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Hagrids Umhang schien aus nichts als Taschen zu bestehen: Schlüsselbunde, Musketenkugeln, Bindfadenröllchen, Pfefferminzbonbons, Teebeutel… Schließlich zog er eine Hand voll merkwürdig aussehender Münzen hervor.
»Gib ihr fünf Knuts«, sagte Hagrid schläfrig.
»Knuts?«
»Die kleinen aus Bronze.«
Harry zählte fünf kleine Bronzemünzen ab. Die Eule streckte ein Bein aus, und er steckte das Geld in ein Lederbeutelchen, das daran festgebunden war. Da
Hagrid gähnte laut, richtete sich auf und reckte genüßlich die Glieder.
»Wir brechen am besten gleich auf, Harry, haben heute eine Menge zu erledigen. Müssen hoch nach London und dir alles für die Schule besorgen.«
Harry drehte die Münzen nachdenklich hin und her. Eben war ihm ein Gedanke gekommen, der dem Glücksballon in seinem I
»Ähm… Hagrid?«
»Mm?« Hagrid zog gerade seine riesigen Stiefel an.
»Ich hab kein Geld – und du hast ja gestern Nacht Onkel Vernon gehört – er wird nicht dafür bezahlen, daß ich fortgehe und Zaubern lerne.«
»Mach dir darüber keine Gedanken«, sagte Hagrid. Er stand auf und kratzte sich am Kopf »Glaubst du etwa, deine Eltern hätten dir nichts hinterlassen?«
»Aber we
»Sie haben ihr Gold doch nicht im Haus aufbewahrt, mein Junge! Nee, wir machen als Erstes bei Gringotts Halt. Zaubererbank. Nimm dir ein Würstchen, kalt sind sie auch nicht schlecht – und zu 'nein Stück von deinem Geburtstagskuchen würd ich auch nicht nein sagen.«
»Zauberer haben Banken?«
»Nur die eine. Gringotts. Wird von Kobolden geführt.«
Harry ließ sein Würstchen fallen.
»Kobolde?«
»Jaow. Mußt also ganz schön bescheuert sein, we
Harry folgte Hagrid hinaus auf den Felsen. Der Himmel war jetzt klar und das Meer schimmerte im So
»Wie bist du hergekommen?«, fragte Harry und sah sich nach einem zweiten Boot um.
»Geflogen«, sagte Hagrid.
»Geflogen?«
»Ja, aber zurück nehmen wir das Ding hier. Jetzt, wo du dabei bist, darf ich nicht mehr zaubern.«
Sie setzten sich ins Boot. Harry starrte Hagrid unverwandt an und versuchte sich vorzustellen, wie er flog.
»Schande allerdings, daß man rudern muß«, sagte Hagrid und sah Harry wieder mit einem seiner Blicke von der Seite her an. »We
»Klar«, sagte Harry, gespa
»Warum wäre es verrückt, we
»Magische Ba
Harry saß da und dachte darüber nach, während Hagrid seine Zeitung, den Tagespropheten, las. Harry wußte von Onkel Vernon, daß die Erwachsenen beim Zeitunglesen in Ruhe gelassen werden wollten, auch we
»Zaubereiministerium vermasselt mal wieder alles, wie Üblich«, brummte Hagrid und blätterte um.
»Es gibt ein Ministerium für Zauberei?«, platzte Harry los.
»Klar«, sagte Hagrid. »Wollten natürlich Dumbledore als Minister haben, aber der würde nie von Hogwarts weggehen. Deshalb hat Cornelius Fudge die Stelle bekommen. Gibt keinen größeren Stümper. Schickt also Dumbledore jeden Morgen ein Dutzend Eulen und fragt ihn um Rat.«
»Aber was tut ein Zaubereiministerium?«
»Nun, seine Hauptaufgabe ist, vor den Muggels geheim zu halten, daß es landauf, landab immer noch Hexen und Zauberer gibt.«
»Warum?«
»Warum? Mein Güte, Harry, die wären doch ganz scharf darauf, daß wir ihre Schwierigkeiten mit magischen Kräften lösen. Nö, die sollen uns mal in Ruhe lassen.«
In diesem Augenblick stupste das Boot sanft gegen die Hafenmauer. Hagrid faltete die Zeitung zusammen und sie stiegen die Steintreppe zur Straße empor.
Die Menschen auf den Straßen der kleinen Stadt starrten Hagrid mit großen Augen an. Harry ko
»Hagrid«, sagte Harry ein wenig außer Atem, weil er re
»Ja, so heißt es«, sagte Hagrid. »Ma
»Du hättest gerne einen?«
»Schon als kleiner Junge wollte ich einen – hier lang.«
Sie waren am Bahnhof angekommen. In fünf Minuten ging ein Zug nach London. Hagrid, der mit »Muggelgeld«, wie er es na
Im Zug glotzten die Leute noch mehr. Hagrid, der zwei Sitzplätze brauchte, strickte während der Fahrt an etwas, das aussah wie ein kanariengelbes Zirkuszelt.
»Hast deinen Brief noch, Harry?«, fragte er, während er die Maschen zählte.
Harry zog den Pergarnentumschlag aus der Tasche.
»Gut«, sagte Hagrid. »Da ist eine Liste drin mit allem, was du brauchst.«
Harry entfaltete einen zweiten Bogen Papier, den er in der Nacht zuvor nicht bemerkt hatte, und las:
HOGWARTS-SCHULE FÜR HEXEREI UND ZAUBEREI
Uniforin
Im ersten Jahr benötigen die Schüler:
1. Drei Garnituren einfache Arbeitskleidung (schwarz)
2. Einen einfachen Spitzhut (schwarz) für tagsüber
3. Ein Paar Schutzhandschuhe (Drachenhaut o. Ä.)
4. Einen Winterumhang (schwarz, mit silbernen Schnallen)
Bitte beachten Sie, daß alle Kleidungsstücke der Schüler mit Namensetiketten versehen sein müssen.
Lehrbücher
Alle Schüler sollten jeweils ein Exemplar der folgenden Werke besitzen:
– Miranda Habicht: Lehrbuch der Zaubersprüche, Band 1
– Bathilda Bagshot: Geschichte der Zauberei
– Adalbert Schwahfel: Theorie der Magie
– Emeric Wendel: Verwandlungen für Anfänger
– Phyllida Spore: Tausend Zauberkräuter und -pilze
– Arsenius Bunsen: Zaubertränke und Zauberbräue
– Lurch Scamander: Sagentiere und wo sie zu finden sind
– Quirin Sumo: Dunkle Kräfte. Ein Kurs zur Selbstverteidigung
Ferner werden benötigt:
– 1 Zauberstab
– 1 Kessel (Zi
– 1 Sortiment Glas- oder Kristallfläschchen
– 1 Teleskop
– 1 Waage aus Messing
Es ist den Schülern zudem freigestellt, eine Eule ODER eine Katze ODER eine Kröte mitzubringen.
DIE ELTERN SEIEN DARAN ERINNERT, DAß ERSTKLÄßLER KEINE EIGENEN BESEN BESITZEN DÜRFEN
»Und das alles kö
»Ja. We
Harry war noch nie in London gewesen. Hagrid schien zwar zu wissen, wo er hinwollte, doch offensichtlich war er es nicht gewohnt, auf normalem Weg dorthin zu gelangen. Er verhedderte sich im Drehkreuz zur Untergrundbahn und beschwerte sich laut, die Sitze seien zu klein und die Züge zu lahm.