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Danach blieb ihm nichts anderes übrig als umzukehren und wieder durch das Porträtloch zu steigen.
»Wozu hast du mich eigentlich aufgeweckt?«, rief ihm die fette Dame unwirsch hinterher.
Harry schlurfte lustlos in Richtung Bücherei, doch auf halbem Weg besa
»Was treibst du?«, raunzte Filch mißtrauisch.
»Nichts«, sagte Harry wahrheitsgemäß.
»Nichts«, fauchte Filch und sein Unterkiefer vibrierte Unheil verkündend.»Fabelhafte Ausrede! Schleichst alleine hier rum, warum bist du de
Harry zuckte die Schultern.
»Also zurück jetzt in deinen Gemeinschaftsraum, wo du hingehörst!«, bellte Filch ihn an und wartete mit zornigem Blick, bis Harry außer Sicht war.
Doch Harry ging nicht zurück in den Gemeinschaftsraum; mit der vagen Absicht, Hedwig in der Eulerei zu besuchen, stieg er eine Treppe hoch und lief den Korridor entlang. Plötzlich hörte er eine Stimme aus einem der Räume:»Harry?«
Harry ging rasch zurück, um zu sehen, wer es war, und traf auf Professor Lupin, der sich aus seiner Bürotür beugte.
»Was treibst du de
»Hogsmeade«, sagte Harry bemüht beiläufig.
»Ah«, sagte Lupin. Er musterte Harry einen Moment lang.»Warum kommst du nicht rein? Gerade wurde ein Grindeloh für unsere nächste Stunde geliefert.«
»Ein was?«, fragte Harry.
Er folgte Lupin in sein Büro. In der Ecke stand ein sehr großes Aquarium. Eine übelgrüne Kreatur mit spitzen kleinen Hörnern preßte das Gesicht ans Glas, schnitt Grimassen und spreizte seine langen, spindeldürren Finger.
»Wasserdämon«, sagte Lupin und musterte den Grindeloh nachdenklich.»Wir sollten keine großen Schwierigkeiten mit ihm haben, nicht nach den Kappas. Der Trick dabei ist, daß man seinen Griff brechen muß. Siehst du die ungewöhnlich langen Finger? Stark, aber sehr zerbrechlich.«
Der Grindeloh bleckte seine grünen Zähne und vergrub sich da
»Tasse Tee?«, sagte Lupin und sah sich nach dem Kessel um.»Ich wollte mir gerade eine machen.«
»Ja, danke«, sagte Harry verlegen.
Lupin tippte mit seinem Zauberstab gegen den Kessel und sofort zischte ein Dampfstrahl aus seinem Schnabel.
»Setz dich«, sagte Lupin und hob den Deckel von einer staubigen Blechdose.»Ich hab leider nur Teebeutel – aber du hast ohnehin genug von Teeblättern, denk ich mal?«
Harry sah ihn an. Lupin zwinkerte mit den Augen.
»Woher wissen Sie das?«, fragte Harry.
»Professor McGonagall hat es mir erzählt«, sagte Lupin und reichte Harry eine leicht angeschrammte Teetasse.»Du machst dir doch nicht etwa Sorgen?«
»Nein«, sagte Harry.
Einen Moment lang dachte er daran, Lupin von dem Hund zu erzählen, den er im Magnolienring gesehen hatte, doch da
Was in Harry vorging, schien sich auf seinem Gesicht verraten zu haben, de
»Hast du ein Problem, Harry?«
»Nein«, log Harry. Er trank einen Schluck Tee und sah hinüber zum Grindeloh, der ihm mit der Faust drohte.»Doch«, sagte er plötzlich.»Eri
»Ja«, sagte Lupin langsam.
»Warum haben Sie mich nicht rangelassen?«, entfuhr es Harry.
Lupin zog die Augenbrauen hoch.
»Ich dachte, das liegt auf der Hand, Harry«, sagte er überrascht.
Harry war verdutzt, de
»Warum?«, fragte er noch einmal.
»Nun«, sagte Lupin und runzelte die Stirn,»ich dachte, we
Harry starrte ihn an. Diese Antwort hätte er zuletzt erwartet, und Lupin hatte auch noch Voldemorts Namen ausgesprochen. Der Einzige, den Harry jemals diesen Namen laut hatte aussprechen hören, war (abgesehen von ihm selbst) Professor Dumbledore.
