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Aber an diesem Tag sahen sie niemanden, und am 10. begegneten sie Julie Lawry.
Der Tag war wieder knallheiß. Sie waren fast den ganzen Nachmittag mit um die Taillen gebundenen Hemden geradelt, und sie wurden beide so braun wie Indianer. Heute waren sie nicht sehr weit gekommen, wegen der Äpfel. Der grünen Äpfel.
Sie hatten die Äpfel an einem alten Apfelbaum auf dem Hof eines Farmhauses entdeckt, grün und klein und sauer, aber Nick und Tom hatten so lange kein frisches Obst mehr gegessen, daß die Äpfel wie Ambrosia schmeckten. Nick hatte nach dem zweiten aufgehört, aber Tom aß gierig gleich sechs Stück, einen nach dem anderen, bis auf das Kerngehäuse. Er hatte Nicks Ermahnungen, nicht zuviel zu essen, in den Wind geschlagen; we
Und so kam es, daß Tom von etwa elf Uhr morgens bis zum Nachmittag Dü
Als sie gegen vier Uhr nachmittags die Stadt Pratt erreichten, beschloß Nick, daß es für heute genügte. Tom ließ sich dankbar an einer Bushaltestelle auf eine Bank fallen, die im Schatten stand, und döste sofort ein. Nick ließ ihn dort sitzen und ging durch das Geschäftsviertel, um einen Drugstore zu suchen. Er wollte PeptoBismol besorgen und Tom zwingen, das Zeug zu trinken, we
Zwischen dem Theater und dem hiesigen Norge fand er ein RexallGeschäft. Er betrat es durch die offene Tür, blieb einen Augenblick stehen und sog den mittlerweile beka
Vielleicht waren in der Hitze ein paar Flaschen geplatzt. Nick sah sich um, suchte die Magenmedizin und fragte sich, ob Pepto-Bismol in der Hitze verdarb. Aber das würde auf dem Etikett stehen. Sein Blick streifte eine Schaufensterpuppe, und zwei Reihen weiter sah er, was er suchte. Er war schon zwei Schritte in diese Richtung gegangen, als ihm klar wurde, daß er noch nie eine Schaufensterpuppe in einer Drogerie gesehen hatte. Sie stand völlig reglos da, eine Flasche Parfüm in der einen, das kleine Glasstäbchen, mit dem das Zeug aufgetragen wurde, in der anderen Hand. Ihre porzellanblauen Augen waren weit aufgerissen, fassungslos und überrascht. Das braune Haar hatte sie mit einem glänzenden Seidenschal zurückgebunden, der ihr halb über den Rücken hing. Sie trug eine rosa Matrosenbluse und Jeansshorts, die so weit abgeschnitten waren, daß man sie für einen Slip halten ko
Sie und Nick sahen einander über die halbe Länge des verlassenen Drugstores an, standen beide wie erstarrt. Da
»Ma
Er nickte.
»Du bist kein Gespenst?«
Er schüttelte den Kopf.
»Da
Nick legte eine Hand auf den Mund, da
»Was soll das de
Statt dessen führte er seine Pantomime noch einmal vor. Mehr ko
»Du ka
Nick nickte.
Sie lachte ein schrilles Lachen, das fast enttäuscht klang. »Soll das heißen, da kommt endlich jemand, und da
Nick zuckte die Achseln und lächelte schief.
»Na ja«, sagte sie und kam den Gang entlang auf ihn zu, »du siehst nicht schlecht aus. Ist doch schon was.« Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter, und die Rundungen ihrer Brüste streiften fast seinen Arm. Er roch mindestens drei verschiedene Sorten Parfüm, die aber den penetranten Schweißgeruch nicht überdecken ko
»Ich heiße Julie«, sagte sie. »Julie Lawry. Wie heißt du?« Sie kicherte. »Ka
»Ma
»Ich heiße Nick Andros. Ich bin taubstumm. Ich reise mit einem Ma
»Klar«, sagte sie sofort, da
Nick nickte.
»Okay«, sagte sie. »Ich bin froh, daß ich jemanden treffe, egal, ob taubstumm oder geistig zurückgeblieben. Es ist unheimlich hier. Seit der Strom abgeschaltet ist, ka
»Mom und Dad sind vor zwei Wochen gestorben, weißt du. Alle sind gestorben, nur ich nicht. Ich bin so einsam.« Schluchzend warf sie sich Nick in die Arme und rieb sich an ihm - eine obszöne Parodie ihres Kummers.
Als sie ihn endlich losließ, waren ihre Augen trocken und glänzend.
»He, machen wir's«, sagte sie, »irgendwie finde ich dich süß.«
Nick sah sie verblüfft an. Nicht zu glauben, dachte er. Aber es war durchaus ernst gemeint. Sie zog an seinem Gürtel.
»Komm schon. Ich nehm' die Pille. Ka
Er streckte die Hände aus, vielleicht nach ihren Schultern, aber statt dessen berührte er ihre Brüste. Das war das Ende jeden Widerstands; die letzten Dämme brachen. Er war keiner zusammenhängenden Gedanken mehr fähig. Er ließ sie auf den Fußboden sinken und nahm sie.
Danach ging er zur Tür und machte den Gürtel zu, während er nach draußen blickte, nach Tom sah. Dieser lag immer noch auf der Parkbank und war für die Welt verloren. Julie kam zu ihm; sie machte sich an einer frischen Parfümflasche zu schaffen.