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»Zu spät, Kleiner! We

Da sie Miene machte, aufzustehen, sank plötzlich meine Stimmung tief, ich bekam Angst, sie würde gehen und mich allein lassen, und da

»Halt«, rief ich flehend, »gehen Sie – geh nicht fort! Natürlich ka

Lachend stand sie auf. Ich hatte sie mir stehend größer gedacht, sie war schlank, aber nicht groß. Wieder eri

»Du kommst wieder?«

»Ich komme wieder, aber es ka

Ich machte ihr Platz, und sie ging; ihr Röckchen streifte meine Knie, im Gehen blickte sie in einen runden, winzig kleinen Taschenspiegel, zog die Augenbrauen hoch, wischte mit einem winzigen Puderquästchen über ihr Ki

Ich saß und wartete in einem altmodischen Vorzimmer. Zuerst wußte ich nur, daß ich bei einer Exzellenz angemeldet sei, da

Auch war ich nicht ganz sicher, ob man mich nicht aus Versehen, statt bei Goethe, bei Matthisson angemeldet habe, den ich aber im Traum mit Bürger verwechselte, de

Da stand der alte Goethe, klein und sehr steif, und richtig hatte er einen dicken Ordensstern auf seiner Klassikerbrust. Immer noch schien er zu regieren, immer noch Audienzen zu empfangen, immer noch die Welt von seinem Weimarer Museum aus zu kontrollieren. De

»Ganz richtig«, sagte ich, von seinem Ministerblick durchkältet. »Wir jungen Leute sind in der Tat nicht mit Ihnen einverstanden, alter Herr. Sie sind uns zu feierlich, Exzellenz, und zu eitel und wichtigtuerisch und zu wenig aufrichtig. Dies dürfte das Wesentliche sein: zu wenig aufrichtig.«

Der kleine alte Ma

»Sie haben, Herr von Goethe, gleich allen großen Geistern die Fragwürdigkeit, die Hoffnungslosigkeit des Menschenlebens deutlich erka

Nachdenklich blickte der alte Geheimrat mir in die Augen, sein Mund lächelte noch immer.

Da

Und noch ehe ich protestieren ko

»Ich weiß, ich weiß!« rief ich wütend. »Weiß Gott, wie Sie gerade auf die Zauberflöte verfallen sind, die mir das Liebste auf der Welt ist! Aber Mozart ist nicht zweiundachtzig Jahre alt geworden und hat nicht in seinem persönlichen Leben diese Ansprüche an Dauer, an Ordnung, an steife Würde gestellt wie Sie! Er hat sich nicht so wichtig gemacht! Er hat seine göttlichen Melodien gesungen und ist arm gewesen und ist früh gestorben, arm, verka

Der Atem ging mir aus. Tausend Dinge hätten jetzt in zehn Worten gesagt werden müssen, ich bega

Goethe aber fragte sehr freundlich: »Daß ich zweiundachtzig Jahre alt geworden bin, mag immerhin unverzeihlich sein. Mein Vergnügen daran war indessen geringer, als Sie denken mögen. Sie haben recht: ein großes Verlangen nach Dauer hat mich stets erfüllt, ich habe stets den Tod gefürchtet und bekämpft. Ich glaube, der Kampf gegen den Tod, das unbedingte und eigensi

Während er dies sagte, lächelte er ganz durchtrieben, geradezu schlingelhaft. Seine Gestalt war größer geworden, die steife Haltung und die krampfhafte Würde im Gesicht waren verschwunden. Und die Luft um uns her war jetzt voll von lauter Melodien, lauter Goetheliedern, ich hörte Mozarts »Veilchen« und Schuberts »Füllest wieder Busch und Tal« deutlich heraus. Und Goethes Gesicht war jetzt rosig und jung und lachte und glich bald dem Mozart, bald dem Schubert wie ein Bruder, und der Stern auf seiner Brust bestand aus lauter Wiesenblumen, eine gelbe Primel blühte froh und feist aus seiner Mitte hervor.

Es paßte mir nicht ganz, daß der alte Ma