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Harry wartete draußen vor der Tür, um zu hören, ob die andern beiden etwas herausgefunden hatten, doch viel Hoffnung machte er sich nicht. Immerhin suchten sie schon seit zwei Wochen, doch da sie zwischen den Unterrichtsstunden nur gelegentlich einmal Zeit hatten, war c s kein Wunder, daß sie noch nichts gefunden hatten. Was sie wirklich brauchten, war viel Zeit zum Suchen, ohne daß ihnen Madam Pince ständig über die Schultern sah.

Fünf Minuten später kamen Ron und Hermine heraus und schüttelten die Köpfe. Sie gingen zum Abendessen.

»Ihr sucht doch weiter, während ich weg bin, oder?«, sagte Hermine. »Und schickt mir eine Eule, we

»Und du kö

Ȇberhaupt nichts, de

Als die Ferien einmal bego

Ron brachte Harry auch Zauberschach bei. Das ging genauso wie Muggelschach, außer daß die Figuren lebten, und so war es fast das Gleiche wie Truppen in eine Schlacht zu führen. Wie alles andere, das Ron besaß, hatte es einst – jemandem aus seiner Familie gehört – in diesem Fall seinem Großvater. Allerdings waren die alten Schachmenschen überhaupt kein Nachteil. Ron ka

Harry spielte mit Schachmenschen, die ihm Seamus Fi

Heiligabend ging Harry voller Vorfreude auf das Essen und den Spaß am Weihnachtstag zu Bett; Geschenke erwartete er überhaupt keine. Als er früh am nächsten Morgen erwachte, sah er als Erstes einen Stapel Päckchen am Fußende seines Bettes.

»Fröhliche Weihnachten«, sagte Ron schläfrig, als Harry aus dem Bett stieg und seinen Morgenmantel anzog.

»Dir auch«, sagte Harry. »Schau dir das mal an! Ich hab Geschenke bekommen!«

»Was hast du erwartet, Runkelrüben?«, sagte Ron und machte sich an seinen eigenen Stapel, der um einiges größer war als der Harrys.

Harry nahm das oberste Päckchen in die Hand. Es war mit dickem braunem Papier umwickelt und quer darüber war Für Harry von Hagrid gekrakelt. Dri

Ein zweites, winziges Päckchen enthielt einen Zettel.

Wir haben deine Nachricht erhalten und fügen dein Weihnachtsgeschenk bei. Von Onkel Vernon und Tante Petunia. Mit Klebeband war ein Fünfzig-Pence-Stück auf den Zettel geklebt.

»Das ist nett«, sagte Harry.

Ron war von den fünfzig Pence fasziniert.

»Komisch!«, sagte er. »Diese Form! Ist das Geld?«

»Du ka

»Ich glaub, ich weiß, von wem das ist«, sagte Ron, deutete auf ein recht klumpiges Paket und lief ein wenig rosa an. »Von meiner Mum. Ich hab ihr gesagt, daß du keine Geschenke erwartest und – o nein«, stöhnte er,»sie hat dir einen Weasley-Pulli gestrickt!«

Harry hatte das Paket aufgerissen und einen dicken, handgestrickten Pullover in Smaragdgrün gefunden und eine große Schachtel selbst gebackener Plätzchen.

»Sie strickt uns jedes Jahr einen Pulli«, sagte Ron, während er seinen eigenen auspackte,»und meiner ist immer kastanienbraun.«

»Das ist wirklich nett von ihr«, sagte Harry und probierte von den Plätzchen, die köstlich schmeckten.

Auch sein nächstes Päckchen enthielt Süßigkeiten – es war eine große Schachtel Schokofrösche von Hermine.

Ein Päckchen war jetzt noch übrig. Harry hob es auf und betastete es. Es war sehr leicht. Er wickelte es aus.

Etwas Fließendes und Silbergraues glitt auf den Boden, wo es in schimmernden Falten dalag. Ron machte große Augen.

»Ich hab davon gehört«, sagte er mit gedämpfter Stimme und ließ die Schachtel mit Bohnen jeder Geschmacksrichtung fallen, die er von Hermine bekommen hatte. »We

»Was ist es?«

Harry hob das silbern leuchtende Stück Stoff vom Boden hoch. Es fühlte sich seltsam an, wie Wasser, das in Seide eingewebt war.

»Es ist ein Umhang, der unsichtbar macht«, sagte Ron mit ehrfürchtigem Gesicht. »Ganz bestimmt – probier ihn mal an.«

Harry warf sich den Umhang über die Schultern und Ron stieß einen Schrei aus.

»Es stimmt! Schau!«

Harry sah hinunter auf seine Füße, doch die waren verschwunden. Er stürzte hinüber zum Spiegel. Gewiß, sein Spiegelbild sah ihn an, freilich nur sein Kopf, der Körper war völlig unsichtbar. Er zog den Umhang über den Kopf und sein Spiegelbild verschwand vollends.

»Da liegt ein Zettel!«, sagte Ron plötzlich. »Ein Zettel ist rausgefallen!«

Harry streifte den Umhang ab und hob den Zettel auf In enger, verschlungener Handschrift, die er noch nie gesehen hatte, standen da die folgenden Worte:

Dein Vater hat mir dies vor seinem Tode zur Aufbewahrung überreicht. Nun ist die Zeit gekommen, ihn dir zugeben.

Gebrauche ihn klug.

Fröhliche Weihnachten wünsche ich dir

Unterschrieben hatte niemand. Harry starrte auf den Zettel. Ron bewunderte den Umhang.

»Ich würde alles geben für einen davon«, sagte er. »Alles. Was ist los mit dir?«

»Nichts«, sagte Harry. Ihm war seltsam zumute. Wer hatte ihm den Umhang geschickt? Hatte er wirklich einst seinem Vater gehört?

Bevor er noch etwas denken oder sagen ko

»Frohe Weihnachten!«

»Hey, sieh mal – Harry hat auch 'nen Weasley-Pulli!«

Fred und George trugen blaue Pullover, der eine mit einem großen gelben F darauf gestickt, der andere mit einem G.

»Der von Harry ist aber besser als unserer«, sagte Fred und hielt Harrys Pullover hoch. »Sieht so aus, als ob sie sich nicht anstrengt, we

»Warum trägst du deinen Pulli nicht, Ron?«, fragte George. »Komm, zieh ihn an, sie sind herrlich warm.«

»Ich mag Kastanienbraun nicht«, meinte Ron halbherzig und zog sich den Pulli über.

»Du hast keinen Buchstaben auf deinem«, stellte George fest. »Sie denkt wohl, du vergißt deinen Namen nicht. Aber wir sind nicht dumm – wir wissen, daß wir Gred und Forge heißen.«

»Was macht ihr da eigentlich für einen Lärm?«

Percy Weasley steckte mit mißbilligendem Blick den Kopf durch die Tür. Offensichtlich war er schon halb mit dem Geschenkeauspacken fertig, de

»V für Vertrauensschüler! Zieh ihn an, Percy, los komm schon, sogar Harry hat einen gekriegt.«

»Ich – will – nicht -«, sagte Percy halb erstickt, während die Zwillinge ihm den Pullover über den Kopf zwängten und dabei seine Brille verbogen.

»Und du hockst dich heute nicht zu den Vertrauensschülern«, sagte George. »Weihnachten verbringt man mit der Familie.«

Sie hatten Percys Arme nicht durch die Ärmel des Pullovers gesteckt, und so gefesselt nahmen sie ihn nun auf die Schultern und marschierten mit ihm hinaus.