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»Laßt mich Eurem Leiden ein Ende bereiten«, entgegnete Elia.
»Der Schmerz bedeutet nichts angesichts der Freude, meine Pflicht erfüllt zu haben.« »War es Eure Pflicht, eine Stadt gerechter Menschen zu zerstören?« »Eine Stadt stirbt nicht – nur ihre Bewohner und die Ideen, die sie in sich tragen. Eines Tages werden andere nach Akbar kommen, sein Wasser trinken, und der Stein, den sein Gründer zurückgelassen hat, wird von neuen Priestern blankgerieben werden. Geht, mein Schmerz wird bald zu Ende sein, doch Eure Verzweiflung wird bis an Euer Lebensende dauern.« Der verstümmelte Körper atmete schwer, und Elia ließ ihn liegen. Da kam eine Gruppe von Mä
»Ihr wart es«, schrien sie. »Ihr habt Euer Land entehrt und einen Fluch über unsere Stadt gebracht!« »Mögen die Götter dies sehen! Mögen sie wissen, wer der Schuldige ist!« Die Mä
Der Junge entwand sich seinen Händen und verschwand. Die Leute schlugen ihm ins Gesicht, auf die Brust, auf den Rücken, doch er dachte nur an den Jungen. Er hatte ihn nicht einmal bei sich behalten kö
Sie schlugen ihn nicht lange. Vielleicht waren sie von so viel Gewalt müde geworden. Elia fiel zu Boden.
»Verschwindet von hier!« sagte jemand. »Ihr habt Liebe mit Haß vergolten.« Die Gruppe ging von da
Er erwachte, als jemand sein Gesicht berührte. Es war noch dunkel, doch der Mond stand nicht mehr am Himmel.
»Ich habe meiner Mutter versprochen, mich um dich zu kümmern«, sagte der Junge. »Aber ich weiß nicht, was ich tun soll.« »Geh in die Stadt zurück. Die Menschen sind gut, und irgend jemand wird dich schon aufnehmen.« »Du bist verletzt. Ich muß deinen Arm pflegen. Vielleicht erscheint ja ein Engel und sagt mir, was ich tun soll.« »Du hast keine Ahnung, du weißt überhaupt nicht, was hier los ist!« brüllte Elia. »Die Engel kommen nicht zurück, weil wir gewöhnliche Menschen sind, und alle sind geschwächt durch das viele Leid. We
»Und wie bist du hierher gekommen?« »Ich bin gar nicht weggegangen.« »Da
Ich beschloß, die Nacht wach zu bleiben, um zu sehen, ob du und Mama sich in ihrem Zimmer treffen. Ich sah die ersten Soldaten hereinkommen.« Elia erhob sich. Er suchte den Felsen vor dem Fünften Berg, wo er an jenem Nachmittag mit der Frau dem So
>Ich will nicht dorthin gehenIch verzweifle nur noch mehr.< Doch eine Kraft zog ihn in diese Richtung. Als er dort angelangt war, weinte er bittere Tränen. Wie die Stadt Akbar war auch dieser Ort durch einen Stein geke
Er nahm den Jungen in seine Arme und schlief wieder ein.
»Ich bin durstig und hungrig«, sagte der Junge zu Elia, als dieser aufwachte.
»Wir kö
Ihnen wird nichts geschehen sein, da sie nicht in Akbar wohnen.« »Wir müssen die Stadt wieder aufbauen. Meine Mutter hat gesagt, sie sei Akbar.« Welche Stadt de
»Glaubst du, daß die Zerstörung, der Schmerz, die Toten von gestern einen Si
»Vergiß, was ich gesagt habe«, sagte Elia. »Wir werden zu den Hirten gehen.« »Und wir werden die Stadt wieder aufbauen«, beharrte der Junge.
Elia antwortete nicht. Er wußte, daß es ihm nicht gelingen würde, seine Autorität bei einem Volk wieder durchzusetzen, das ihn beschuldigte, Unglück über die Stadt gebracht zu haben. Der Stadthauptma
»Wa
Elia packte ihn bei den Schultern und schüttelte ihn heftig.
»Blick zurück! Du bist kein blinder Engel, sondern ein Junge, der beobachten wollte, was seine Mutter tat. Was siehst du?
Erke
»Vergib mir. Ich weiß nicht, was ich tue.« Der Junge schluchzte, doch keine einzige Träne ra
»Geh nicht«, bat er. »In dem Augenblick, in dem deine Mutter von uns gegangen ist, habe ich versprochen, bei dir zu bleiben, bis du deinen eigenen Weg gehen ka
Und sie hat gesagt…« »Du brauchst es nicht zu wiederholen. Ich bin verwirrt, in meiner eigenen Schuld verloren. Gib mir Zeit, daß ich mich selbst wiederfinde. Verzeih mir, ich wollte dich nicht verletzen.« Der Junge umarmte ihn. Doch seine Augen blieben trocken.
Sie gelangten zum Haus in der Mitte des Tales. Eine Frau stand an der Tür, und zwei kleine Kinder spielten davor. Die Herde war im Pferch – das bedeutete, daß der Hirte an jenem Morgen nicht in die Berge aufgebrochen war.
Die Frau blickte den Ma
»Ich habe kein Geld«, sagte sie. »Doch ich ka
Als er seinen Teller leer gegessen hatte, fragte Elia nach dem Hirten.
»Er wird bald kommen«, antwortete sie. »Wir haben den Lärm bis hier heraus gehört, und heute morgen kam jemand hier vorbei, der sagte, Akbar sei zerstört. Nun ist mein Ma
>Es bringt nichts, den Jungen umstimmen zu wollenEr wird keine Ruhe geben, bis ich nicht tue, worum er mich bittet. Ich muß ihm zeigen, daß es unmöglich ist, nur so wird er sich überzeugen lassen.< Das Essen und das Wasser wirkten Wunder. Er fühlte sich wieder als ein Teil der Welt.