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«Wen schlagen Sie als Trauzeugen vor?»
Daran habe er noch gar nicht gedacht, gab Archilochos zu.
Er würde den amerikanischen Botschafter empfehlen und den Rektor der Universität, schlug Dutour vor.
Arnolph zögerte.
Er besitze bereits die Zustimmung, sagte der Maître.»Es ist nicht nötig, weitere Schritte zu unternehmen. Die Heirat erregt in der Gesellschaft Aufsehen, hat sich doch Ihre erstaunliche Karriere überall herumgesprochen, mein lieber Herr Archilochos.»
«Aber die Herren ke
Der kleine Advokat warf die Künstlermähne zurück, strich sich über den Schnurrbart und betrachtete Arnolph beinahe boshaft.
«Oh, ich glaube doch«, sagte er.
«Ich verstehe«, leuchtete es Archilochos ein.»Die Herren waren Gäste Gilbert und Elizabeth Weemans.»
Wieder stutzte Maître Dutour und schien verwundert.»Sozusagen«, sagte er da
Arnolph war nicht recht begeistert.»Ich bewundere den Rektor der Universität zwar sehr.»
«Na also.»
«Doch der amerikanische Botschafter…»
«Sie haben politische Bedenken?»
«Das nicht«, antwortete Archilochos verlegen.»Mister Forster-Monroe nimmt in meinem sittlichen Weltgebäude schließlich den fünften Platz ein, doch gehört er der altpresbyteranischen Kirche an, deren Dogma der Allversöhnung ich nicht zu teilen vermag, glaube ich doch unerschütterlich an die Ewigkeit der Höllenstrafen. »
Der Maître schüttelte den Kopf.»Ich will Ihrem Glauben nicht zu nahe treten«, sagte er,»doch brauchen Sie sich nicht zu grämen. Die Ewigkeit der Höllenstrafen und Ihre Heirat sollten doch nicht sehr viel miteinander gemeinsam haben.»
Archilochos atmete auf:»Das meine ich eigentlich auch«, sagte er.
Da
Arnolph wollte ihn hinausbegleiten.
Er gehe lieber durch den Park, sagte der kleine Advokat, schob einen roten Vorhang auseinander und öffnete eine Glastüre:»Dies ist der kürzeste Weg.»
Eisige Luft strömte ins Zimmer.
«Er muß hier oft zu Gast gewesen sein«, dachte Archilochos, als die schnellen Schritte des Maîtres in der Nacht verhallten, und stand einige Augenblicke auf der Terrasse, zu der die Glastüre führte. Er betrachtete das Funkeln der Sterne über den Bäumen. Er fror und schritt ins Zimmer zurück, schloß die Türe.»Die Weemans müssen ein großes Haus geführt haben«, murmelte er.
Archilochos bega
Archilochos war so verwirrt, daß er sich hilflos auf den Bettrand niederließ und Chloé scheu betrachtete, doch wagte er nur hin und wieder hinzusehen. Auch war er müde, das pausenlose Glück hatte ihn nie zur Ruhe und nie zur Besi
«Oh«, sagte sie wie erwachend,»Arnolph. Hast du de
«Chloé«, rief er aus, immer noch erschrocken,»du liegst im Bett Mrs. Weemans.»
«Das Bett gehört jetzt doch dir«, lachte sie und reckte sich.
«Du hast unsere Liebe Mr. und Mrs. Weeman gestanden, nicht wahr?»
Sie zögerte mit der Antwort.»Natürlich«, sagte sie da
«Worauf sie uns dieses Schlößchen schenkten.»
«Sie haben noch mehrere in England.»
«Ich weiß nicht«, sagte er,»ich ka
«Scheint dort Brauch zu sein in gewissen Familien«, erklärte Chloé.
Archilochos schüttelte den Kopf:»Generaldirektor der Atomkanonen- und der Geburtszangenabteilung bin ich auch geworden.»
«Ich weiß.»
«Mit einem Riesengehalt.»
«Um so besser.»
«Und auch Weltkirchenrat. Im Mai muß ich nach Sidney.»
«Das wird unsere Hochzeitsreise.»
«Nein«, sagte er,»das!«und zog die beiden Billette aus der Tasche. Wir fahren am Freitag nach Griechenland. Mit der >Julia<.»
Aber da
«Wie weißt du de
Sie richtete sich auf und war so schön, daß Archilochos die Augen niederschlug. Sie schien etwas sagen zu wollen, gab es jedoch mit einem Seufzer auf, nachdem sie Arnolph lange und nachdenklich betrachtet hatte, und sank wieder in die Kissen zurück.»Die ganze Stadt spricht davon«, sagte sie endlich mit merkwürdiger Stimme.
«Und morgen willst du mich heiraten«, stammelte er.
«Du mich nicht?»
Archilochos wagte immer noch nicht hinzuschauen, de
«Diese Engländeri
«Chloé«, sagte er leise.»Alles was geschah, ist so verwirrend für mich und wohl auch für dich, daß ich mich manchmal kaum mehr spüre und denke, ich sei jemand anders und müßte in Wahrheit immer noch in meiner Mansarde sein, mit den Flecken an der Wand, und auch dich habe es nie gegeben. Es sei viel schwerer, das Glück zu ertragen als das Unglück, hat heute Bischof Moser gesagt, und manchmal glaube ich nun, er habe recht. Das Unglück ist nicht überraschend, sondern geschieht, weil es eben muß, aber das Glück geschieht aus Zufall, und so fürchte ich de