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Das Deck unter Herricks Füßen bewegte sich leicht, und er trat an die offenen Heckfenster. Mittlerweile lagen hier schon weniger Schiffe in Reparatur, das Getöse der Hämmer und das Quietschen der Flaschenzüge hatte nachgelassen.
Dort drüben schwojte Keens mit 74 Kanonen bestückte Nicator an ihrer Ankertrosse, hatte So
Der Anblick der neuen Fregatte eri
Herrick hörte die gedämpfte Meldung der Türwache draußen und wandte sich um. Der Ankömmling war sein Erster Offizier, der den rothaarigen Kopf tief unter die niedrigen Decksbalken beugen mußte.
«Was gibt's, Mr. Wolfe?»
Wolfes tiefliegende Augen erfaßten den schriftlichen Bericht auf dem Schreibtisch, da
«Meldung vom Offizier der Wache, Sir: Sie kö
Herrick bedachte die Neuigkeit. Der Hafenadmiral war ein seltener Gast an Bord, aber kein unebener Kerl; ein behäbiger, gemütlicher Ma
«Sehr gut«, sagte Herrick deshalb zu Wolfe.»Ich glaube, wir haben nichts zu befürchten. Wir sind sogar früher mit den Reparaturen fertig geworden als Kapitän Keens Nicator, wie?»
«Ob er uns neue Befehle bringt, Sir?»
Der Gedanke bereitete Herrick Unbehagen. Er hatte noch nicht einmal Zeit gefunden, sich einen Flaggkapitän auszusuchen; aber brauchen würde er einen, ganz gleich, wie kurzfristig sein Kommodorewimpel auf Benbow auch wehen mochte. Vielleicht scheute er die Endgültigkeit des Schritts, überlegte er, de
Draußen waren eilige Schritte zu hören, und nach der Ankündigung des wachestehenden Seesoldaten trat der Fünfte Offizier schneidig durch die Tür, seinen Hut unter den Arm geklemmt.
Wolfe funkelte ihn so gereizt an, daß der junge Ma
«Ein — ein Brief, Sir«, meldete der Fünfte.»Kam mit der Kutsche aus Falmouth.»
Herrick riß ihm den Brief fast aus der Hand.»Danke. Machen Sie weiter, Mr. Nash.»
Während der Leutnant schleunigst verschwand und Wolfe sich auf einen Stuhl sinken ließ, schlitzte Herrick den Umschlag auf. Er ka
Wolfe beobachtete ihn neugierig. Zwar wußte er das meiste schon und ko
Langsam ließ Herrick den Brief sinken und sah dabei die Schreiberin im Geiste vor sich, das kastanienbraune Haar in die Stirn fallend, während sie über das Papier gebeugt saß.
Er riß sich zusammen.»Mrs. Belinda Laidlaw kommt nach Ply-mouth«, sagte er.»Meine Frau wird sich während der Dauer ihres Besuches um sie kümmern.»
Irgendwie war Wolfe enttäuscht.»Das ist alles, Sir?»
Herrick starrte seinen Ersten an. Eigentlich hatte er recht. Belinda sandte ihm und Dulcie die herzlichsten Grüße, aber mehr auch nicht. Immerhin war es ein Schritt in die richtige Richtung. We
Draußen an der Bordwand erklangen Stimmen, Wolfe schnappte sich seinen Hut und fuhr auf:»Der Admiral, Sir! Den haben wir ganz vergessen!»
Schwer atmend hasteten der stämmige Kommandant und sein schlaksiger Erster Offizier, beide die Säbel fest an die Seite gepreßt, damit sie nicht darüber stolperten, hinaus aufs Achterdeck.
Admiral Sir Cornelius Hoskyn, Ritter des Bathordens, hievte sich das Fallreep hinauf und durch die Schanzkleidpforte; trotz seiner Leibesfülle ging sein Atem nicht schwerer, als er grüßend den Hut zum Achterdeck lüftete und geduldig abwartete, bis die Querpfeifen mit dem Lied» Hearts of Oak«- Herzen aus Eiche — fertig waren. Herrick mochte seine warme, volltönende Stimme und rosige Gesichtsfarbe, vor allem aber seine Gewohnheit, sich für jeden Kommandanten, der durch Plymouth kam, ausgiebig Zeit zu nehmen und ihm nach besten Kräften behilflich zu sein.
Der Admiral blickte zum knatternden Kommodorewimpel auf und sagte:»Hat mich gefreut, als ich davon erfuhr. «Da
Herrick wollte erwidern, daß die Meldung über ihre Einsatzbereitschaft nur noch auf seine Unterschrift wartete, aber der Admi-ral war schon weitergeschritten, dem willkommenen Schatten unter dem Hüttenaufbau zu.
Hinter ihm her marschierten sein Flaggleutnant, sein Sekretär und zwei Stewards, die eine Kiste mit Wein trugen.
In der großen Achterkajüte ließ sich der Admiral bedachtsam auf einen Stuhl nieder, während sein Stab sich unter der Anleitung von Herricks Steward mit Weingläsern und — kühler zu schaffen machte.
«Ist dies Ihr Bericht?«Der Admiral zog ein Lorgnon aus seinem schweren Uniformrock und studierte das Papier.»Unterschreiben Sie ihn jetzt, we
Herrick nahm erst Platz, nachdem der Leutnant und der Sekretär die Kajüte verlassen hatten, wobei letzterer Herricks versiegelte Bereitschaftsmeldung wie einen Talisman an die Brust gepreßt trug.