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Zu meinem Professor war ich wenig mehr gekommen, öfters zu Elisabeth, deren Haus mich trotz allem mit stetigem Zauber anzog. Dort saß ich da

In der Stille bra

Übrigens gab mir Elisabeth je und je durch ihre recht frauenhaften Malicen Gelegenheit, mich abzukühlen und mich meines Junggesellentums herzlich zu freuen.

Seit der arme Boppi meine Wohnung teilte, vernachlässigte ich auch Elisabeths Haus mehr und mehr. Mit Boppi las ich Bücher, blätterte Reisealbums und Tagebücher durch, spielte Domino; wir schafften zu unserer Erheiterung einen Pudel an, beobachteten den Winterbegi

Unser Lieblingsvergnügen war nach wie vor die Freude an der Tierwelt. Über die Tiere des Zoologischen Gartens, die wir nicht mehr besuchen ko

»Wie geht's Ihnen de

»Danke schön, Herr Fuchs, so leidlich. Sie wissen ja, als ich gefangen ward, verlor ich meine liebe Gattin, Sie hieß Pinselschwanz, wie ich schon die Ehre hatte Ihnen zu sagen. Eine Perle, versichere ich Ihnen, eine – «

»Ach lassen Sie doch die alten Geschichten, Herr Nachbar, Sie haben mir das von der Perle, we

»Bitte sehr, Herr Fuchs, we

»Aber gewiß, gewiß. Also sie hieß Pinselschwanz, nicht wahr? Ein schöner Name, so was zum Streicheln! Aber was ich eigentlich sagen wollte – Sie haben doch bemerkt, wie sehr die leidige Sperlingsplage wieder zunimmt? Ich habe da so einen kleinen Plan.«

»Wegen der Sperlinge?«

»Wegen der Sperlinge. Sehen Sie, ich dachte mir das so: wir legen etwas Brot vors Gitter, legen uns ruhig hin und warten die Kerls ab. Es müßte des Teufels sein, we

»Vortrefflich, Herr Nachbar.«

»Also haben Sie die Güte, etwas Brot hinzulegen. – So, schön! Aber vielleicht schieben Sie es etwas mehr nach rechts herüber, da

»Nun, Herr Fuchs, noch nichts?«

»Wie ungeduldig Sie sind! Als ob Sie zum erstenmal auf der Jagd wären! Ein Jäger muß warten kö

»Ja, wo ist de

»Pardon?«

»Das Brot ist ja gar nimmer da.«

»Nicht möglich! Das Brot? Wahrhaftig – verschwunden! Da soll doch das Do

»Na, ich habe so meine Gedanken. Mir war doch vorher, ich hörte Sie was essen.«

»Was? Ich etwas gegessen? Was de

»Das Brot vermutlich.«

»Sie sind beleidigend deutlich in Ihren Vermutungen, Herr Marder. Man muß ja von Nachbarsleuten ein Wort vertragen kö

»Das war ich! Ich habe das Brot hergegeben.«

»– wir legen das Brot hinaus, ich lege mich hin und passe auf, alles geht gut, da kommen Sie mit Ihrem Geschwätz dazwischen – die Spatzen natürlich auf und davon, die Jagd verhunzt, und nun soll ich auch noch das Brot gefressen haben! Na, Sie kö

Dabei gingen Nachmittage und Abende leicht und schnell vorüber. Ich war bester Laune, arbeitete gern und rasch und wunderte mich, daß ich früher so träg und verdrossen und schwerlebig gewesen war. Die besten Zeiten mit Richard waren nicht schöner gewesen als diese stillen, heiteren Tage, da draußen die Flocken tanzten und am Ofen wir zwei samt dem Pudel es uns wohl sein ließen.

Und da mußte mein lieber Boppi seine erste und letzte Dummheit begehen! Ich in meiner Zufriedenheit war natürlich blind und sah nicht, daß er mehr litt als sonst. Aber er, aus lauter Bescheidenheit und Liebe, tat vergnügter als je, klagte nicht, verbot mir nicht einmal das Rauchen, und da

»Es ist ja nicht so schlimm«, sagte er schüchtern. »Nur bei manchen Bewegungen das krampfhafte Gefühl im Herzen, und manchmal auch beim Atmen.«

Er entschuldigte sich geradezu, als wäre sein Kränkerwerden ein Verbrechen!

Morgens ging ich zu einem Arzt. Es war ein schöner, frostklarer Tag, unterwegs ließ meine Beklemmung und Sorge nach, ich dachte sogar an Weihnachten und besa

Gicht, Herzschwäche, ernster Fall – ich hörte zu und schrieb mir auch alles auf und war über mich selber erstaunt, daß ich mich gar nicht wehrte, als der Arzt die Überführung ins Spital gebot.

Nachmittags kam der Krankenwagen, und als ich vom Spital zurückkam, war mir in der Wohnung schrecklich zumut, wo der Pudel sich an mich drängte und der große Stuhl des Kranken beiseite gestellt und nebenan die leergewordene Kammer war.

So ist es mit dem Liebhaben. Es bringt Schmerzen, und ich habe deren in der folgenden Zeit viel erlitten. Aber es liegt so wenig daran, ob man Schmerzen leidet oder keine! We

Schon mit der kleinen, blonden Agi war damals ein Stück von meinem alten Wesen gestorben. Jetzt sah ich meinen Buckligen, dem ich meine ganze Liebe geschenkt und mit dem ich mein ganzes Leben geteilt hatte, leiden und langsam, langsam sterben und litt an jedem Tage mit und hatte meinen Anteil an allem Schrecklichen und Heiligen des Sterbens. Ich war noch ein Anfänger in der ars amandi und sollte gleich mit einem ernsten Kapitel der ars moriendi begi

Ich sah einen Menschen sterben, dessen Leben nur Leiden und Liebe gewesen war. Ich hörte ihn scherzen wie ein Kind, während er die Arbeit des Todes in sich spürte. Ich sah, wie aus schweren Schmerzen heraus sein Blick mich suchte, nicht um bei mir zu betteln, sondern um mich aufzurichten und um mir zu zeigen, daß diese Krämpfe und Leiden das Beste in ihm unversehrt gelassen hatten. Da

»Ka

»Erzähl mir was. Vielleicht vom Tapir.«