Страница 52 из 120
»Keine Sorge, sie lebt noch.« Salid richtete sich wieder auf und versuchte beruhigend zu lächeln, erreichte damit aber auch jetzt wieder das genaue Gegenteil. Vermutlich spielte es keine Rolle. Mit großer Wahrscheinlichkeit ko
»Hören Sie zu«, sagte er, hastig und laut, aber in einem Ton, von dem er zumindest hoffte, daß er nicht drohend klang. »Ich ka
Joha
»Wo?«
»Hinter … hinter der Tür«, stammelte Joha
»Gut.« Salid wandte sich zurTür, blieb noch einmal stehen und sah zu Joha
Salid wußte, daß jede Sekunde zählte. Er hatte keine Angst. Er war nicht einmal nervös. Aber er war oft genug in Situationen wie dieser gewesen, um zu wissen, daß er sich jetzt alles leisten ko
Natürlich war niemand dagewesen, weder im Umkleideraum noch in der Dusche und schon gar nicht hier dri
Weichsler brauchte nicht einmal besonders lange, um die Panik zu überwinden und die einzig mögliche Erklärung für das zu finden, was er erlebt hatte: nämlich daß er es geträumt hatte.
Als es geschah, hätte er seine rechte Hand darauf verwettet, den Ma
Tief in sich spürte Weichsler, daß diese Erklärung nicht stimmte, aber er hütete sich, diesen Gedanken weiterzuverfolgen. Etwas in ihm schreckte vor dieser Wahrheit zurück wie eine Hand vor einer heißen Herdplatte.
Außerdem hatte er im Moment Wichtigeres zu tun, als über seltsame Gestalten nachzudenken, die sich in Luft auflösten. Nach dreiTagen, in denen jede Minute zu seinem persönlichen Feind geworden war, hatte er nun keine Zeit mehr. Seine Ablösung kam in zehn Minuten, und bis dahin mußte er wenigstens das größte Chaos hier beseitigen.
Weichsler hatte den Plan aufgegeben, die Liege reparieren zu wollen; dazu hatte er weder die Zeit noch das notwendige Werkzeug. Er würde sich damit begnügen müssen, die tote Frau wieder auf das Feldbett zu legen und die Liege so auszubalancieren, daß sie erst zusammenbrach, we
Es kostete ihn all seine Überwindung, den dü
Weichsler versuchte den Gedanken zu verscheuchen. Seine Nerven schleiften am Fußboden, das war alles. Er bettete den Sack vorsichtig auf den natogrünen Bezug und widerstand nur mit Mühe der Versuchung, sich hastig aufzurichten und die Hände an der Hose abzuwischen. Statt dessen ließ er seine schreckliche Last nur sehr behutsam los; und jederzeit bereit, wieder zuzugreifen, sollte die Liege wieder aus dem Gleichgewicht geraten.
Sie hielt. Für einen Moment neigte sich das nunmehr dreibeinige Gestell zur Seite, kippte aber da
Der Leichensack bewegte sich.
Es gab keinen Zweifel. Es sah nicht etwa nur so aus, als bewege er sich. Es war auch nicht etwa so, als hätte sich das Wanken der Liege nur auf den Sack übertragen. Es war ganz einfach so: Der Sack – nein, nicht der Sack: etwas in ihm bewegte sich.
Etwas, das darin war und hinaus wollte.
Es war genau dieser Gedanke, der etwas in Weichslers Kopf ausrasten ließ. Es war, als würden irgendwo in seinem Gehirn Kontakte gelöst, Verbindungen unterbrochen und organische Schaltkreise deaktiviert. Alles war da, was man erwarten ko
Die glänzende schwarze Plastikfolie bewegte sich weiter, beulte sich aus, schlug Falten und glättete sich wieder. Etwas darunter bewegte sich. Hände, die hinaus wollten. Fingernägel, die mit einem stumpfen Gummigeräusch über Plastik scharrten. Und irgend etwas kroch in Weichsler empor; vielleicht die Furcht, die einen anderen Weg gefunden hatte als über seine Nervenbahnen und nun in seiner Kehle hina ufkroch wie ein dicker, haariger Ball auf Spi
Das Zittern der Liege hielt an. Sie beugte sich zur Seite, zitterte einen Moment noch heftiger und richtete sich da
Das Geräusch brach den Ba
Er tat es nicht.
Vielleicht war das Entsetzen zu groß, war das, was er sah, zu bizarr, um wirklich zu sein. Er hätte davonlaufen und vielleicht sein Leben retten kö