Страница 10 из 78
III Ein Veteran kehrt wieder
Kapitän John Neale von der Fregatte Styx beendete sein Morgengespräch mit dem Ersten Offizier und wartete ab, ob Bolitho von der Kajütstreppe auf ihn zukam. Es waren jetzt sieben Tage seit Plymouth, und Neale hörte nicht auf, sich über die scheinbar unerschöpfliche Energie seines Admirals zu wundern. Inzwischen hatte Bolitho sich einen gründlichen Überblipk verschafft — über die französische Küstenlinie ebenso wie über die ihm zur Verfügung stehenden Schiffe. Sie hatten eine schlimme Überraschung erlebt, als sie mit dem küste
Neale warf einen Blick hinauf zum Toppstander. Der Wind hatte schon wieder auf Nord gedreht, war frisch und böig. Hoffentlich erreichte der gerupfte Unglücksvogel den Hafen noch in einem Stück.
Bolitho nickte dankend, als Neale zum Gruß an seinen Hut tippte. Ganz gleich, wa
Während Allday ihm unten Kaffee servierte, hatte Bolitho über sein ausgedü
Immerhin sollten jetzt bald die Segel von Sparrowhawk querab in Sicht kommen, ihrer anderen Fregatte, die vor Belle Ile gekreuzt und auf den örtlichen Schiffsverkehr gelauert hatte, der sich dicht unter Land nach Nantes oder Lorient durchzuschlagen ve rsuchte.
Wie sie uns hassen müssen, dachte Bolitho. Uns und die zähen, sturmerprobten Schiffe, die mit jedem neuen Morgen wieder in Sicht kommen, stets bereit zum Angriff; sie warteten nur darauf, dem Feind eine Prise vor der Nase wegzuschnappen oder — we
So klein es war, sein Geschwader hatte Bolitho beeindruckt. Er hatte sowohl der Brigg wie auch der anderen Fregatte einen Besuch abgestattet, obwohl das hieß, bis auf die Haut naß zu werden, als er sich im schlingernden Boot übersetzen ließ. Aber sie mußten ihn ke
Zu Neale meinte er:»Der Wind hat gedreht.»
Neale beobachtete seine Toppsgasten, die wieder einmal aufenterten, um die Bramsegel zu trimmen.
«Aye, Sir. Der Master ist überzeugt, daß er bis zum Abend noch weiter räumen wird.»
Bolitho lächelte. Da
Sieben Tage seit Plymouth, das hallte wie ein Klagelied in seinem Kopf wider. Sieben Tage — und kaum Resultate. Selbst we
Einer einzigen faulen Sache war er bisher auf die Spur gekommen. Alle beide Kommandanten, der derbe junge Duncan von Sparrowhawk ebenso wie der noch jüngere Lapish von Rapid, hatten die Leichtigkeit erwähnt, mit der die Franzosen die britischen Schiffsbewegungen konterkarierten. Im vergangenen Jahr hatten gut bestückte Linienschiffe immer wieder Häfen dieses Küstenabschnitts angegriffen, doch jedesmal waren die Franzosen darauf vorbereitet gewesen, hatten ihre eigenen Schiffe gefechtsbereit und die Küstenbatterien alarmiert; so war den Angriffen die Spitze genommen. Und das, obwohl die britischen Geschwader im Norden wie im Süden jedes angeblich neutrale Fahrzeug aufbrachten, durchsuchten und davonjagten, ehe es die wirkliche Stärke der Blockadeflotte erkunden ko
Obwohl er auf der Hut war, merkte Bolitho, daß seine Gedanken doch wieder nach Falmouth abirrten. Inzwischen mußte Belinda zu Hause sein. Zurückgekehrt in ein leeres Haus, wo sein einarmiger Diener Ferguson ihr nach besten Kräften Erklärungen und Trost offerieren würde. Was mochte sie von ihm halten? Sie, die nicht wußte, wozu die Kriegsmarine fähig war?
Belinda war jetzt vierunddreißig und damit zehn Jahre jünger als er. Man ko
Bolitho blieb stehen und umklammerte den Handlauf der Finknetze. Vielleicht gehörte sie schon jetzt, in diesem Augenblick, einem anderen. Einem Jüngeren vielleicht, der mit beiden Beinen fest an Land verwurzelt war.
Browne trat heran und wünschte ihm mit angegriffener Stimme einen guten Morgen.
Seit Plymouth hatte man Bolithos Adjutanten kaum an Deck gesehen. Aber selbst die älteren Seeleute erzählten mit genüßlichem Schauder, welche Rekorde Browne beim Fischefüttern aufstellte. Doch heute sah er schon etwas besser aus, dachte Bolitho. Ihm kam es vor wie Hohn, daß er selbst sich trotz seiner privaten und dienstlichen Sorgen gesundheitlich nie wohler gefühlt hatte. Das Leben an Bord und das ständige Kommen und Gehen von Mä
«Wir müssen heute Kontakt mit Rapid aufnehmen, Mr. Browne«, sagte er.»Ich will sie dichter unter Land stationieren — es sei de
Browne musterte Bolitho nachdenklich. Wie schaffte der Ma
Vielleicht setzte er sich selbst nur so unter Druck, um nicht ins Grübeln über andere, private Probleme zu geraten. Browne hatte Bolitho inzwischen doch durchschauen gelernt.
«An Deck!»
Browne blickte nach oben und verzog schmerzlich das Gesicht, als er die winzige Gestalt erblickte, die hoch über Deck gefährlich auf der Saling balancierte.