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Doch obwohl Rodriguez de Fonseca sich so weit wie möglich an das erfolgreiche Vorbild der portugiesischen Casa de Guinea anzulehnen gedachte, nahmen seine grandiosen Fehlentscheidungen geradezu historisch fatale Ausmaße an.

Schon die Bestimmung seiner Heimatstadt zum Sitz der Casa war ein kapitaler Mißgriff. Das landeinwärts gelegene Sevilla war in jeder Hinsicht mit der Abwicklung des Schiffsverkehrs überfordert, den die Entwicklung eines so großen Kontinents mit sich brachte. Die meisten schweren Galeonen mußten bei den Sandbänken der Flußmündung des Guadalquivir vor Anker gehen. Dort schaffte man die Ladung auf riesige Flöße, die da

Obwohl jedes Kind die Absurdität dieser Fehlentscheidung hätte erke

Der zweite und wahrscheinlich noch schlimmere Irrtum des Kanonikers Fonseca war sein frommer Glaube, unter den Legionen von Gesandten, Richtern, Ratgebern, Inspektoren und Unterinspektoren, die im Laufe der Zeit den unübersichtlichen Verwaltungsapparat der Casa aufblähten, würde es niemals einen korrupten Beamten geben. Dabei hatte doch die Geschichte schon gelehrt, daß man in Wahrheit unter den Tausenden, die unter Freunden und Verwandten ausgewählt worden waren, wohl schwerlich eine einzige absolut ehrliche Haut finden ko

Die logische Folge war, daß nur wenige Jahre später ein Kolonist in Peru, Mexiko oder Santo Domingo, der einen Antrag auf Gründung einer Zuckermühle oder Betreiben einer Silbermine stellte, sechs bis zehn Jahre lang warten mußte, bis man ihm die entsprechende Genehmigung erteilte und das erforderliche Werkzeug zur Verfügung stellte.

Da man, um besagte Genehmigung zu erhalten, vorher unzählige Leute schmieren, außerdem das Werkzeug im voraus bestellen und in Gold aufwiegen mußte, ist leicht zu verstehen, warum die Träume der meisten »Unternehmer« des neuen Kontinents nur Schäume blieben.

Den Bewohnern von Margarita ging es von nun an auch nicht anders. Bald saßen die Perlentaucher nur noch am Strand und blickten müßig auf den ruhigen unerschöpflichen Ozean hinaus, in dessen Tiefen märchenhafte Schätze schlummerten.

Als die Perlentaucher geschlagene drei Monate lang die Hände in den Schoß gelegt hatten, traf Don Hernando Pedrárias eine folgenschwere Entscheidung, die seinem Charakter und seinem Gerechtigkeitssi

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Empörung auf der Insel. Und selbst Hauptma

Tatsächlich hatten viele Soldaten, die meisten Dorfpfarrer und so gut wie alle Siedler die Nase gestrichen voll, daß sich wahre Heerscharen unfähiger Beamte ständig in alle nur denkbaren Angelegenheiten einmischten. Da die Casa de Contratación jedoch schon immer alle Briefe aus der Neuen Welt öffnete, las und zensieren durfte, we

Um die Wahrheit zu sagen, aus der Organisation des seligen Kanonikers Rodriguez de Fonseca war ein feines Spi

Drei Wochen nach Verkündigung des ungerechten Erlasses beschloß Don Hernando Pedrárias Gotarredona, Juan Griego ohne Vorwarnung höchstpersönlich mit seinem Besuch zu beehren, um die Steuer einzufordern, die er nach eigenem Gutdünken für die Einwohner festgelegt hatte.

An einem heißen Nachmittag rollte seine prunkvolle vergoldete Kutsche, von zwei stolzen Hengsten gezogen, in Juan Griego ein. Angesichts der vielen bewaffneten Reiter, die Don Hernando bewachten, hätte man glauben kö

Sechs Stunden zuvor waren schon zwei schwer beladene Kutschen nach Juan Griego gekommen. Eine Heerschar von Lakaien hatte ein riesiges Zelt abgeladen und am Strand unter den Palmen aufgebaut: mit Tischen, Stühlen und einem luxuriösen Himmelbett. Sprachlos schauten die Dorfbewohner dieser verschwenderischen Demonstration von Reichtum zu, die einen arabischen Scheich vor Neid hätte erblassen lassen.

Sebastián Heredia Matamoros, der sich an die Hand seines Vaters klammerte, wollte seinen Augen nicht trauen. Endgültig die Fassung verlor er, als er entdeckte, daß sogar ein schlichtes Handwaschbecken aus Silber gefertigt war.

»Wie ka

»Er raubt es sich zusammen«, entgegnete sein Vater bitter, drehte sich um und verschwand am Horizont des Strandes. Ein gemurmeltes »Verdammter Hurensohn« war das letzte, was man von ihm hören ko

Bei Anbruch der Nacht ließ sich Don Pedrárias Gotarredona, ein blonder Ma

Schließlich zog er sich zur Nachtruhe zurück, de

Alle fanden sich zur festgelegten Stunde ein.

Alle außer Don Hernando, der in aller Seelenruhe weiterschlief – oder zumindest so tat –, während die Geladenen am Strand oder im Schatten der Palmen warteten und Hauptma

»Und dafür habe ich mein Leben im Kampf gegen die Piraten riskiert«, grollte er immer wieder vor sich hin. »Verfluchter Hurensohn!«

Nachdem Don Hernando da

Er musterte sie alle mit strengem Blick und blätterte immer wieder im Bericht, den ihm ein Gehilfe reichte. We