Страница 12 из 61
Unmittelbar darauf wurde eine riesige weiße Fahne geschwenkt.
Die Jacare ließ ihre beste Schaluppe zu Wasser, mit der Lucas Castano und acht bis an die Zähne bewaffnete Mä
Ohne Widerstand ließ man sie an Bord kommen. Erst als der Panamese ein Zeichen gab, daß alle Kanonen entladen waren, machte man sich daran, den Feind zu entern.
Als Sebastian schließlich das verwüstete Deck betrat, mußte er zu seiner Verblüffung feststellen, daß ihn ein halbes Dutzend schreckensbleicher Frauen und eine Kinderschar vom Achterkastell aus betrachteten.
»Gütiger Gott!« rief er aus. »Die haben mit Frauen und Kindern an Bord eine Schlacht angefangen. Nicht möglich!«
Die übrige Besatzung der Jacare schien ähnlich fassungslos zu sein. Schließlich wollte der Schotte mit ärgerlicher Stimme wissen:
»Wer ist der Kapitän?«
Drei Mä
»Der Längste.«
Lucas Castano trat heran, musterte den Toten genau, drehte ihn um, bis dessen aufgerissene Augen in den Himmel starrten, da
»Merkwürdige Leiche, bei Gott! Hat die Brust voller Blei, doch sein wertvolles Hemd hat überhaupt nichts abbekommen.« Streng musterte er die Anwesenden und beharrte schließlich drohend auf seiner Frage: »Wer ist der Kapitän?«
Ein beleibter Ma
»Das bin ich… Kapitän Rui Santos Pastrana, Marques de Antigua, im Dienste Ihrer Gnädigen Majestät.«
»Deine Gnädige Majestät ka
»Und noch weniger ka
»Im Kampf gegen Gesetzlose gibt es keine Vorschriften«, gab der Spanier mit augenfälliger Verachtung zurück. »Meine Befehle lauten, jedes Piraten- oder Korsarenschiff zu versenken, das meinen Weg kreuzt.«
»Tja, Pech gehabt, du Tölpel. Daß du ein schmutziger hinterhältiger Latino bist, reicht allein, um dich aufzuknüpfen, aber weil du dabei auch noch das Leben Unschuldiger in Gefahr bringst, hast du es wirklich verdient.« Der Schotte gab drei seiner Mä
»Nein…!« Eine der Frauen, die die Szene verfolgt hatten, stürzte die kleine Treppe hinunter, warf sich Kapitän Jack zu Füßen und heulte wie von Si
»Eure Söhne?« gab der Angesprochene höchst verblüfft zurück. »Soll ich vielleicht glauben, Senora, daß es dieser Idiot gewagt hat, sich mit seiner Frau und seinen Kindern an Bord auf ein Piratenschiff zu stürzen?«
»So ist es, Senor. Die zwei kleinsten sind unsere Söhne. Ich flehe euch an!« Alle blickten auf die zwei kleinen Knaben, die noch keinen Meter groß waren und das Schauspiel mit schreckensweiten Augen verfolgten.
Zum ersten Mal, seit er ihn ka
»Ist er wirklich euer Vater?« wollte er wissen.
Der Junge nickte.
»Und wie heißt er?«
»Papa.«
Der Glatzkopf verharrte einige Zeit, bis er schließlich einen tiefen Seufzer ausstieß.
»Ein guter Name, bei Gott! Der beste, den es gibt.« Er nahm den Kleinen beim Ki
»Keiner rührt das Mädchen an!«
Alle drehten sich perplex um und schauten Miguel Heredia Ximénez an, der mit einer großen und scharfen Machete an der Reling stand. An seiner Entschlossenheit ko
»Potztausend«, rief Kapitän Jack belustigt aus. »Du ka
»Sie muß so alt sein wie meine Tochter«, lautete die unbeirrte Antwort. »Und wer es wagt, sie anzurühren, den kastriere ich! Ihr seid gewarnt!«
Der Schotte musterte ihn, blinzelte spöttisch mit den Augen, dachte einige Sekunden nach und zuckte mit der Schulter.
»Also gut! Da es das erste ist, worum du mich bittest, und weil mir die Idee nicht gefällt, eine Bande von Kastrierten zu befehligen, gewähre ich dir diesen Wunsch unter der Bedingung, daß du in den nächsten fünf Jahren den Mund nicht mehr aufmachst.« Damit schien die Diskussion für ihn beendet zu sein. Er nahm die schluchzende Marquesa de Antigua am Handgelenk und schleifte sie in seine Kajüte auf der Jacare, während er kundgab: »Ach, ist das manchmal schwer, Senora, ein Pirat zu sein! So schwer!«
Die Frau folgte ihm, während sie sich die Tränen abwischte. Kein Opfer, mit dem sie das Leben des törichten Vaters ihrer Kinder retten ko
Lucas Castano drückte Sebastian seine zwei schweren blitzenden Pistolen in die Hand und deutete nach oben.
»Geh mit ihm! Hier gibt es manchen Hurensohn, der es riskiert, sich kastrieren zu lassen, we
Er hatte wirklich eine so schwere Arbeit vor sich, daß er um Hilfe bitten mußte. Es war weder leicht noch angenehm, einem Ma
Mit gezückten Waffen stellte sich Sebastián Heredia Matamoros neben seinen Vater und betrachtete das stumme Schauspiel. So brutal ihre Strafe auch war, keines der Opfer ließ auch nur ein Jammern hören. Auch die Frauen ließen sich wie Lämmer in die Offizierskajüten führen. Dort wartete praktisch die gesamte lüsterne Besatzung der Jacare darauf, an die Reihe zu kommen.
Als sich Lucas Castano am Nachmittag seine Pistolen zurückholte, beschränkte sich Sebastián auf ein Murmeln:
»Es ist nicht gerecht.«
Der Panamese musterte ihn erstaunt.
»Doch, Junge, das ist gerecht! We
Er ließ sich an einem dicken Tau zum Deck der Jacare hinab, und der Junge beließ es dabei, seinen Vater anzusehen.
»Was meinst du dazu?« wollte er wissen.
»Daß er recht hat.«