Страница 7 из 19
»Na, we
Der Junge war groß und blass. Er hatte stachelige schwarze Haare und einen höhnischen Ausdruck. Hinter ihm stand ein kleiner, stämmiger Junge mit rotem Haar und einem Mopsgesicht. Er schielte ein bisschen und sah gemein aus.
»Oh … hallo, Adrian«, sagte Olivia nervös, korkte die grüne Flasche wieder zu und hängte sie sich schnell um den Hals. »Was machst du de
In der Hoffnung, Max würde die Gelegenheit nutzen und unter ihr Kleid hüpfen, schob sie sich vor ihn. Aber die Bewegung ließ Adrian Hogsbottom aufmerksam werden. Er stürzte sich auf den Fußboden.
»Aha!«, sagte er, als er wieder auftauchte, den orangefarbenen Frosch fest im Griff. »Was für eine herrliche Kreatur. Dein Haustier, Olivia?«
»Äh, ja«, sagte Olivia. »Gib ihn mir wieder, bitte! Ich muss – äh – aufs Zimmer zurück! Meiner Mutter helfen.«
»Oh, sicher, natürlich«, quäkte Adrian gelangweilt. »Aber weißt du, erst habe ich ein paar Fragen an dich. Und wie es aussieht, gebe ich dir den Frosch nur zurück, we
Der kleinere Junge nickte und kam näher. Olivia war plötzlich umzingelt. Adolphus, der nicht recht wusste, wie er die Situation einordnen sollte, und erst mal zwischen den Füßen der beiden Jungen herumgeschnüffelt hatte, beschloss nun, dass sie nett waren, und ging fröhlich mit dem Schwanz wedelnd ein paar Kellerasseln suchen.
»Okay«, sagte Olivia und versuchte, nicht allzu besorgt zu klingen. »Was willst du wissen?«
»Ich will wissen, wo dein verflixter Bruder steckt und was für einen Zauber er ausbrütet. Ich will alles über diesen Zauber wissen, weil ich nämlich dafür sorgen werde, dass er morgen nicht gewi
Trotz Adrians Zangengriff strampelte Max wütend mit den Hinterbeinen. Kein Wunder, dass sein Eimerzauber im letzten Jahr nicht funktioniert hatte! Adrian hatte einen Gegenzauber verwendet. Dieser miese, dreckige, schummelnde Schleimbeutel!
»Das sage ich nicht!«, rief Olivia zornig. »Du gemeiner Betrüger! Warum sollte ich meinen eigenen Bruder verraten?«
»Weil«, sagte Adrian genüsslich, »ich sonst gezwungen bin, deinen Frosch in den Burggraben zu werfen. Da drin lebt ein zwei Meter langer Hecht, habe ich gehört.«
Er ging zum Fenster und streckte seinen Arm hinaus. Tief unten lag der Burggraben. Olivia sah, dass Max wie irre seinen Froschkopf schüttelte. Aber hieß das: Sag ihm nichts! Lieber sterbe ich!Oder hieß das: Nein, ich will nicht in den Burggraben. Sag ihm alles! Ich habe keinen Stolz!
Olivia seufzte.
»Okay, du hast gewo
Der Frosch quakte laut und strampelte wild mit den Beinen.
»… mir ein lila Gesicht zaubern«, beendete Olivia den Satz. Max seufzte vor Erleichterung. Leider währte die nicht lange.
»Lila?«, spottete Adrian. »Was für ein Schwachkopf! Das ist der einfachste Zauber im ganzen Buch. Ehrgeiz hat er wohl gar keinen, was? Na, danke jedenfalls«, fügte er wie nebenbei hinzu und ließ den Frosch los, der wie ein Stein fünfzehn Meter tief aufs graue Wasser zustürzte.
»Du verlogener Schleimbeutel!«, kreischte Olivia und wollte sich schon auf Adrian werfen, aber Jakob hatte sie schneller gegen die Wand gedrückt, als man »abgesoffener Frosch« hätte sagen kö
»Oh, er ist mir aus der Hand gerutscht. Aber warum Theater machen um einen alten Frosch? Im Ententeich der Burg gibt es noch jede Menge.«
Im Vorbeigehen bespritzte Adrian sie mit ein paar Tropfen aus einem Flakon, der an seinem Gürtel hing. Plötzlich ko
»Los, Jakob«, hörte sie Adrian noch sagen, bevor die Tür zuschlug. »Jetzt üben wir noch ein bisschen Schwertkampf, und da
Ein mächtiger Zauberer
Der Burgraben war unheimlich tief und dunkel. Max tauchte kopfüber ein. Oben und unten ko
Er sank jetzt nicht mehr tiefer, sondern trieb langsam wieder Richtung Oberfläche. Er hatte nicht nur den Sturz überlebt, stellte er fest, es war sogar ganz nett hier unten.
Weit sehen ko
Max schwamm zu ihr hinüber und überlegte. Die Mauer ragte steil auf und war sehr glatt. Er suchte nach einem Halt für seine Füße, aber die rutschten bloß ab. Er schwamm weiter, bis er schließlich einen Mauerspalt entdeckte, der ziemlich tief und vielversprechend aussah. Er steckte ein Vorderbein in den Spalt und hoffte, genug Halt zu finden, um sich hochziehen zu kö
Aua!
Etwas in dem Spalt hatte ihn gebissen! Max schielte hinein und entdeckte etwas, das gefährlich nach einem erbosten, Scheren schwingenden Flusskrebs aussah. Eilig schwamm Max weiter. Die Lage wurde langsam ernst. Er kö
Plötzlich hörte Max ein sonderbares Rauschen und ein Schwarm kleiner Fische schoss an ihm vorbei. So schnell, als schwämmen die Fische um ihr Leben. Da
Max tauchte ab – in der verzweifelten Hoffnung, dass der Hecht zu sehr auf den Fischschwarm fixiert wäre, um einen einsamen kleinen Frosch zu bemerken. Unglücklicherweise erregte eben diese Bewegung die Aufmerksamkeit des Hechts. Der Räuber warf sich herum, nahm Witterung auf und jagte Max nach.
Olivia kochte vor Wut, aber gewissermaßen waren ihr die Hände gebunden. Sie ko
»Grimm!«, fluchte sie. »Wo steckst du, du nutzloser Feigling? Warum hast du dich nicht in ihren Knöcheln verbissen oder so?! Adolphus! Nie zuvor hat ein derart schwachköpfiger Drache auf Erden gelebt! Los, versenge ihnen die Augenbrauen!«
Adolphus kehrte hoppelnd von der Asseljagd zurück.
»Oh, tut mir leid«, sagte er. »Hast du mich gebraucht?«
Grimm tauchte gähnend hinter dem Wandteppich auf.
»Hat mich wer gerufen?«
»Ja!«, sagte Olivia frustriert. »Adrian Hogsbottom hat Max in den Burggraben geworfen und ich ka