Страница 34 из 90
«Zurück!»
Der Ruf lief über die blutigen Decks und mischte sich mit dem Hurra der Marine-Infanteristen, die auf dem Klüverbaum hockten und die Feinde wie Hühner abschossen. Hände streckten sich den Matrosen entgegen und zogen sie auf die Lysander zurück, die Sekunden später unter Krachen, Do
«Hurra! Hurra für den Kommodore!«schrie Pascoe gellend.
Bolitho ging nach achtern, und ein bezopfter Matrose präsentierte ihm grinsend den Dreispitz, den er irgendwie aus dem Kampfgetümmel gefischt hatte. Herrick begrüßte ihn heiser; ängstlich suchten seine Augen nach Wunden.
«Wo ist der andere?«fragte Bolitho.
Herrick deutete nach Backbord.»Hält sich klar, Sir.»
«Hab' ich mir fast gedacht.»
Bolitho blickte vom Vormast zum Achterdeck. Die Fockstenge war weg, mehrere Geschütze waren umgestürzt. Das Oberdeck hatte erhebliche Löcher, und emsige Hammerschläge, das trübselige Janken der Pumpen verrieten ihm, daß die Schäden unter der Wasserlinie ebenfalls beträchtlich waren.
«Bringen Sie das Schiff wieder in Fahrt«, sagte er.
Neben einem sterbenden Seesoldaten kniete Pascoe, hielt seine Hand und blickte in das Gesicht, aus dem Verstehen und Bewußtsein bereits schwanden.
Grubb studierte seinen Kompaß; seine neuen Rudergasten, die mit nackten Füßen unsicher auf den von Blut glitschigen Planken standen, blickten starr in die killenden Segel und warteten darauf, daß die Lysander wieder auf das Ruder reagierte.
Die Marine-Infanteristen traten von den Finknetzen zurück, entluden die Musketen und sahen jetzt, da der Kampf vorbei war, auf einmal todmüde aus.
Midshipman Luce verband mit einer Signalflagge die furchtbare Wunde im Oberschenkel eines Matrosen. Der Ma
All das und noch mehr sah Bolitho. Wie so viele, war der Matrose, der das furchtbare Gefecht durchgestanden hatte, unfähig zu begreifen, weshalb er jetzt dem Messer des Chirurgen ausgeliefert wurde.
«Sie reagiert, Sir«, murmelte Grubb.
«Steuern Sie Nordost. «Der Wind fuhr in die löcherigen Segel, und Bolitho sah hoch.»Signal an Harebell: Sie soll dichtauf bleiben. «Wie mochte sich Inch wohl als unbeteiligter Zuschauer vorgekommen sein?
Herrick kam nach achtern und faßte an den Hut.»Wir haben sie geschlagen, Sir.»
Bolitho sah ihn an.»Ein Sieg war es nicht, Thomas. «Unter Deck schluchzte ein Ma
Da
Die Ma
Allday trat zu ihm.»Komisches Gefühl, Sir.»
Bolitho sah ihn an. Allday hatte ganz recht. Nach einem Seegefecht hatten sie sonst nie Zeit gehabt für Zweifel und böse Reue — überhaupt keine Zeit zum Nachdenken. Jetzt ging es Herrick so, dem Kommandanten. Dem Ma
Allday seufzte.»Aber sie haben gut gekämpft, trotz allem. Jetzt ist eine andere Luft im Schiff.»
Langsam ging Bolitho zur Heckreling und ließ sich den Wind durch die blutverschmierte Uniform, um die schmerzenden Glieder wehen. Es war wie erfrischende Medizin. An Backbord kreuzte die Harebell heran, sehr hell, sehr sauber im So
Er zog seine Uhr. Das ganze Gefecht hatte weniger als zwei Stunden gedauert. Ein paar Tote trieben noch in der See, die Gesichter sehr bleich im blauen Wasser; sie mochten wohl Franzosen sein, die beim Entern gefallen waren. Und seine eigene Verlustliste? Wie viele lagen im Sterben oder warteten bereits auf Bestattung?
Zwei Matrosen ra
Still sah Bolitho ihnen nach. Vielleicht hatte Herrick recht gehabt mit dem, was er über die Zivilisten in England gesagt hatte, die für solche Mä
Er nickte den beiden zu. Schlimm genug, we
VIII Nachwirkungen
Joshua Moffitt, persönlicher Schreiber des Kommodore, tippte sich mit der Feder an die Zähne und wartete. Bolitho hatte sich im Schreibtischsessel zurückgelehnt und trank einen Schluck Kaffee.
Er ließ die starke Flüssigkeit in den Magen ri
Er wußte, daß Moffitt ihn beobachtete, doch im Lauf der Zeit hatte er sich einigermaßen an dieses merkwürdige, gläserne Starren gewöhnt. In der Schlafkajüte nebenan machte Ozzard, der Kajütsteward, das Bett zurecht; er bewegte sich so leise, daß seine Füße kaum auf den Planken zu hören waren. Was für ein seltsames Schicksal diese beiden Mä
Bolitho hatte nur wenig über Moffitt erfahren kö
14
Deck unter der Wasserlinie, wo der Schiffsarzt die Verwundeten behandelte.
15
an der australischen Ostküste, südlich von Sydney
16
Insel nordwestlich von Brest; französische Schreibweise Ouessant