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Im Hotel Balances ändern Tages spielte eine kleine Kapelle, es wurde Tee und Whisky serviert. Ich versuchte, Hermine zu bestechen, setzte ihr Kuchen vor, versuchte, sie zu einer Flasche Wein einzuladen, aber sie blieb unerbittlich.
»Du bist heute nicht zum Vergnügen hier. Es ist Tanzstunde.«
Ich mußte zwei-, dreimal mit ihr tanzen, und zwischenein machte sie mich mit dem Saxophonbläser beka
Da
Da erschien Hermine wieder und war mit mir unzufrieden. Ich sei nicht hier, schalt sie, um ein solches Gesicht zu machen und regungslos am Teetisch zu sitzen, ich möge mir jetzt bitte einen Ruck geben und tanzen. Wie, ich ke
Ich zeigte ihr die eine, schönere, die eben in unsrer Nähe stand und in ihrem hübschen Sammetröckchen, mit den kurzgeschnittenen kräftigen Blondhaaren und den vollen, fraulichen Armen entzückend aussah. Hermine bestand darauf, daß ich sofort hingehe und sie auffordere. Ich wehrte mich verzweifelt.
»Ich ka
Verächtlich sah Hermine mich an.
»Und ob ich dich auslache, ist dir natürlich einerlei. Was du für ein Feigling bist! Das Ausgelachtwerden riskiert ein jeder, der sich einem Mädchen nähert; das ist der Einsatz. Also riskiere, Harry, und im schlimmsten Fall laß dich eben auslachen – sonst ist es mit meinem Glauben an deinen Gehorsam vorbei.«
Sie gab nicht nach. Beklommen stand ich auf und ging auf das schöne Mädchen zu, als eben die Musik wieder anfing.
»Ich bin eigentlich nicht frei«, sagte sie und blickte mich neugierig aus den großen frischen Augen an, »aber mein Tänzer scheint in der Bar drüben hängenzubleiben. Na, kommen Sie!«
Ich umfaßte sie und tat die ersten Schritte, noch verwunden darüber, daß sie mich nicht weggeschickt hatte, da merkte sie schon, wie es mit mir stehe, und übernahm die Führung. Sie tanzte wunderbar, und mich nahm es mit, ich vergaß für Augenblicke alle meine Tanzpflichten und Regeln, schwamm einfach mit, fühlte die straffen Hüften, die raschen geschmeidigen Knie meiner Tänzerin, sah ihr in das junge, strahlende Gesicht, gestand ihr, daß ich heute zum erstenmal in meinem Leben tanze. Sie lächelte und ermunterte mich und antwortete auf meine entzückten Blicke und schmeichelnden Worte wunderbar geschmeidig, nicht mit Worten, aber mit leisen entzückenden Bewegungen, die uns näher und reizender zusammenbrachten. Fest hielt ich die rechte Hand über ihrer Taille, folgte beglückt und eifrig den Bewegungen ihrer Beine, ihrer Arme, ihrer Schultern, trat ihr zu meinem Erstaunen kein einziges Mal auf die Füße, und als die Musik zu Ende war, blieben wir beide stehen und klatschten, bis der Tanz nochmals gespielt wurde und ich nochmals eifrig, verliebt und andächtig den Ritus vollzog.
Als der Tanz zu Ende war, allzu früh, zog das schöne Sammetmädchen sich zurück, und plötzlich stand Hermine neben mir, die uns zugesehen hatte.
»Merkst du was?« lachte sie lobend. »Hast du entdeckt, daß Frauenbeine keine Tischbeine sind? Na, bravo! Den Fox ka
Es war Tanzpause, wir hatten uns gesetzt, und nun kam auch der hübsche junge Herr Pablo, der Saxophonbläser, nickte uns zu und setzte sich neben Hermine. Er schien mit ihr sehr gut Freund zu sein. Mir aber, gestehe ich, wollte bei jenem ersten Zusammensein dieser Herr durchaus nicht gefallen. Schön war er, das war nicht zu leugnen, schön von Wuchs und schön von Gesicht, weiter Vorzüge aber ko
Als nun der Schwarzäugige sich empfohlen hatte und die Musik wieder anfing, stand Hermine auf. »Jetzt kö
Auch mit ihr tanzte ich nun leichter, freier und fröhlicher, we
»Ich weiß es«, sagte sie nachher, als ich davon sprach, »ich weiß es wohl. Ich werde dich zwar doch noch in mich verliebt machen, aber das hat keine Eile. Vorerst sind wir Kameraden, wir sind Leute, welche Freunde zu werden hoffen, weil wir einander erka
»Ach, Hermine, da ist nicht viel zu zeigen, du weißt ja viel mehr als ich. Was bist du für ein merkwürdiger Mensch, du Mädchen! Überall verstehst du mich und bist mir voraus. Bin ich dir de
Sie sah mit verdunkeltem Blick zu Boden.
»So höre ich dich nicht gerne reden. Denke an den Abend, wo du kaputt und verzweifelt aus deiner Qual und Einsamkeit heraus mir über den Weg gelaufen und mein Kamerad geworden bist! Warum de
»Warum, Hermine? Sag es mir!«
»Weil ich bin wie du. Weil ich gerade so allein bin wie du und das Leben und die Menschen und mich selber gerade so wenig lieben und ernst nehmen ka
»Du, du!« rief ich tief verwundert. »Ich verstehe dich, Kamerad, niemand versteht dich so wie ich. Und doch bist du mir ein Rätsel. Du wirst ja mit dem Leben so spielend fertig, du hast ja diese wunderbare Hochachtung vor den kleinen Dingen und Genüssen, du bist eine solche Künstlerin im Leben. Wie ka
»Ich verzweifle nicht, Harry. Aber am Leben leiden – o ja, darin bin ich erfahren. Du wunderst dich, daß ich nicht glücklich bin, weil ich doch tanzen ka