Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 12 из 20

Der Kunsthändler verzog sich zum dritten Mal.

Auch Archilochos wagte nun nichts mehr zu sagen. Passap trank Whisky, malte Winkel von 60°, Parabeln und Ellipsen, häufte Kobalt auf Ocker und Ocker auf Kobalt, und nach einer halben Stunde durfte sich der Generaldirektor anziehen.

«Hier«, sagte Passap und drückte ihm das Drahtgestell in die Arme,»stellen Sie das neben Ihr Ehebett, mein Hochzeitsgeschenk. Damit Sie sich der Schönheit Ihrer Braut eri

Nachdem Archilochos den Maler verlassen hatte, in einem Arm die weißen Rosen und im ändern das Drahtgestell, das seine nackte Braut darstellen sollte, traf er auf der schmalen und steilen Estrichtreppe, die eigentlich mehr eine Leiter war, den Kunsthändler Nadelör, unter dessen Nase sich nun Eisklumpen gebildet hatten und der sich, aufs jämmerlichste durchfroren im eisigen Zugwind, da oben an die Wand preßte.

«Sehen Sie«, klagte der Vereiste, fast unhörbar und wie aus einer Gletscherspalte heraus,»ich habe es mir gedacht. Sie haben etwas gekauft, ich protestiere.»

«Es ist ein Hochzeitsgeschenk«, erklärte Arnolph und bega

Der Kunsthändler folgte ihm.

«Sie sollten sich schämen«, reklamierte Nadelör, soweit seine Worte überhaupt zu verstehen waren,»hörte, wie Sie zu Passap bemerkten, Sie seien Weltkirchenrat. Skandalös. Modell zu stehen in diesem Beruf! Splitternackt!»

«Darf ich Sie bitten, mir die Plastik zu halten«, bat nach einiger Zeit Archilochos notgedrungen (zwischen dem dritten und vierten Stockwerk, in der Nähe der immer noch kreischenden Frau und des johlenden Ma

«Unmöglich«, hauchte Nadelör,»ohne Prozente rühre ich keine Plastik an.»

«Da

«Ka

Endlich erreichten sie die Straße. Das Auto mit den Eiszapfen glänzte silbern. Nur der Kühler war eisfrei, und der Motor lief. Im I

«Boulevard Saint-Père 12«, sagte Archilochos, froh, seine Braut nun bald zu sehen.

Eben wollte sich der Wagen in Bewegung setzen, als der Kunsthändler an die Scheibe klopfte.

«Ich muß Sie bitten, mich mitzunehmen«, war aus der Eismasse undeutlich zu vernehmen, als sich Arnolph, der die Scheibe niederließ, dem schimmernden Gebilde entgege

«Unmöglich«, sagte Archilochos, er müsse dringend in den Boulevard Saint-Père und habe sich hier schon viel zu lange aufgehalten.

«Sie als Christ und Weltkirchenrat kö

«Steigen Sie ein«, sagte Archilochos und öffnete die Wagentüre.

«Etwas wärmer hier, scheint mir«, meinte der Kunsthändler, als er endlich neben Archilochos saß.»Hoffentlich taue ich auf.»

Doch als sie in den Boulevard Saint-Père einbogen, war Nadelör noch nicht aufgetaut, auch mußte er das Taxi ebenfalls verlassen. Der Chauffeur wollte nicht nach dem Quai zurück. Er hatte genug von der Kälte und fuhr davon. So standen sie de

«Mein Herr «sagte Archilochos, beunruhigt über seine Verspätung, die Blumen und die Drahtplastik in den Armen,»ich muß Sie nun verlassen.»

Er öffnete entschlossen die Gittertüre, doch folgte Nadelör auch ins I

Was er de

Er müsse nach einem Taxi telephonieren, erklärte der Galeriebesitzer.

«Ich ke

«Sie als Weltkirchenrat —»

«Bitte«, sagte Archilochos,»bitte. Kommen Sie — «Die Kälte war unbarmherzig. Der Kunsthändler klirrte beim Gehen wie ein Glockenspiel. Die Ta

Noch eine Minute in dieser Kälte, klagte der Kunsthändler, und er sei erfroren.

