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So vergingen drei Jahren. Eines Tages rief ihn der Vorsitzende des wissenschaftlichen Rats und mit der leicht unterdrückten Freude, die der Situation entsprach, teilte ihm mit, dass sehr geehrter Genosse Professor Parasow die Zeitliche segnete und dass es für Valera die höchste Zeit wäre, seine Dissertation zu verteidigen.

Und so ging es für Valera weiter. Er ko

Doch Valera erlebte die Gesellschaft fast ohne Antisemitismus und dieses Erlebnis gefiel ihm. Er wollte nie mehr zurück in alte Zeiten. So kristallisierte sich für ihn langsam die Frage nach Immigration. Valera merkte schon, dass viele seine Beka

Valera schickte seinen Antrag an das Konsulat und ein Jahr später bekam er eine Einladung für eine Besprechung. Valera brachte alle Originale seiner Papiere mit. Man prüfte das alles sorgfältig, sagte aber, dass die Bescheinigung, dass Valera niemals in der UdSSR verheiratet war, fehlte. Valera versuchte zu erklären, dass solche Bescheinigungen existieren nicht. Der Beamter konterte ganz ernsthaft, dass dieses Problem wäre ihm beka

In Rostow kam er zum Bürgeramt und überzeugte eine junge ei

Valera flog mit Lufthansa von Rostow nach Frankfurt. Diesmal kamen ihm Strophen seines beliebtesten Dichters ganz recht:

Leb doch , ungewasch ' nes Russland, wohl,

Ein Land der Sklaven, ein Land der Herren,

Leben doch Sie, Gendarmen, wohl, 

Und Du, ihnen ergebenes Volk. 

Im Flughafen aß er mit großem Vergnügen Gegrillte Haxe mit Sauerkraut und trank Carolus Doppelbock. Jetzt sah es so aus, als ob das Leben ihm seine schöne Seite zeigte. Sehr begeistert vom Essen ging Valera zur Eisenbahnkasse und kaufte eine Fahrkarte nach Erfurt. Auf Deutsch! Und man verstand ihn! Nach solchem Erfolg machte ihm nichts aus, dass er die ganze Nacht im Flughafen auf seiner Zug warten musste, weil in Deutschland keine Züge nachts fahren. Am Morgen war er schon in Erfurt.

Valera fragte nach dem Weg, ging über die Brücke am anderen Ufer der Gera und näherte sich dem Wohnheim. Unterwegs sah er so viele verwahrloste Ruinen, dass er bega

Valeras Kräfte wurden schon wegen seiner Reise so aufgerieben, dass er sich solch einen Luxus erlaubte, mit dem Taxi nach Jena zu fahren. In Erfurt lag überall Schnee, in Jena blühten Rosen. Der Taxifahrer fand mit der Mühe das Wohnheim am Rande der Stadt. Das war ein ehemaliger Kindergarten, der jemand mit seltsamer Fantasie in Wohnheim umbaute. Im Hof begegnete er einem fröhlichen Ma

 Valera fand den Wohnheimleiter, stellte sich vor und erzählte, dass man ihm hierher aus Erfurt schickte. Alles auf Deutsch, seine Rede bereitete er im Taxi vor. Doch gutes Deutsch beeindruckte den Wohnheimleiter überhaupt nicht, eher irritierte ihn. Er antwortete im hervorragenden Russisch. Valera merkte es später, dass der Wohnheimleiter mochte es nicht, we