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Harry hatte noch nie in seinem Leben ein solches Weihnachtsmahl verspeist. Hundert fette gebratene Truthähne, Berge von Brat- und Pellkartoffeln, Platten voll niedlicher Cocktailwürstchen, Schüsseln voll Buttererbsen, Silberterrinen voll dicken, sahnigen Bratensafts und Preiselbeersauce – und, über den Tisch verteilt, stapelweise Zauber-Knallbonbons. Diese phantastischen Knallbonbons waren nichts gegen die schwächlichen der Muggel, wie sie die Dursleys kauften, mit dem kleinen Plastikspielkram und den knittrigen Papierhütchen. Harry zog mit Fred an einem Zauber-Knallbonbon, und es knallte nicht nur, sondern ging los wie eine Kanone und hüllte sie in eine Wolke blauen Rauchs, während aus dem I
Dem Truthahn folgte farbenprächtiger Plumpudding. Percy brach sich fast die Zähne an einem Silbersickel aus, der in seiner Portion versteckt war. Harry beobachtete, wie Hagrid nach mehr Wein verlangte und sein Gesicht immer röter wurde, bis er schließlich Professor McGonagall auf die Wange küßte, die, wie Harry verdutzt feststellte, unter ihrem leicht verrutschten Spitzhut errötete und anfing zu kichern.
Als Harry schließlich vom Tisch aufstand, war er beladen mit einer Unmenge Sachen aus den Knallbonbons, darunter ein Dutzend Leuchtballons, die nie platzten, ein »Züchte eine eigenen Warzen«-Biokasten und ein neues Zauberschachspiel. Die weißen Mäuse waren verschwunden und Harry hatte das unangenehme Gefühl, daß sie als Mrs. Norris' Weihnachtsschmaus enden würden.
Harry und die Weasleys verbrachten einen glücklichen Nachmittag mit einer wilden Schneeballschlacht draußen auf dem Schulgelände. Mit glühenden Wangen, verschwitzt und schwer atmend, kehrten sie ans Kaminfeuer in ihrem Gemeinschaftsraum zurück, wo Harry sein neues Schachspiel mit einer haarsträubenden Niederlage gegen Ron einweihte. Er hätte vielleicht nicht so kläglich verloren, vermutete er, we
Nach dem Tee – es gab Brote mit kaltem Braten, Pfa
Es war Harrys schönstes Weihnachten gewesen. Doch den ganzen Tag über war ihm etwas im Hinterkopf herumgeschwirrt. Erst als er im Bett lag, hatte er die Ruhe, darüber nachzudenken: Es war der Umhang, der unsichtbar machte, und die Frage, wer ihn wohl geschickt hatte.
Ron, voll gestopft mit Braten und Kuchen und mit nichts weiter Geheimnisvollem beschäftigt, schlief ein, sobald er die Vorhänge seines Himmelbetts zugezogen hatte. Harry drehte sich auf die Seite und zog den Umhang unter dem Bett hervor.
Das war von seinem Vater… der Umhang seines Vaters. Er ließ den Stoff durch die Hände gleiten, fließender als Seide, leichter als Luft. Gebrauche ihn klug, hatte es auf dem Zettel geheißen.
Er mußte es versuchen – jetzt. Er schlüpfte aus dem Bett und hüllte sich in den Umhang. Wo eben noch seine Füße waren, sah er jetzt nur noch das Mondlicht und Schatten. Ihm war merkwürdig zumute.
Gebrauche ihn klug.
Plötzlich war Harry hellwach. In diesem Umhang stand ihm ganz Hogwarts offen. Begeisterung durchströmte ihn. Er ko
Ron grunzte im Schlaf Sollte Harry ihn wecken? Etwas hielt ihn zurück – der Umhang seines Vaters -, er spürte, daß er diesmal, dieses erste Mal, allein mit ihm sein wollte.
Er stahl sich aus dem Schlafsaal, die Treppe hinunter, durch den Aufenthaltsraum und kletterte durch das Loch hinter dem Porträt.
»Wer da?«, quakte die fette Dame. Harry sagte nichts. Rasch ging er den Korridor entlang.
Wo sollte er hin? Mit rasend pochendem Herzen hielt er i
ging er weiter.
In der Bibliothek herrschte rabenschwarze Nacht. Harry war gruslig zumute. Er zündete eine Laterne an, um sich den Weg durch die Buchregale zu leuchten. Die Laterne schien in der Luft zu schweben, und obwohl Harry spürte, daß er sie in der Hand trug, ließ ihm der Anblick Schauer über den Rücken laufen.
Die verbotene Abteilung lag ganz hinten in der Bibliothek. Er stieg umsichtig über die Kordel, die diesen Bereich von den andern tre
Sie sagten ihm nicht viel. Die abblätternden und verblassenden Goldlettern bildeten Wörter in Sprachen, die Harry nicht verstand. Manche Bücher hatten gar keinen Titel. Auf einem Buch war ein dunkler Fleck, der Blut schrecklich ähnlich sah. Harry sträubten sich die Nackenhaare. Vielleicht bildete er es sich nur ein, vielleicht auch nicht, aber er glaubte, von den Büchern her ein leises Flüstern zu vernehmen, als ob sie wüßten, daß jemand hier war, der nicht hier sein durfte.
Irgendwo mußte er anfangen. Er stellte die Laterne vorsichtig auf den Boden und suchte entlang der untersten Regalreihe nach einem viel versprechend aussehenden Buch. Ein großer schwarz-silberner Band fiel ihm ins Auge. Er zog das Buch mühsam heraus, de
Ein durchdringender Schrei, der ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ, durchbrach die Stille – das Buch schrie! Harry schlug es zu, doch es schrie immer weiter, ununterbrochen, in einem hohen und trommelfellzerreißenden Ton. Er stolperte rückwärts und stieß seine Laterne uni, die sofort ausging. In panischer Angst hörte er Schritte den Gang draußen entlangkommen – er stopfte das schreiende Buch wieder ins Regal und ra
Vor einer großen Rüstung erstarrte er. Er war so überstürzt aus der Bibliothek geflohen, daß er nicht darauf geachtet hatte, wo er hinlief Um ihn her war es vollkommen dunkel, und vielleicht wußte er deshalb nicht, wo er sich befand. Eine Rüstung stand in der Nähe der Küchen, das wußte er, doch er mußte fünf Stockwerke darüber sein.
»Sie haben mich gebeten, sofort zu ihnen zu kommen, Herr Professor, we
Harry spürte, wie ihm das Blut aus dem Gesicht strömte. Wo immer er auch war, Filch mußte eine Abkürzung ke
»Die verbotene Abteilung? Nun, da
Als Filch und Snape vor ihm um die Ecke bogen, gefror Harry zu einem Eiszapfen. Natürlich ko
So leise er nur ko