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Wo Fanatismus zu wünschen ist. — Phlegmatische Naturen sind nur so zu begeistern, dass man sie fanatisirt.

Das gefürchtete Auge. — Nichts wird von Künstlern, Dichtern und Schriftstellern mehr gefürchtet, als jenes Auge, welches ihren kleinen Betrug sieht, welches nachträglich wahrnimmt, wie oft sie an dem Gränzwege gestanden haben, wo es entweder zur unschuldigen Lust an sich selber oder zum Effect-machen abführte; welches ihnen nachrechnet, we

Das Erhebende «am Unglück des Nächsten. — Er ist im Unglück, und nun kommen die» Mitleidigen «und malen ihm sein Unglück aus, — endlich gehen sie befriedigt und erhoben fort: sie haben sich an dem Entsetzen des Unglücklichen wie an dem eigenen Entsetzen geweidet und sich einen guten Nachmittag gemacht.

Mittel, um schnell verachtet zu werden. — Ein Mensch, der schnell und viel spricht, sinkt ausserordentlich tief in unserer Achtung, nach dem kürzesten Verkehre, und selbst we

Vom Verkehre mit Celebritäten. — A: Aber warum weichst du diesem grossen Ma

Kettenträger. — Vorsicht vor allen Geistern, die an Ketten liegen! Zum Beispiel vor den klugen Frauen, welche ihr Schicksal in eine kleine, dumpfe Umgebung geba

Rache im Lobe. — Hier ist eine geschriebene Seite voller Lob, und ihr ne

Stolz. — Ach, ihr ke

«Utilitarisch«— jetzt gehen die Empfindungen in moralischen Dingen so kreuz und quer, dass man für diesen Menschen eine Moral durch ihre Nützlichkeit beweist, für jenen gerade durch die Nützlichkeit widerlegt.

Von der deutschen Tugend. — Wie entartet in seinem Geschmack, wie sclavisch vor Würden, Ständen, Trachten, Pomp und Prunk muss ein Volk gewesen sein, als es das Schlichte als das Schlechte, den schlichten Ma

Aus einer Disputation. — A: Freund, Sie haben sich heiser gesprochen! — B: So bin ich widerlegt. Reden wir nicht weiter davon.

Die» Gewissenhaften«. — Habt ihr Acht gegeben, was für Menschen am meisten Werth auf strengste Gewissenhaftigkeit legen? Die, welche sich vieler erbärmlicher Empfindungen bewusst sind, ängstlich von sich und an sich denken und Angst vor Anderen haben, die ihr I

Scheu vor dem Ruhme. — A: Dass Einer seinem Ruhme ausweicht, dass Einer seinen Lobredner absichtlich beleidigt, dass Einer sich scheut, Urtheile über sich zu hören, aus Scheu vor dem Lobe, — das findet man, das giebt es, — glaubt oder glaubt es nicht! — B: Das findet sich, das giebt sich! Nur etwas Geduld, Junker Hochmuth! —

Dank abweisen. — Man darf wohl eine Bitte abweisen, aber nimmermehr darf man einen Dank abweisen (oder, was das Selbe ist, ihn kalt und conventionell a

Strafe. — Ein seltsames Ding, unsere Strafe! Sie reinigt nicht den Verbrecher, sie ist kein Abbüssen: im Gegentheil, sie beschmutzt mehr, als das Verbrechen selber.

Eine Parteinoth. — Es giebt eine lächerliche, aber nicht ungefährliche Betrübniss fast in jeder Partei: an ihr leiden alle Die, welche die jahrelangen, treuen und ehrenwerthen Verfechter der Parteimeinung waren und plötzlich, eines Tages, merken, dass ein viel Mächtigerer die Trompete in die Hand genommen hat. Wie wollen sie es ertragen, stumm gemacht zu sein! Und so werden sie laut und mitunter in neuen Tönen.

Das Streben nach Anmuth. — We

Wink für Moralisten. — Unsere Musiker haben eine grosse Entdeckung gemacht: die interessante Hässlichkeit ist auch in ihrer Kunst möglich! Und so werfen sie sich in diesen eröffneten Ozean des Hässlichen, wie trunken, und noch niemals war es so leicht, Musik zu machen. Jetzt hat man erst den allgemeinen dunkelfarbigen Hintergrund gewo