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»Angst wovor? Angst wovor?«
Er dachte an seinen Versuch, mit ihr zu schlafen - drei Tage nach dem Fiasko von Stovington. Seitdem war sie still geworden - sie war gelegentlich immer noch heiter, aber neuerdings schien sie sich zur Heiterkeit zu zwingen. Joe hatte geschlafen. Larry hatte sich neben sie gesetzt, und sie hatten sich eine Weile unterhalten, nicht über ihre gegenwärtige Situation, sondern über vergangene Dinge. Larry hatte versucht, sie zu küssen. Sie hatte ihn weggestoßen und sich abgewandt, aber vorher hatte er gespürt, was Lucy ihm gerade gesagt hatte. Er hatte es noch einmal versucht, grob und zärtlich zugleich, weil er sie so begehrt hatte. Und einen Augenblick hatte sie sich ihm hingegeben und ihm gezeigt, wie es sein kö
Da
Mach das nie wieder, Larry. Bitte nicht. Sonst muß ich Joe nehmen und gehen.
Warum? Warum, Nadine? Warum muß es de
We
»Ich hatte mal eine Freundin, die sich ein wenig wie sie benommen hat«, sagte Lucy. »In meinem letzten Jahr an der High School. Sie hieß Joline. Joline Majors. Joline war nicht an der High School. Sie war abgegangen, um ihren Freund zu heiraten. Er war bei der Marine. Als sie geheiratet haben, war sie schwanger, aber sie hat das Baby verloren. Ihr Ma
»Ja, das ist schlimm.«
»Nach einer Weile lernte sie einen Typ ke
»Willst du damit sagen, Nadine hat Angst vor mir, wie dieses Mädchen Angst vor ihrem Ma
Lucy sagte: »Vielleicht. Ich will dir eines sagen - wo immer Nadines Ma
Er lachte ein wenig unbehaglich. »Wir sollten wieder schlafen gehen. Morgen wird ein schwerer Tag.«
»Ja«, sagte sie und dachte, daß er kein Wort begriffen hatte. Und plötzlich fing sie an zu weinen.
»He«, sagte er. »He.« Er versuchte, einen Arm um sie zu legen. Sie schlug ihn weg. »Von mir bekommst du, was du willst, das ka
Es war immer noch so viel von dem alten Larry in ihm, daß er sich fragte, ob man ihre Stimme im Lager hören ko
»Lucy, ich habe dich nicht gezwungen«, sagte er grimmig.
»Oh, du bist so dumm!« schrie sie und schlug nach seinem Bein.
»Warum sind Mä
»Nein. Nein, das ist es nicht. Aber Lucy...«
»Aber das glaubst du ja nicht«, sagte sie verächtlich. »Du läufst weiter Miss Rührmichnichtan nach, de
Er saß schweigend da und nickte. Es stimmte, jedes Wort. Er war zu müde, zu geschlagen, um zu widersprechen. Das schien sie zu merken; ihr Gesicht entspa
»We
»Lucy...«
Ihre Stimme schwoll plötzlich an, rauh und mit unerwarteter Schärfe; einen Moment bekam Larry eine Gänsehaut. »Ich glaube nun einmal, daß Liebe sehr wichtig ist; nur Liebe ka
»Ja«, sagte er, und als sie aufstanden, nahm er sie ohne Berechnung in die Arme und küßte sie fest. »Ich liebe dich, so sehr ich ka
»Das weiß ich«, sagte sie und lächelte ihn müde an. »Das weiß ich, Larry.«
Diesmal wehrte sie sich nicht, als er den Arm um sie legte. Sie gingen gemeinsam ins Lager zurück, liebten sich zaghaft und schliefen ein.
Zwanzig Minuten nachdem Larry Underwood und Lucy Swa
Der schrille Ton des Entsetzens erklang in ihren Adern.
Jemand will mich, dachte sie und lauschte ihrem Herzschlag, der sich langsam normalisierte. Ihre Augen, weit aufgerissen und voll Dunkelheit, starrten nach oben, wo die überhängenden Zweige einer Ulme Schatten an den Himmel zeichneten. So ist es. jemand will mich. Es stimmt.
Aber... es ist so kalt.
Ihre Eltern und ihr Bruder waren bei einem Autounfall umgekommen, als sie sechs Jahre alt war; sie war an jenem Tag nicht mitgefahren, Onkel und Tante besuchen, sondern zu Hause geblieben, um mit ihrer Freundin zu spielen. Sie hatten ihren Bruder sowieso lieber gehabt, das wußte sie noch. Der Bruder war nicht so wie siegewesen, kein kleiner Wechselbalg, den sie im Alter von viereinhalb Monaten aus der Krippe eines Waisenhauses gestohlen hatten. Bruders Herkunft war klar. Bruder war - Fanfaren, bitte - ihr Eigenes. Aber Nadine hatte immer und ewig nur Nadine gehört. Sie war das Kind der Erde.
Nach dem Unfall zog sie zu Tante und Onkel, weil sie die einzigen Verwandten waren. In die White Mountains im Osten von New Hampshire. Sie ko