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»Vermutlich ist Ihr Vater an Sie herangetreten!«, sagte ich. »Ist Ihnen das klar?«
Timur Borissowitsch erstarrte in seiner sprudelnden Jacuzzi zur Salzsäule.
»Er wollte Ihnen in der Tat helfen«, sagte ich. »Aber das ka
»Er hat Ihnen ein viel zu vage formuliertes Versprechen gegeben«, sagte ich. »Sie haben ihn jedoch beim Wort genommen. We
»Ist das bei Ihnen so üblich?«
»Das hängt mit der Kraft zusammen«, erwiderte ich. »Jedenfalls bei den Lichten.«
»Wo war er de
»Glauben Sie mir, er ko
Während ich triumphierte. De
»Sagen Sie ihm, dass ich… meine Bitte zurückziehe…«, murmelte Timur Borissowitsch. »We
»Sind Sie sicher, dass ich einer seiner Angestellten bin?«, hakte ich neugierig nach.
»Ja. Ich weiß nicht, wer mein Vater ist. Aber in Ihrer Wache wird er schon nicht das kleinste Rädchen sein.«
Ich hatte es geschafft! Ich hatte das Damoklesschwert, das über Geser hing, abgenommen.
Ob er mich deswegen ins Assol geschickt hatte? Ob er wusste, dass mir das gelingen würde?
»Ich habe noch eine Bitte, Timur Borissowitsch«, schmiedete ich das Eisen, solange es noch heiß war. »Sie müssen für einige Zeit die Stadt verlassen. Es sind gewisse Umstände beka
Abrupt setzte sich Timur Borissowitsch in der Wa
»Ich kö
»Sie wissen, welche Meinung man sich von einem Geschäftsma
»Ich ka
Timur Borissowitsch grunzte und wirkte von einer Sekunde zur nächsten viel älter. Ich schämte mich. Doch ich wartete. »Ich möchte gern… mit ihm reden.«
»Ich glaube, das lässt sich machen«, stimmte ich kurzerhand zu. »Aber zunächst müssen Sie verschwinden. »
»Drehen Sie sich um«, brummte Timur Borissowitsch.
Gehorsam drehte ich mich um. Aus irgendeinem Grund war ich mir sicher, nicht gleich eins mit der verchromten Seifenschale über den Schädel gezogen zu bekommen.
Und dieses durch nichts zu rechtfertigende Vertrauen rettete mich.
De
Außerdem ging dieser Schatten durch Wände. Nicht mit den gewöhnlichen Schritten eines Anderen, sondern mit dem huschenden Gang eines Vampirs.
Als Kostja das Badezimmer betrat, hatte ich meinem Gesicht bereits wieder einen ruhigen und amüsierten Ausdruck gegeben. Wie es sich für einen Lichten Wächter gehört, der vor einem Dunklen am Ort des Geschehens eingetroffen ist.
»Du«, sagte Kostja. Im Zwielicht stieg von seinem Körper feiner Dampf auf. Vampire sehen überhaupt in der Zwielicht-Welt anders aus, doch Kostja hatte noch viel von einem Menschen. Erstaunlich viel für einen Hohen Vampir.
»Natürlich«, sagte ich. Die Töne schienen in feuchte Watte gepackt. »Warum bist du hierher gekommen?«
Kostja zögerte. »Ich habe gespürt, dass du Kraft einsetzt«, antwortete er da
Er blickte zu Timur Borissowitsch hinüber. »Ist das unser Erpresser?«, fragte er.
Es hätte keinen Si
»Ja«, sagte ich. »Ich habe ihn dazu gebracht, von seinen Forderungen abzusehen. »
»Wie?«
»Mit der Lüge, dass die Verwandlung in einen Anderen ihm unvorsichtigerweise sein eigener Vater versprochen hat. Dem deswegen jetzt ernsthafte Schwierigkeiten drohen… Daraufhin hat er sich geschämt und nicht auf Einhaltung des Versprechens bestanden.«Kostja runzelte die Stirn.
»Vorsichtshalber wollte ich ihn möglichst weit wegschicken«, log ich seufzend weiter. »Soll er sich doch irgendwo in der Dominikanischen Republik ansiedeln.«
»Das ist nur die eine Hälfte der Untersuchung«, wandte Kostja finster ein. »Ich glaube, ihr Lichten wollt jemanden aus euren eigenen Reihen decken. »
»Wir oder ich?«
»Du. Den Menschen zu finden ist nicht das Wichtigste. Wir brauchen denjenigen, der unser Geheimnis preisgegeben hat. Der ihm die Initiierung versprochen hat.«
»Aber das weiß er doch nicht!«, empörte ich mich. »Ich habe sein Gedächtnis überprüft, das ist absolut sauber. Der Verräter ist zu ihm in Gestalt eines Filmschauspielers aus dem vorigen Jahrhundert gekommen. Und hat keine Spuren hinterlassen.«
»Das werden wir noch sehen«, verkündete Kostja. »Er soll sich die Hosen anziehen, ich nehm ihn mit.«Was bildete sich der Kerl bloß ein?!
»Ich habe ihn gefunden, und er kommt mit mir mit!«, brüllte ich.
»Und ich ka
Hinter uns trocknete sich Timur Borissowitsch ab, ohne auch nur im Geringsten zu ahnen, welches Gespräch gerade im Zwielicht geführt wurde. Wir durchbohrten einander mit Blicken, keiner von uns beiden wollte nachgeben. »Er kommt mit mir mit«, wiederholte ich.
»Wollen wir uns um ihn schlagen?«, fragte Kostja fast belustigt.
Und mit einer gleitenden Bewegung stand er neben mir, um mir forschend in die Augen zu gucken. Seine Pupillen flackerten im Zwielicht wie ein rotes Feuer. Ja! Er wollte diesen Kampf!
Seit vielen Jahren schon! Um sich endgültig zu überzeugen, dass das Recht auf Seiten des Hohen Vampirs Konstantin war und nicht auf Seiten des naiven Kostja, der davon geträumt hatte, seinem Fluch zu entkommen und wieder ein Mensch zu werden…
»Ich bringe dich um«, zischte ich. Kostja grinste nur. »Wollen wir es drauf ankommen lassen?«
Ich sah zu Boden. Mein Schatten ließ sich kaum erke
Nur einen kurzen Augenblick lang genoss ich den Vorteil dieser Position.
Da
»Ich habe Vieles gelernt«, flüsterte Kostja. »Was ist nun, mit wem geht der Verdächtige mit?«
In dem Moment erklang eine dritte Stimme. »Ich habe einen Vorschlag, der alle zufrieden stellt.«