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Der Ma

»Wie hat er sie herausbekommen?«fragte ich, mit dem professionellen Interesse jedes Emigranten.

»Er hat alte, belanglose, geöffnete Briefe mitgenommen und die Marken zwischen das Futter und den Umschlag gesteckt. Die Zollbeamten revidierten die Briefe; nicht die Umschläge.«

»Gut«, sagte ich.

»Er hatte außerdem noch zwei kleine Porträts von Ingres mitgenommen. Bleistiftzeichnungen. Er hatte sie in breite Passepartouts und geschmacklose Talmirahmen gesteckt und behauptet, es seien Porträts seiner Eltern. Hinter die Passepartouts hatte er zwei Degaszeichnungen so geklebt, daß sie nicht zu sehen waren.«

»Gut«, sagte ich wieder.

»Er bekam einen Herzanfall im April und gab mir seinen Paß, die Marken, die er noch hatte, und die Zeichnungen. Er gab mir auch die Adressen von Leuten, die die Marken kaufen würden. Als ich am nächsten Morgen nach ihm sah, lag er tot in seinem Bett, und ich erka

»Sie haben den Paß geändert?«fragte ich.

»Nur das Foto und das Geburtsjahr. Schwarz war fünfundzwanzig Jahre älter als ich. Unsere Vornamen waren gleich.«

»Wer hat das gemacht? Brü

»Jemand aus München.«

»Das war Brü

Brü

»Wo ist er jetzt?«fragte ich.

»Ist er nicht in Lissabon?«

Ich wußte es nicht. Aber es war möglich, we

»Es war merkwürdig, als ich den Paß hatte«, sagte Schwarz II.»Ich getraute mich nicht, ihn zu benutzen. Es dauerte ohnehin ein paar Tage, ehe ich mich an den neuen Namen gewöhnte. Ich sagte ihn mir immerfort vor. Ich ging über die Champs-Elysées und murmelte meinen Namen und meine neuen Geburtsdaten. Ich saß im Museum vor den Renoirs und flüsterte, we

Ich verkaufte die beiden Ingreszeichnungen. Man gab mir weniger dafür, als ich erwartet hatte, aber ich besaß auf einmal Geld, mehr Geld, als ich lange Zeit gesehen hatte.

Da

Schwarz sah mich an.»Sie ke

Ich versuchte mich zu befreien. Ich ging wie früher zu den Bildern des Friedens und der Stille, zu den Sisleys und Pissaros und Renoirs, ich saß stundenlang im Museum – aber jetzt war die Wirkung umgekehrt. Die Bilder beruhigten mich nicht mehr – sie bega

Ich bin ein mittelmäßiger Mensch und habe keine besonderen Eigenschaften. Ich hatte mit meiner Frau vier Jahre gelebt, wie man zu leben pflegte: ohne Schwierigkeiten, angenehm, aber auch ohne große Passion. Nach den ersten Monaten war unser Verhältnis das geworden, was man eine gute Ehe ne

Jetzt verschob sich alles. Ich bega

Der Paß, der mir hätte Ruhe geben sollen, trieb mich zur Verzweiflung. Ich lief auf den Straßen umher, bis ich so müde war, daß ich fast umfiel; aber ich ko

Einige Tage lang war das da