nicht im Turm…«