Archilochos drückte auf die Klinke. Die Türe war unverschlossen. Er gehe einmal nachschauen, sagte er.

Auch Nadelör kam mit.

«Sind Sie verrückt?«zischte Archilochos.

«Ich ka

«Ich ke

«Sie als Christ…»

«Da

Sie waren in eine Halle gedrungen. Möbel, die Archilochos an die Wohnung Petit-Paysans eri

«Stehen Sie nicht auf den Teppich«, herrschte ihn der Weltkirchenrat an, nun doch etwas ängstlich beim Anblick des triefenden Galeriebesitzers.

«Bitte«, sagte der und stellte sich neben den Schirmständer.»We

«Ich werde den Hausherrn benachrichtigen.»

«Möglichst bald.»

«Halten Sie nun wenigstens die Drahtplastik«, schlug Archilochos vor.

«Nur gegen Prozente.»

Arnolph stellte das Kunstwerk neben Nadelör und öffnete eine Türe, blickte in einen kleinen Salon mit einem Sofa, mit einem Teetischchen, mit einem Spinett und zierlichen Sesselchen. Er räusperte sich. Der Salon war leer, doch hörte er hinter einer Flügeltüre Schritte. Offenbar Mister Weeman. Er durchquerte den Salon, klopfte.

«Herein!»

Arnolph fand zu seiner Verwunderung Maître Dutour vor.

Maître Dutour, ein kleiner, beweglicher Ma

«Ich habe Sie erwartet, Herr Archilochos«, sagte Maître Dutour, sich verbeugend,»darf ich bitten, Platz zu nehmen.»

Er wies dem Weltkirchenrat einen Sessel an und setzte sich ihm gegenüber. Auf dem Tisch war ein Dokument ausgebreitet.

Er begreife nicht, sagte Archilochos.

«Mein lieber Herr Generaldirektor«, lächelte der Advokat,»ich habe das Vergnügen, Ihnen dieses Haus als Geschenk übergeben zu dürfen. Es ist von keiner Hypothek belastet und in vorzüglichem Zustand, außer der Westseite des Daches, die einmal ausgebessert werden sollte.»

Er verstehe nicht, sagte Archilochos, zwar verwundert, aber durch die verschiedenen Glücksfälle nun schon etwas abgehärtet und in Übung.»Würden Sie mir erklären…»

«Der bisherige Eigentümer des Hauses wünscht seinen Namen nicht zu ne

Er sei im Bilde, erklärte Arnolph, es handle sich um Mr. Weeman, um den berühmten Archäologen und Ausgraber griechischer Altertümer, so eines alten Tempels mit kostbaren Standbildern, im Moos versunken, und goldenen Säulen.

Maître Dutour stutzte, starrte Archilochos verwundert an und schüttelte den Kopf. Er dürfe keine Auskunft geben, beteuerte er endlich, der bisherige Eigentümer wünsche, sein Haus in griechischen Händen zu wissen und sei glücklich, in Archilochos einen Ma

«Danke schön«, sagte Archilochos.

Der Maître las die Dokumente vor, und der Weltkirchenrat setzte seinen Namen darunter.

«Das Schlößchen gehört nun Ihnen«, sagte der Advokat und erhob sich.

Archilochos erhob sich ebenfalls.»Mein Herr«, sagte er feierlich,»lassen Sie mich die Freude ausdrücken, mit einem Ma

«O bitte«, meinte Dutour,»ich tat nur meine Pflicht. Leider wurde der Hilfsprediger geköpft, bin noch immer untröstlich darüber, habe ich doch zwölf Jahre Zuchthaus vorgeschlagen, we

Ob er ihn noch einen Augenblick belästigen dürfe, sagte Archilochos.

Dutour verneigte sich.

«Ich bitte Sie, verehrter Maître, die Papiere zu meiner Heirat vorzubereiten.»

«Sie sind vorbereitet«, antwortete der Advokat,»Ihre liebe Braut hat mich bereits gebeten.»

«O«, rief Arnolph erfreut aus,»Sie ke

«Ich hatte das Vergnügen.»

«Ist sie nicht wunderbar?»

«Sehr.»

«Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.»