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»Der Krone liegt nicht daran, daß sich die Neue Welt in eine Zuflucht für Vagabunden und Taugenichtse verwandelt«, schärfte er ihnen mit leicht ironischem Unterton ein. »Daher bin ich entschlossen, mit aller mir übertragenen Autorität die Kolonien ein für allemal von allen u
Alle Bewohner Margaritas, die auf der Insel zur Welt gekommen waren, eri
»Die Geduld der Krone hat ihre Grenzen«, schloß er unmißverständlich. »Und diese Grenzen sind nunmehr erreicht.«
Don Hernandos hochmütige Haltung wandelte sich jedoch urplötzlich, als man ihm die bescheidene Familie Heredia vorstellte. De
Aus heiterem Himmel schien ihn der Blitz getroffen zu haben: Seine Stimme versagte, die Hände zitterten, als ihm sein Schreiber das Schriftstück reichte, und kaum wagte er den Blick zu heben, aus Furcht, seine Augen kö
Doch auch ohne diesen Blick wußte das Objekt seiner Begierde, was geschehen war, de
Der einzige, der dagegen gefeit war – er sprach ohnehin nicht viel – war ihr Ehema
Doch an diesem heißen Septembermorgen begriff Emiliana Matamoros, daß sie, barfuß und lediglich in ein grobes Kattunkleid gehüllt, zur absoluten Herrscherin über die Träume und den Willen eines Ma
Über zwanzig Jahre grübelte Sebastián Heredia Matamoros darüber nach, wie geschehen ko
Sebastián aber ra
Eine Woche später, als Sebastián auf der Schwelle seines Hauses saß und mit bereits tränenlosen Augen zusah, wie die So
»Ich hab in meinem Leben ja schon viel gesehen«, flüsterte er schließlich mit rauher Stimme. »Wirklich eine Menge! Monatelang war ich hinter Mombars, dem Todesengel, her, und habe seine unglaublichen Grausamkeiten mit eigenen Augen gesehen. Da hab ich nun geglaubt, mich kö
In seinem Kummer wußte der Junge nicht, was er erwidern sollte. Die Worte waren ihm ebenso versiegt wie die Tränen. Nach einigen Augenblicken fuhr Hauptma
»Warum tust du das?« wollte der Junge wissen.
»Weil Samstag nacht ein Posten Wache steht, der bisweilen seltsame Anfälle bekommt«, entgegnete sein Gegenüber, als hätte er die Frage nicht richtig verstanden. »Kurz vor elf wird er herauskommen, um frische Luft zu schnappen, und wie vom Blitz getroffen neben der Seitentür umfallen.« Wieder blickte er dem Jungen fest in die Augen. »Hol deinen Vater raus und sag ihm, er soll nach Kuba, Puerto Rico oder Panama gehen. Wohin er will, nur nicht aufs Festland.« Seine Hand drückte den Schenkel des Jungen noch fester. »Und auf keinen Fall darf er nach Margarita zurückkehren. Das ist meine einzige Bedingung, de
»Aber warum machst du das alles?« beharrte der Junge auf seiner Frage.
»Mein Gott, stell dich doch nicht dümmer als du bist«, erregte sich der andere. »Was glaubst du wohl, warum? Ich war bei deiner Geburt dabei, und dein Vater ist stets mein einziger Freund gewesen. Glaubst du vielleicht, ich lasse ihn im Kerker vermodern, nur damit sich dieser Hurensohn ohne Furcht mit seiner Dirne amüsieren ka
»Jetzt nicht mehr«, gab der Junge trocken zurück, um kurz darauf doch das zu fragen, worauf er niemals eine Antwort zu finden glaubte: »Warum hat sie das gemacht? Gut, mein Vater ist arm, doch er hat sie über alle Maßen geliebt, und wir sind doch glücklich gewesen.«
Während die So
»Die Not gibt meist schlechte Ratschläge«, murmelte er schließlich. »Vielleicht hat deine Mutter ja mehr an die Zukunft ihrer Kinder als an ihren Ehema
»Ohne mich«, gab der Junge entschieden zurück.
»Überleg’s dir lieber noch mal.«
»Da gibt’s nichts zu überlegen«, kam es wie aus der Pistole geschossen. »Ich geh mit meinem Vater.«
In tiefer Zuneigung strich ihm Hauptma
»Ich wußte, daß du das sagen würdest. Bei Mä
In den folgenden Tagen kamen die meisten Einwohner von Juan Griego zum Haus der Heredias und brachten alles mit, was für eine lange Überfahrt nach Puerto Rico oder Hispaniola nötig war. Die meisten legten ihren Beitrag wortlos auf die Türschwelle, um den Schmerz des Empfängers durch das, was sie sagen würden, nicht noch zu vergrößern.
Der Zimmerma
Am Samstag abend gingen die Lichter des Dorfes früher aus als gewöhnlich. Nur im Turm der Festung La Galera, in der Kammer von Hauptma
Um viertel vor elf verlosch auch diese.
Fünf Minuten später öffnete ein Wachposten die kleine Seitenpforte der Verliese, atmete tief die warme Nachtluft ein, sah zum schwarzen Himmel hinauf und brach wie vom Blitz getroffen zusammen. Ein schwerer Schlüssel klirrte auf das Pflaster.
Ein Schatten löste sich aus den anderen Schatten, ergriff den Schlüssel und verschwand in den mächtigen Kasematten. Wenig später tauchte er wieder auf, mit einem Schlafwandler an der Hand, der nicht zu wissen schien, wie ihm geschah und wohin man ihn führte.
Sebastián mußte seinen Vater bis zur Anlegestelle schleifen, de