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Ab und zu fahren wir an Manyattas und Kindern mit Ziegen- oder Kuhherden vorbei. Ich bin aufgeregt. Wa

Leise bete ich vor mich hin. Mein Retter hingegen ist sehr ruhig. Endlich überqueren wir ein breites Flußbett, und nach zwei oder drei Kurven erspähe ich einige einfache Blockhütten und weiter oben, auf einer Anhöhe, ein riesiges Gebäude, das sich von der Landschaft wie eine Oase abhebt, grün und schön. „Wo sind wir?“ frage ich meinen Begleiter. „Hier ist Barsaloi-Town und dort oben die neu gebaute Mission.

Zuerst gehen wir aber zu den Manyattas und schauen, ob Lketinga zu Hause bei seiner Mutter ist“, erklärt er mir. Wir fahren nahe an der Mission vorbei, und ich staune über das viele Grün, de

Nach dreihundert Metern biegen wir ab und holpern über die Steppe. Zwei Minuten später hält das Fahrzeug. Tom steigt aus und fordert mich auf, ihm langsam nachzukommen. Den Chauffeur bittet er zu warten. Unter einem großen, flachen Baum sitzen mehrere Erwachsene und Kinder. Mein Begleiter geht auf die Leute zu, während ich in angemessenem Abstand warte. Alle blicken herüber. Nach längerem Schwatz mit einer alten Frau kommt er zurück und sagt: „Cori

Wir gehen durch hohes, stacheliges Gebüsch und gelangen zu drei sehr einfachen Manyattas, die in etwa fünf Metern Abstand voneinander stehen. Vor der mittleren stecken zwei lange Speere im Boden. Tom deutet darauf und sagt: „Here he is inside.“

Ich wage mich nicht zu bewegen, und so bückt er sich und geht hinein. Da ich dicht hinter ihm bin, verdeckt mich sein Rücken. Nun höre ich Tom sprechen und kurz darauf Lketingas Stimme. Jetzt halte ich es nicht mehr aus und quetsche mich vorbei. Wie überrascht und freudig, ja ungläubig Lketinga mich in diesem Moment ansieht, werde ich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen. Er liegt auf einem Kuhfell in dem kleinen Raum hinter der Feuerstel e im rauchigen Halbdunkel und lacht plötzlich los. Tom macht Platz, so gut es geht, und ich krieche in seine ausgestreckten Arme. Wir halten uns lange fest. „I know always, if you love me, you come to my home.“

Dieses Wiedersehen, ja Wiederfinden ist schöner als alles bisher Dagewesene. In dieser Minute weiß ich, hier werde ich bleiben, auch we

Ich bin überglücklich.

Mein Begleiter schaut mich skeptisch an und fragt, ob er wirklich allein mit dem Landrover nach Maralal zurückfahren sol. Es sei schwer für mich hier. Es gäbe fast nichts zu essen, und schlafen müsse ich am Boden. Zu Fuß nach Maralal käme ich auch nicht. Mir ist das alles egal, und ich sage zu ihm: „Wo Lketinga lebt, da ka

Für einen kurzen Moment wird es dunkel in der Hütte, Lketingas Mutter schiebt sich durch das kleine Loch am Eingang. Sie setzt sich gegenüber der Feuerstelle nieder und schaut mich lange schweigend und düster an. Ich bin mir bewußt, daß dies entscheidende Minuten sind, und sage nichts. Wir sitzen da, halten unsere Hände, und unsere Gesichter glühen. Würden wir Licht damit erzeugen, wäre die Hütte hell erleuchtet.

Lketinga spricht nun ein paar Worte mit ihr, und ab und zu verstehe ich nur

„Mzungu“ oder „Mombasa“. Seine Mutter sieht mich unentwegt an. Sie ist ganz schwarz. Der rasierte Kopf ist schön geformt. Am Hals und an den Ohren trägt sie farbige Perlenringe. Sie ist eher füllig, und an ihrem nackten Oberkörper hängen zwei lange, riesige Brüste. Die Beine sind bedeckt mit einem schmutzigen Rock.

Plötzlich streckt sie mir ihre Hand entgegen und sagt „Jambo“. Da

Gegen Abend höre ich Glockengebimmel. Wir gehen nach draußen, und ich erblicke eine große Herde von Ziegen. Die meisten ziehen vorbei, andere werden in unser Dornengehege getrieben. Etwa dreißig Tiere kommen in die Mitte des Krals, der nochmals mit Dornengestrüpp verbarrikadiert ist. Da

Eine Stunde später ist es dunkel. Wir sitzen zu viert in der kleinen Manyatta, die Mama vorne neben dem Eingang und neben ihr das verschreckte Mädchen Saguna, die etwa drei Jahre alt ist. Saguna ist die kleine Schwester des Jungen. Sie drückt sich ängstlich an ihre Großmutter, die jetzt ihre Mutter ist. We

Wir beide bleiben auf dem Kuhfell sitzen. Die Mama stochert zwischen den drei Feuersteinen in der Asche und holt versteckte Glut zum Vorschein. Da

Draußen vor dem Hüttchen ist es stockfinster. Nur Millionen Sterne erscheinen so nah, als kö

Überall sieht man das Flackern der Feuer in den Manyattas. Auch in unserer bre

Geschmeidig geht er voraus, kippt einen Dornenbusch zur Seite, und ein Durchgang bildet sich. Der Dornenzaun ist die einzige Sicherheit gegen wilde Tiere.

Wir entfernen uns etwa dreihundert Meter vom Kral, und er zeigt mit seinem Rungu auf einen Busch, der in Zukunft mein WC sein wird. Pippi ka

Während es in der Hütte durch das Feuer recht warm wird, ist es draußen kühl.

Das kleine Mädchen schläft bereits nackt neben der Großmutter, und wir drei versuchen, einander zu unterhalten. Zwischen acht und neun Uhr gehen die Menschen hier schlafen. Auch wir nisten uns ein, da das Feuer nachläßt und wir uns kaum noch sehen. Lketinga und ich kuscheln uns eng aneinander. Obwohl wir beide mehr wol en, geschieht natürlich nichts in Gegenwart der Mutter und in dieser endlosen Stille.

Die erste Nacht schlafe ich schlecht, da ich den harten Boden nicht gewöhnt bin.

Ich drehe mich von einer Seite auf die andere und lausche den verschiedenen Geräuschen nach. Ab und zu bimmelt das Glöckchen einer Ziege, und für mich klingt es fast wie eine Kirchenglocke in dieser lautlosen Nacht. In der Ferne heult irgendein Tier. Später raschelt es im Dornengestrüpp. Ja, ich höre es deutlich, da sucht jemand den Eingang zum Kral. Mein Herz schlägt bis zum Hals, während ich angestrengt horche. Es kommt jemand. Liegend spähe ich durch den kleinen Eingang und sehe zwei schwarze Balken, nein Beine, und zwei Speerenden. Gleich darauf tönt eine Mä