Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 27 из 29

Ich erzählte vom Tapir, er schloß die Augen, und ich hatte meine Mühe, zu sprechen wie sonst, de

»– Und da

Und ich erzählte weiter, vom Tapir, vom Pudel, von meinem Vater, vom kleinen bösen Matteo Spinelli, von Elisabeth.

»Ja, sie hat einen dummen Kerl geheiratet. So geht's, Peter!«

Oft fing er plötzlich an, vom Sterben zu sprechen.

»Es ist kein Spaß, Peter. Die allerschwerste Arbeit ist nicht so schwer wie Sterben. Aber man macht's doch durch.«

Oder: »We

Und einmal, in den letzten Tagen, wachte er aus einem kurzen Schlummer auf und sagte ganz laut:

»Es gibt gar keinen solchen Himmel, wie der Pfarrer meint. Der Himmel ist viel schöner. Viel schöner.«

Die Schreinersfrau kam oft und zeigte sich in kluger Weise teilnehmend und hilfsbereit. Der Schreiner blieb zu meinem großen Bedauern ganz aus.

»Was meinst du«, fragte ich Boppi gelegentlich, »wird im Himmel auch ein Tapir sein?«

»O ja«, sagte er und nickte noch dazu. »Es sind alle Arten Tiere dort, auch Gemsen.«

Die Weihnachtszeit kam, und wir hatten eine kleine Feier an seinem Bett. Es trat starker Frost ein, es taute wieder, und Neuschnee fiel auf das Glatteis, aber ich merkte nichts von allem. Ich hörte, Elisabeth habe einen Knaben geboren, und ich vergaß es wieder. Es kam ein drolliger Brief von Frau Nardini; ich las ihn flüchtig durch und legte ihn beiseite. Meine Arbeiten erledigte ich im Galopp mit dem steten Bewußtsein, jede Stunde mir und dem Kranken zu stehlen. Da

Er hatte kurz vor dem Ende noch einige bessere Tage. Da war es merkwürdig, wie die kaum verflossene Zeit in seiner Eri

»Ich habe dir viel zuwenig von ihr erzählt«, klagte er, »du mußt nichts von dem vergessen, was sie betrifft, sonst gibt es bald niemand mehr, der von ihr weiß und ihr dankbar ist. Es wäre gut, Peter, we

Er lag und atmete mühselig. Eine Stunde verging, da fing er wieder an:

»Sie hat mich am liebsten gehabt von allen ihren Kindern und hat mich bei sich behalten, bis sie gestorben ist. Die Brüder sind ausgewandert, und die Schwester hat den Schreiner geheiratet, aber ich bin zu Haus gesessen, und so arm sie war, hat sie mich's nie entgelten lassen. Du darfst meine Mutter nicht vergessen, Peter. Sie war ganz klein, vielleicht noch kleiner als ich. We

Auch für ihn hätte schier ein Kindersarg hingereicht. Er lag so verschwunden und klein in seinem sauberen Spitalbett, und seine Hände sahen nun wie kranke Frauenhände aus, lang, schmal, weiß und ein wenig gekrümmt. Als er aufhörte, von seiner Mutter zu träumen, kam ich an die Reihe. Er sprach von mir, als säße ich nicht dabei.

»Er ist ein Pechvogel, nun freilich, aber es hat ihm nichts geschadet. Seine Mutter ist zu früh gestorben.«

»Ke

»Jawohl, Herr Camenzind«, sagte er scherzhaft und lachte ganz leise.

»We

Am letzten Tage fragte er noch: »Du, kostet es viel hier im Spital? Es kö

Doch erwartete er keine Antwort. Eine feine Röte stieg ihm in das weiße Gesicht, er schloß die Augen und sah eine Weile aus wie ein überaus glücklicher Mensch.

»Es geht zu Ende«, sagte die Schwester.

Aber er öffnete die Augen noch einmal, sah mich schelmisch an und bewegte die Brauen so, als wollte er mir zunicken. Ich stand auf, legte die Hand unter seine linke Schulter und hob ihn sachte ein klein wenig, was ihm jedesmal wohltat. So auf meiner Hand liegend verzog er noch einmal in kurzem Schmerz die Lippen, da

»Ist's gut, Boppi?« fragte ich noch. Er war aber schon seiner Leiden ledig und erkaltete mir in der Hand. Es war am siebenten Januar, eine Stunde nach Mittag. Gegen Abend machten wir alles fertig, und der kleine, verwachsene Körper lag friedlich und sauber ohne weitere Entstellungen da, bis es Zeit war, ihn wegzubringen und zu begraben. Während dieser zwei Tage war ich beständig darüber verwundert, daß ich weder besonders traurig noch ratlos war und nicht einmal weinen mußte. Ich hatte die Tre

Trotzdem schien es mir jetzt an der Zeit, die Stadt in aller Stille zu verlassen und mich irgendwo, womöglich im Süden, auszuruhen und das nur erst grob angelegte Gefäde meiner Dichtung einmal ernstlich auf den Webstuhl zu spa

Der Plan war tadellos und befriedigte mich, je länger ich ihn überlegte, desto mehr. Indessen tat ich wohl daran, mich des Chianti im voraus zu freuen, de

Ein beweglicher, phantastisch stilisierter Brief des Gastwirts Nydegger verkündigte mir im Februar, es liege sehr viel Schnee und im Dorfe sei bei Vieh und Menschen nicht alles in Ordnung, namentlich stehe es mit meinem Herrn Vater bedenklich, und alles in allem wäre es gut, we

»Lueg, der Peter isch cho«, sagte der graue Sünder und zwinkerte mir mit dem linken Auge zu.

Aber sie fuhr unbeirrt in ihrer Predigt fort. Ich setzte mich auf einen Stuhl, wartete das Versiegen ihrer Nächstenliebe ab und fand in ihrer Rede einige Kapitel, die auch mir nicht schadeten. Nebenher schaute ich zu, wie mir der Schnee von Mantel und Stiefeln schmolz und rings um meinen Stuhl zuerst einen feuchten Flecken und da

Der Vater hatte sehr an Kräften abgenommen. Mir fiel mein früherer kurzer Versuch, ihn zu pflegen, wieder ein. Das Abreisen damals hatte also nichts geholfen, und ich ko

Schließlich ka

Erst gegen Ende Februar kamen jene hellen Wochen, die den Hochgebirgswinter so herrlich machen. Die hohen, beschneiten Bergschroffen standen klar gegen den kornblumenblauen Himmel und sahen in der durchsichtigen Luft unwahrscheinlich nahe aus. Matten und Halden lagen schneebedeckt – mit dem Schnee des Bergwinters, den man so weiß und kristallen und herbduftend in den Talländern niemals findet. Auf kleinen Erdschwellungen feiert in der Mittagszeit das So