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»Nein, du ke
»Tatsächlich?« rief Harold, und sein Grinsen eskalierte. We
»Ich bin dir von Maine aus durch das ganze Land gefolgt«, sagte Larry.
»Na so was! Echt?«
»Echt.« Larry nahm den Rucksack von den Schultern. »Hier, ich hab' dir was mitgebracht.« Er holte die Flasche Bordeaux heraus und gab sie Harold.
»Das wäre aber nicht nötig gewesen«, sagte Harold und betrachtete erstaunt die Flasche. »1947?«
»Ein guter Jahrgang«, sagte Larry. »Und das hier.«
Er gab Harold fast ein halbes Dutzend Payday -Riegel in die andere Hand. Einer glitt ihm durch die Finger und fiel ins Gras. Harold bückte sich, um ihn aufzuheben, und dabei sah Larry wieder flüchtig den anderen Gesichtsausdruck.
Harold kam lächelnd wieder hoch. »Woher hast du das gewußt?«
»Ich bin deinen Zeichen gefolgt... und deinen Payday-Packungen.«
»Ich werd' verrückt. Komm ins Haus. Wir müssen ein großes Palaver veranstalten, wie mein Dad so gern gesagt hat. Trinkt der Junge eine Cola?«
»Sicher. Leo, möchtest du...«
Er drehte sich um, aber Leo stand nicht mehr neben ihm. Er war ganz zur Straße zurückgelaufen und betrachtete einige Risse im Pflaster, als wären sie von großem Interesse für ihn.
»He, Leo! Willst du 'ne Cola?«
Leo murmelte etwas, das Larry nicht hören ko
»Sprich lauter!« sagte er gereizt. »Wozu hat Gott dir eine Stimme gegeben? Ich habe gefragt, ob du eine Cola willst.«
Kaum hörbar sagte Leo: »Ich glaube, ich gehe zu Nadine-Mom zurück.«
»Warum das de
»Ich will zurück!« sagte Leo und sah vom Pflaster auf. Die So
»Moment mal«, sagte er zu Harold.
»Klar«, sagte Harold. »Kinder sind manchmal schüchtern. War ich auch.«
Larry ging zu Leo hinüber und kauerte sich nieder, so daß sie Auge in Auge waren. »Was ist los, Junge?«
»Ich will einfach zurück«, sagte Leo, ohne ihn anzusehen. »Ich will zu Nadine-Mom.«
»Aber du...« Er schwieg hilflos.
»Ich will zurück.« Er sah Larry kurz an. Sein Blick flackerte über Larrys Schulter zu Harold, der mitten auf dem Rasen stand. Da
»Magst du Harold nicht?«
»Ich weiß nicht... doch... ich will nur zurück.«
Larry seufzte. »Findest du de
»Klar.«
»Okay. Aber ich wünsche mir, du würdest mit reinkommen und eine Cola trinken. Ich habe mich schon lange darauf gefreut, Harold ke
»Ja-a.«
»Und wir kö
»Ich gehe nicht in das Haus«, zischte Leo, und einen Moment war er wieder Joe mit leer und wild blickenden Augen.
»Okay«, sagte Larry hastig. Er stand auf. »Geh aber gleich nach Hause. Ich werde nachhören. Treib dich nicht auf der Straße rum.«
»Mach' ich.« Und plötzlich stieß Leo heiser flüsternd hervor: »Warum kommst du nicht mit? Gleich jetzt? Wir gehen zusammen. Bitte, Larry. Okay ?«
»Mein Gott, Leo, wa...«
»Vergiß es«, sagte Leo. Und bevor Larry etwas sagen ko
»Das macht nichts«, sagte Harold. »Kinder sind manchmal komisch.«
»Er auf jeden Fall, aber er hat wohl ein Recht dazu. Er hat viel durchgemacht.«
»Jede Wette«, sagte Harold, und einen Augenblick empfand Larry Mißtrauen und spürte, daß Harolds rasche Sympathie für einen Jungen, den er nie gesehen hatte, so falsch war wie Eipulver.
»Na, komm rein«, sagte Harold. »Du bist sozusagen mein erster Besuch. Fra
»Gern«, sagte er.
Das Wohnzimmer war klein, aber gemütlich. »We
Larry lachte herzlich.
»Im Keller sind ein paar gute Gläser, die hol' ich. Ich glaube, ich verzichte auf die Schokoriegel, we
Während dieses Wortschwalls hatte Larry einen letzten zweifelnden Gedanken: Er redet sogar wie ein Politiker - aalglatt und schnell und gewieft.
Harold ging, und Larry setzte sich in den grünen Sessel. Er hörte eine Tür und Harold mit schweren Schritten die Kellertreppe hinuntergehen. Er sah sich um. Nein, keines der großen Wohnzimmer der Welt, aber mit einem Zottelteppich und ein paar neuen Möbeln kö
Er stand auf und nahm den Stein aus dem Kamin. Harold machte sich immer noch im Keller zu schaffen. Larry wollte den Stein gerade wieder einsetzen, als er unten in der Öffnung ein Buch sah, dessen Deckel leicht eingestaubt war, aber nicht so sehr, daß man das goldgeprägte Wort nicht lesen ko
Er schämte sich etwas, als hätte er absichtlich herumgeschnüffelt, und setzte rasch den Stein wieder ein, als Harolds Schritte wieder die Treppe heraufkamen. Diesmal saß er perfekt, und als Harold das Zimmer betrat, in jeder Hand ein Weinglas, saß Larry schon wieder in dem grünen Sessel.
»Ich mußte sie unten im Spülbecken auswaschen«, sagte Harold.
»Sie waren ein wenig staubig.«
»Die sehen gut aus«, sagte Larry. »Hör mal, ich ka
»Wer nicht wagt«, sagte Harold grinsend, »der nicht gewi
Sein Grinsen machte Larry Unbehagen, er mußte an das Hauptbuch denken - gehörte es Harold, oder hatte es dem früheren Besitzer des Hauses gehört? Und we
Sie köpften die Flasche Bordeaux und fanden zu ihrer gemeinsamen Freude heraus, daß der Wein hervorragend war. Nach einer halben Stunde waren sie beide angenehm beschwipst, Harold ein wenig mehr als Larry. Aber Harolds Grinsen war geblieben, sogar noch breiter als vorher.
Der Wein hatte Larry ein wenig die Zunge gelöst, als er sagte:
»Diese Plakate. Die große Versammlung am achtzehnten August. Wieso bist du nicht in diesem Komitee, Harold? Jemand wie du wäre doch die logische Wahl.«
Harolds Lächeln wurde riesig, strahlend. »Nun, ich bin noch ziemlich jung. Wahrscheinlich halten sie mich für zu unerfahren.«
»Ich finde, das ist eine Schande.« Fand er das wirklich? Das Grinsen. Der so plötzlich verschwundene finstere Ausdruck von Mißtrauen. Fand er das wirklich? Er war nicht sicher.
»Nun, wer weiß, was die Zukunft bringt«, sagte Harold und grinste breit. »Jeder Hund hat seinen Tag.«