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Vorwort des Herausgebers
Dieses Buch enthält die uns gebliebenen Aufzeichnungen jenes Ma
Der Steppenwolf war ein Ma
Zufällig war ich in dem Augenblick zugegen, wo der Steppenwolf zum erstenmal unser Haus betrat und bei meiner Tante sich einmietete. Er kam in der Mittagszeit, die Teller standen noch auf dem Tisch, und ich hatte noch eine halbe Stunde Freizeit, ehe ich in mein Büro gehen mußte. Ich habe den sonderbaren und sehr zwiespältigen Eindruck nicht vergessen, den er mir beim ersten Begegnen machte. Er kam durch die Glastür, wo er vorher die Glocke gezogen hatte, herein, und die Tante fragte ihn im halbdunkeln Flur, was er wünsche. Er aber, der Steppenwolf, hatte seinen scharfen kurzhaarigen Kopf witternd in die Höhe gereckt, schnupperte mit der nervösen Nase um sich her und sagte, noch ehe er Antwort gab oder seinen Namen na
»Nun ja«, sagte er, »ich komme wegen des Zimmers, das Sie zu vermieten haben.«
Erst als wir alle drei die Treppe zum Dachboden hinaufstiegen, ko
Noch ehe die Besichtigung der beiden Räume und die ändern Verhandlungen beendet waren, war meine Mittagszeit abgelaufen, und ich mußte in mein Geschäft gehen. Ich empfahl mich und überließ ihn der Tante. Als ich am Abend wiederkam, erzählte sie mir, der Fremde habe gemietet und werde dieser Tage einziehen, er habe nur darum gebeten, seine Ankunft nicht polizeilich zu melden, da ihm, einem kränklichen Ma
Da diese Sache mit dem Unterlassen der polizeilichen Meldung mir nicht gefiel, wollte ich wenigstens erfahren, was die Tante über den Fremden, über seine Herkunft und Absichten wisse. Und da wußte sie schon dies und jenes, obwohl er nach meinem Weggang um Mittag nur noch ganz kurz dageblieben war. Er hatte ihr gesagt, er gedenke sich einige Monate in unserer Stadt aufzuhalten, die Bibliotheken zu benutzen und die Altertümer der Stadt anzusehen. Eigentlich paßte es der Tante nicht, daß er nur für so kurze Zeit mieten wollte, aber er hatte sie offenbar schon für sich gewo
»Warum hat er das wohl gesagt, daß es hier so gut rieche?« fragte ich.
Da sagte meine Tante, welche manchmal recht gute Ahnungen hat: »Das weiß ich ganz genau. Es riecht hier bei uns nach Sauberkeit und Ordnung und nach einem freundlichen und anständigen Leben, und das hat ihm gefallen. Er sieht aus, wie we
Nun ja, dachte ich, meinetwegen. »Aber«, sagte ich, »we
»Das werden wir ja sehen«, sagte sie und lachte, und ich ließ es gut sein.
Und in der Tat waren meine Befürchtungen unbegründet. Der Mieter, obwohl er keineswegs ein ordentliches und vernünftiges Leben führte, hat uns nicht belästigt noch geschädigt, wir denken noch heute gerne an ihn. Im I
Zwei Tage später brachte ein Fuhrma
Da
Über das Äußere des Steppenwolfes habe ich einige Angaben schon gemacht. Er machte durchaus und gleich beim ersten Anblick den Eindruck eines bedeutenden, eines seltenen und ungewöhnlich begabten Menschen, sein Gesicht war voll Geist, und das außerordentlich zarte und bewegliche Spiel seiner Züge spiegelte ein interessantes, höchst bewegtes, ungemein zartes und sensibles Seelenleben. We