»Offenbar lag ich da falsch«, sagte Lupin und sah Harry immer noch stirnrunzelnd an.»Aber ich hielt es nicht für angebracht, daß Lord Voldemort im Lehrerzimmer in Erscheinung tritt. Ich dachte, die Schüler würden in Panik geraten.«
»Ich habe nicht an Voldemort gedacht«, sagte Harry aufrichtig.»Ich… ich dachte an einen von diesen Dementoren.«
»Verstehe«, sagte Lupin nachdenklich.»Nun, nun… ich bin beeindruckt.«Er lächelte ein wenig beim Anblick der verdutzten Miene Harrys.»Das heißt, wovor du am meisten Angst hast – ist die Angst. Sehr weise, Harry.«
Harry wußte nicht, was er dazu sagen sollte, und nahm noch einen Schluck Tee.
»Du hast also gedacht, ich würde dich nicht für fähig halten, gegen einen Irrwicht zu kämpfen?«, forschte Lupin nach.
»Ja«, sagte Harry. Plötzlich fühlte er sich viel besser.»Professor Lupin, Sie ke
Ein Klopfen an der Tür unterbrach ihn.
»Herein«, rief Lupin.
Die Tür ging auf und Snape trat ein. Er trug einen Becher, aus dem es ein wenig dampfte; beim Anblick von Harry erstarrte er und seine Augen verengten sich.
»Ah, Severus«, sagte Lupin lächelnd.»Vielen Dank. Kö
Snape stellte den dampfenden Becher ab und sah dabei abwechselnd Harry und Lupin an.
»Ich hab Harry gerade meinen Grindeloh gezeigt«, sagte Lupin freundlich und deutete auf das Aquarium.
»Faszinierend«, sagte Snape ohne hinzusehen.»Sie sollten es gleich trinken, Lupin.«
»Ja, ja, mach ich«, sagte Lupin.
»Ich habe einen ganzen Kessel voll gebraut«, fuhr Snape fort.»Falls Sie noch mehr brauchen.«
»Ich werde morgen wohl noch was zu mir nehmen. Vielen Dank, Severus.«
»Keine Ursache«, sagte Snape, doch in seinem Blick lag etwas, das Harry nicht mochte. Mit steifer Miene und wachsamen Augen ging er hinaus.
Harry musterte den Becher neugierig. Lupin lächelte.
»Professor Snape war so freundlich, mir einen Trank zu brauen«, sagte er.»Ich selbst bin kein großer Braumeister, und dieser Trank hier ist besonders schwierig.«Er nahm den Becher und schnüffelte daran.»Schade, daß Zucker das Zeug wirkungslos macht«, fuhr er fort, schlürfte an dem Gebräu und schauderte.
»Warum -?«, bega
»Ich hab mich in letzter Zeit ein wenig angegriffen gefühlt«, sagte er.»Dieser Trank ist das Einzige, was hilft. Ich habe großes Glück, mit Professor Snape zusammenzuarbeiten; es gibt nicht viele Zauberer, die ihn herstellen kö
Professor Lupin nahm noch einen Schlürfer und Harry spürte plötzlich den verzweifelten Drang, ihm den Becher aus der Hand zu schlagen.
»Professor Snape ist sehr an den dunklen Künsten interessiert«, sprudelte es aus ihm heraus.
»Wirklich?«, sagte Lupin. Er nahm einen Schluck und schien Harrys Bemerkung kaum zu beachten.
»Manche glauben -«, Harry zögerte und plauderte da
Lupin trank den Becher bis zur Neige aus und zog eine Grimasse.
»Ekliges Zeug«, sagte er.»Nun, Harry, ich werde wohl noch ein wenig arbeiten müssen. Wir sehen uns da
»Gut«, sagte Harry und stellte seine Teetasse ab.
Aus dem leeren Becher dampfte es immer noch.
»Hier, bitte sehr«, sagte Ron.»Wir haben mitgebracht, so viel wir tragen ko
Ein Schauer leuchtend bunter Süßigkeiten ergoß sich in Harrys Schoß. Es dämmerte, und Ron und Hermine waren soeben im Gemeinschaftsraum aufgetaucht, mit rosa Gesichtern vom kalten Wind und mit Mienen, als ob sie die schönste Zeit ihres Lebens gehabt hätten.