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In meiner neuen Beziehung bin ich umso glücklicher. So häufig wie möglich treffe ich Markus. We
Egal was andere davon halten, für solche Gefühle braucht man sich, vor allem nach so langer Entbehrung, nicht zu schämen, auch we
Im Mai bin ich viel unterwegs oder absolviere Pressetermine. Überall sind die Säle voll und das Echo ist enorm groß. Allein bei den Weidener Literaturtagen verbringe ich sechs Tage. Es ist für mich ziemlich aufregend, mich unter »gestandenen« Schriftstellern zu bewegen oder auf Plakaten und in Prospekten zusammen mit beka
Zu Hause erwartet mich erneut eine Flut von Briefen. Andere gelangen direkt in den Verlag. Die ersten zirka 500 Schreiben beantworte ich noch einzeln handschriftlich, doch irgendwa
Viele Schüleri
Anfang Juni feiern Markus und ich zum ersten Mal gemeinsam unseren Geburtstag. Weil seiner nur zwei Tage nach meinem stattfindet, feiern wir in der Mitte. Wir laden all unsere Freunde ein. Es wird ein fröhliches Fest, an dem viele meiner Freundi
Es folgen schöne Wochen, verbunden mit viel Arbeit, die mir nach wie vor großen Spaß macht, und wenig Freizeit, die aber intensiv gelebt wird.
Am 10. Juli 1999 fliegt mein Verleger in Begleitung eines Freundes nach Nairobi. Neben zahlreichen Fotos von Napirai und meiner Familie befindet sich in seinem Gepäck auch eine Kassette, auf die jeder Einzelne meiner Familie, einschließlich Napirai, englische Mitteilungen für James und vor allem für Lketinga und die Mama gesprochen hat. In Nairobi werden sie von Jutta und ihrem Begleiter abgeholt. Sie hat in den vergangenen Wochen alles perfekt vorbereitet. Schon im Vorfeld hat sie meine kenianische Familie in Maralal besucht und sich die Mühe gemacht, über mehrere Tage hinweg für James und Lketinga das ganze Buch in Suaheli zu übersetzen, damit sie den Inhalt endlich ke
Gemeinsam fliegt die kleine Gruppe mit dem Flugzeug nach Maralal, da die Zeit nicht ausreicht, die beschwerliche Zweitagesreise mit dem Bus zu machen. In der vereinbarten Samburu Lodge treffen mein Verleger und sein Begleiter James und Lketinga. Während James gleich aufgeschlossen reagiert, beobachtet Lketinga zunächst die Fremden etwas finster und misstrauisch. Erst als er die Grüße von der Kassette aus dem in Nairobi gekauften Radiorecorder hört, wird auch er lebhafter, freundlicher und natürlich auch nachdenklich. Während er den Stimmen lauscht, schaut er versunken auf die vor ihm liegenden Bilder und das Buch. Für alle Anwesenden ist dies ein bewegender Moment.
Staunen breitet sich aus über die zahlreichen Zeitungsartikel und die neueren Fotos, die viele Fragen auslösen. Stundenlang wird diskutiert, erzählt, berichtet, und James und Lketinga versichern, stolz auf das Buch zu sein, gegen das sie keine Einwendungen haben.
Am nächsten Tag wollen sie die »Mzungus« zur Mama bringen, die immer noch in der Nähe von Maralal lebt. Die Fahrt im Pick-up geht durch unwegsames Gelände in die Berge, in denen sie und ein Teil der Familie jetzt leben. Auch Mama Masulani empfängt die ihr fremden Weißen würdevoll und zurückhaltend mit verschlossenem Gesicht, während ihr Sohn James die als Geschenke mitgebrachten Vorräte an Zucker, Maismehl, Getränken und Tabak in ihrer Manyatta verstaut. Als er ihr aber die neue bunte Wolldecke über die Schultern legt und ihr die Fotos von Napirai zeigt, lächelt sie erstmals freundlich.
Beim Betreten der einfachen Hütten ist mein Verleger von der spartanischen Kargheit der fensterlosen winzigen Behausungen, in denen die Feuerstellen beißenden Rauch verbreiten, sehr berührt. Auch sieht er die Armut der hier lebenden Menschen, die wegen der anhaltenden Kämpfe immer noch nicht in ihr angestammtes Gebiet in Barsaloi zurückkehren kö
Am Tag des Abschieds laden die beiden »Mzungus« alle Anwesenden zu einem Essen in Maralal ein. Es kommen natürlich nur die Mä
Als mein Verleger und sein Begleiter, beeindruckt von ihren Begegnungen, über die Reise berichten und ich dabei die gemachten Fotos anschaue, kämpfe ich mit den aufsteigenden Tränen. Ich rieche die Menschen, das Land und sehe alle Details vor mir, die sie mir nicht zu beschreiben brauchen. Natürlich sind alle, wie auch ich, älter geworden. Aber die Unruhen, der Hunger, das harte Leben auf der ständigen Flucht und vielleicht nicht zuletzt auch die Geschichte mit mir haben sie schneller altern lassen. Lketinga ist ein graziöser, älterer »Mzee« geworden. Doch die Narben von seinem Autounfall und wohl auch der frühere Alkoholkonsum haben sein Gesicht gezeichnet. Beim Betrachten der Fotos suche ich fast vergeblich nach meinem »Halbgott« von einst.