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Wir gehen direkt ins Vil age. Priscilla ist überrascht, als wir zwei ankommen. Sie begrüßt uns freudig und macht sofort Chai. Esther ist nicht mehr hier. Meine Sachen hängen schön geordnet über einer Schnur hinter der Tür. Priscilla und Lketinga unterhalten sich zuerst freundlich, doch schon bald wird die Diskussion heftiger. Ich versuche herauszukriegen, was los ist. Priscilla meint, er mache ihr Vorwürfe. Sie hätte sicher gewußt, daß ich geschrieben habe. Schließlich beruhigt sich Lketinga und legt sich endlich auf unserem großen Bett schlafen.

Priscilla und ich bleiben draußen und suchen nach einer Lösung des Schlafproblems, de

Wir verbringen zwei schöne Wochen. Tagsüber lehre ich Lketinga lesen und schreiben. Er ist begeistert, lernt mit wirklicher Freude. Die englischen Bücher mit den Bildchen helfen uns dabei sehr, und er ist stolz über jeden Buchstaben, den er mehr erke

Einmal findet einen ganzen Tag lang ein Schmuck-, Schilder- und Speerverkauf im Robinson-Club statt. Zu diesem Zweck kommen viele von der Nordküste, auch Massai-Frauen. Lketinga ist nach Mombasa gefahren und hat diverse Sachen von Händlern gekauft, damit wir mehr zum Ausstellen haben. Das Geschäft läuft phantastisch. Alle Weißen belagern unseren Stand und bedrängen mich mit Fragen.

Als wir fast al es verkauft haben, helfe ich auch den anderen, ihre Sachen loszuwerden. Lketinga paßt das nicht, de

Wir werden immer wieder eingeladen, mit dem einen oder anderen Touristen an der Bar etwas zu trinken. Ein-, zweimal setze ich mich dazu, da

Schließlich macht der Verkauf mehr Spaß. Lketinga hockt mit zwei Deutschen an der Bar. Ich schaue ab und zu hinüber, sehe aber nur ihre Rücken. Nach längerer Zeit gesel e ich mich kurz zu ihnen und erschrecke, als ich bemerke, daß Lketinga Bier trinkt. Als Krieger darf er doch keinen Alkohol trinken. Auch we

Doch er lacht nur: „Diese Freunde haben mich eingeladen.“ Ich sage den Deutschen, sie sollten sofort aufhören, ihm Bier zu spendieren, da er keinen Alkohol gewöhnt sei. Sie entschuldigen sich und versuchen mich zu beschwichtigen, er hätte erst drei Bier getrunken. We

Der Verkauf geht langsam zu Ende, und wir packen die restlichen Sachen zusammen. Draußen vor dem Hotel wird Geld zwischen den Massai verteilt. Ich habe Hunger, bin erschöpft von der Hitze und vom ständigen Stehen und möchte endlich nach Hause. Lketinga, leicht angetrunken, aber immer noch fröhlich, beschließt, mit ein paar anderen nach Ukunda zum Essen zu gehen. Schließlich war es ein Riesenerfolg, und alle haben Geld. Ich passe und gehe enttäuscht al ein ins Village.

Das ist ein großer Fehler, wie ich später feststellen muß. In fünf Tagen läuft mein Visum ab. Das fällt mir auf dem Heimweg plötzlich wieder ein, und Lketinga und ich haben beschlossen, zusammen nach Nairobi zu fahren. Mir graut vor der langen Fahrt, noch mehr aber vor den kenianischen Behörden! Es wird schon gut werden, beruhige ich mich und schließe unser Häuschen auf. Ich koche mir etwas Reis mit Tomaten, mehr gibt die Küche nicht her. Es ist still im Vil age.

Vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, daß seit meiner Rückkehr mit Lketinga unser Haus fast nie mehr Besuch hat. Jetzt vermisse ich es ein wenig, de

Es ist bereits zweiundzwanzig Uhr, und Lketinga ist noch nicht zurück. Langsam werde ich unruhig, doch die zirpenden Grillen dämpfen meine Nerven. Kurz vor Mitternacht springt die Türe krachend auf, und Lketinga steht im Türrahmen. Er starrt zuerst mich an und erfaßt mit einem Blick den Raum. Seine Gesichtszüge sind kantig, von Fröhlichkeit ist nichts mehr zu erke

Schockiert über seine harten Worte verstehe ich die Welt nicht mehr. Jetzt habe ich ihn endlich gefunden, wir hatten zwei schöne Wochen miteinander, und nun dies.

Der Bierkonsum und dieses Miraa müssen ihn völlig verstört haben. Um nicht loszuheulen, reiße ich mich zusammen und frage statt dessen, ob er nicht einen Chai wolle. Endlich kommt er von der Tür weg und setzt sich auf das Bett. Mit zitternden Händen mache ich Feuer und versuche, möglichst gelassen zu sein. Er fragt, wo Priscil a sei. Das weiß ich auch nicht, bei ihr im Haus ist alles finster. Lketinga lacht böse und sagt: „Viel eicht ist sie in der Bush-Baby-Disco, um sich einen Weißen zu angeln!“ Fast muß ich lachen, de

Wir trinken Chai, und ich frage vorsichtig, ob es ihm gut gehe. Er behauptet, außer daß sein Herz stark klopfe und das Blut rausche, sei al es okay. Ich versuche, diese Worte zu interpretieren und komme doch nicht weiter. Er geht ständig ums Haus oder läuft im Village herum. Da

Nach zwei Stunden hat er endlich alles aufgegessen, und ich hoffe, daß er schlafen kommt und morgen der ganze Spuk vorbei ist. Er legt sich wirklich ins Bett, doch er findet keine Ruhe. Ich wage nicht, ihn zu berühren, statt dessen quetsche ich mich an die Wand und bin froh, daß das Bett so groß ist. Nach kurzer Zeit springt er auf und sagt, er kö

Er gehe zu den anderen Massai schlafen, und mit dieser Bemerkung ist er weg.

Ich bin niedergeschlagen und wütend zugleich. Was haben die nur mit ihm gemacht in Ukunda, frage ich mich. Die Nacht will nicht enden. Lketinga kommt nicht mehr. Ich weiß nicht, wo er schläft.

Krank im Kopf

Beim ersten So