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»Meine aufrichtigen Glückwünsche, Geser«, sagte Viteszlav. »Aber ich würde gern ein paar Erklärungen bekommen!«
Edgar kehrte ins Badezimmer zurück. Verschwitzt, mit der Mappe unterm Arm.
»Das ist eine einfache Geschichte, Viteszlav«, erwiderte Geser, der seinen Sohn, diesen alten Ma
»Und selbst du ko
»Selbst ich nicht. Aus den Unterlagen ging hervor, dass er gestorben war. An Diphtherie…«
»Das ist eine mexikanische Telenovela«, platzte Edgar heraus. »Helllichter Geser, wollen Sie uns weismachen, dass Sie diesen Menschen noch nie getroffen haben? »
»Nicht einmal«, meinte Geser traurig.
»Sie haben nie mit ihm gesprochen, ihm nicht - entgegen allen Gesetzen - vorgeschlagen, ein Anderer zu werden?«, ließ Edgar nicht locker.
Geser bedachte den Magier mit einem ironischen Blick. »Ihnen sollte doch beka
»Antworten Sie auf die Frage!«, bat - oder befahl - Edgar.
»Ich habe ihn noch nie gesehen, noch nie mit ihm gesprochen und ihm nichts versprochen. Ich habe den Wachen und der Inquisition keinen Brief geschickt! Ich habe niemanden gebeten, sich mit ihm zu treffen oder diese Briefe abzuschicken! Möge das Licht meine Worte bezeugen!«, skandierte Geser. Er streckte einen Arm aus und auf seinem Handteller flackerte kurz ein weißes Feuer auf. »Wollt ihr meine Worte etwa anzweifeln? Wollt ihr behaupten, ich sei dieser Verräter?«
Er wuchs über sich hinaus, als sei in ihm eine Feder hochgeschnellt. Mit Gesers Blick hätte man jetzt Nägel einschlagen kö
»Wollt ihr mich anklagen?«, fuhr Geser mit erhobener Stimme fort. »Du, Edgar? Oder du, Viteszlav?«
Kostja wich nicht rechtzeitig aus und bekam ebenfalls eine Portion von dem versengenden Blick ab. »Oder du, kleiner Vampir?«
Selbst ich wollte mich verstecken. Doch in den Tiefen meiner Seele musste ich lachen. Geser hatte alle reingelegt! Wie genau, wusste ich nicht - aber reingelegt hatte er sie!
»Wir würden an dergleichen nicht einmal denken, Helllichter Geser.«Viteszlav neigte als Erster den Kopf. »Edgar, Ihre Fragen waren unhöflich formuliert.«
»Ich bitte um Entschuldigung.«Edgar ließ den Kopf hängen. »Verzeihen Sie mir, Helllichter Geser. Es tut mir aufrichtig leid.«
Kostja sah sich voller Panik um. Erwartete er Sebulon? Nein, vermutlich nicht. Im Gegenteil, er wünschte, das Haupt der Dunklen möge nicht auftauchen und diesem hagelnden Spott ausgesetzt werden.
Und Sebulon würde nicht auftauchen, das hatte ich bereits begriffen. Der europäische Vampir hatte ungeachtet seiner Kraft und seiner jahrhundertealten Weisheit jede Erfahrung bezüglich fein gespo
»Ihr seid über meinen Sohn hergefallen«, sagte Geser traurig. »Wer hat ihm diese Willenlosigkeit auferlegt? Du, Konstantin? »
»Nein!«, schrie Kostja panisch.
»Das war ich«, beka
»Aufheben?«, brüllte Geser. »Ihr habt an meinem Kleinen eine magische Intervention vorgenommen! Kö
Mir traten die Augen aus den Höhlen. Kostja piepte leise etwas. Edgar klapperte mit den Zähnen.
Und vermutlich sahen wir alle gleichzeitig Timur Borissowitsch durchs Zwielicht an.
Die Aura des potenziellen Anderen ließ sich absolut deutlich erke
Timur Borissowitsch brauchte seinen Hals nicht den Eckzähnen eines Vampirs oder eines Tiermenschen darzubieten. Er ko
»Was soll ich jetzt tun?«, fragte Geser. »Ihr habt euch auf meinen Jungen gestürzt, ihn erschreckt, ihm euren Willen aufgezwungen…«
Der angegraute»Junge«fuhr mit tauben Fingern über die Krawatte und versuchte immer noch, den Windsorknoten sorgfältiger zu binden.
»Soll er jetzt ein Dunkler werden?«, empörte sich Geser. »Ja? Das habt ihr doch wohl mit Absicht gemacht! Gesers Sohn ein Dunkler Magier!«
»Ich bin überzeugt davon, dass er in jedem Fall ein Dunkler Magier geworden wäre…«, gab Viteszlav zu bedenken. »Bei dem Leben, das er führt…«
»Du hast ihm seinen Willen genommen, ihn zum Dunkel gedrängt - und jetzt gibst du solche Erklärungen ab?«, zischte Geser in bedrohlichem Ton. »Glaubt die Inquisition, sie habe das Recht, den Großen Vertrag zu verletzen? Oder geht dieser Angriff auf deine Rechnung? Ka
Eine Sekunde lang zögerte Viteszlav, versuchte, dem Blick Gesers standzuhalten.
Da
»Und jetzt?«, brüllte Geser.
»Die Inquisition erke
»Und bei ihm eine Remoralisierung durchzuführen?«, hakte Geser nach. »Um ihn danach so zu initiieren, dass er sich dem Licht zuwendet? »
»Ja…«, flüsterte Viteszlav.
»In diesem Fall kö
Eine eiserne Selbstbeherrschung hatte er, dieser alte europäische Blutsauger. »Gewiss, Geser…«, räumte er traurig ein.
»Habt ihr den abtrü
»Was gibt de
»Der Verräter liebt wohl die alten russischen Filme?«, fragte Viteszlav.
»Anscheinend. Ich selbst hätte I
»Und du hast keine Ahnung, wer er ist?«, fragte Viteszlav.
»Spekulieren kö
»Eben, das würde nichts bringen«, versicherte Geser. »Ich kö
»Wir werden ihn in einen Hinterhalt locken«, erklärte Edgar. »Und we
»Er wird nicht wieder auftauchen«, erklärte Viteszlav müde. »Das ist nicht mehr nötig.«
Lächelnd betrachtete Geser den düster dreinblickenden Vampir. Da