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»Hier bin ich, mein Sohn«, antwortete die Stimme unter den Trümmern. »Bist du verletzt?« Der Junge bega

»Du weinst, mein Sohn«, sagte die Stimme, die immer schwächer wurde. »Weine nicht. Deine Mutter hat sich schwer damit getan, zu lernen, daß das Leben einen Si

»Sie sieht gut aus«, log Elia. »Einige Krieger sind gestorben, doch die Assyrer haben sich schon zurückgezogen. Sie waren hinter dem Stadthauptma

»Sag mir, daß die Stadt gerettet ist.« Er fühlte, daß sie jeden Augenblick von ihnen gehen würde.

»Die Stadt ist unversehrt. Und deinem Sohn geht es gut.« »Und dir?« »Ich habe überlebt.« Er wußte, daß er mit diesen Worten ihre Seele befreite und sie in Frieden sterben ließ.

»Bitte meinen Sohn niederzuknien«, sagte die Frau nach einer Weile. »Ich möchte, daß du mir im Namen Gottes, deines Herrn, etwas schwörst.« »Was immer du willst. Alles, was du willst.« »Du hast mir einmal gesagt, daß der Herr allgegenwärtig ist, und ich habe es geglaubt. Du sagtest, daß die Seelen nicht auf den Gipfel des Fünften Berges gingen, und ich habe es dir auch geglaubt. Aber du hast mir nicht erklärt, wohin sie gehen.

Und dies ist der Schwur: Ihr werdet nicht um mich weinen, einer wird für den anderen sorgen, bis der Herr erlaubt, daß ein jeder seinen eigenen Weg geht. Von nun an wird sich meine Seele mit allem vereinen, was ich auf dieser Erde ke

Weint nicht um mich, de

Da

Um Deinetwillen habe ich nur gegessen, was mir der Rabe brachte, und für Dich habe ich die Wüste bis nach Akbar durchquert. Von Deiner Hand geleitet, habe ich eine Frau gefunden, von Dir geführt, hat mein Herz sie lieben gelernt.

Trotzdem habe ich keinen Moment meine wahre Mission vergessen, all die Tage, die ich hier verbrachte, war ich immer bereit aufzubrechen.

Das schöne Akbar ist nur noch ein Trümmerhaufen, und die Frau, die Du mir anvertraut hast, liegt unter ihm begraben. Wo habe ich gesündigt, Herr? In welchem Augenblick habe ich mich von dem entfernt, was Du von mir erwartetest? We

Ich begreife Deine Ratschlüsse nicht. Ich sehe keine Gerechtigkeit in Deinem Handeln. Ich ka

»Was tust du hier?« fragte Elia. »Siehst du nicht, daß es zu spät ist?« »Ich bin gekommen, um dir abermals zu sagen, daß Gott dein Gebet erhört hat und dir geben wird, worum du ihn bittest. Du wirst deinen Engel nicht mehr hören, und auch ich werde dich nicht mehr aufsuchen, bis die Tage deiner Prüfung vorüber sind.« Elia nahm den Jungen bei der Hand, und sie irrten ziellos durch die Straßen, in denen sich der Rauch staute, de

»Vielleicht ist dies alles nur ein Traum«, dachte er. »Ein einziger Alptraum.« »Du hast meine Mutter angelogen«, sagte der Junge. »Die Stadt ist zerstört.« »Na und? We

»Ich will nicht, daß meine Mutter das ist, was ich sehe«, beharrte der Junge. »Du hast sie angelogen.« Dem Jungen gelang es, seinen Schwur zu halten. Elia sah keine einzige Träne auf seinem Gesicht. >Was mache ich nur?< dachte er. Sein Fuß blutete, und er beschloß, sich auf den Schmerz zu konzentrieren. Er würde ihn von der Verzweiflung fernhalten.

Er sah sich die Wunde an, die das Schwert des Assyrers an seinem Körper geschlagen hatte. Sie war nicht so tief wie vermutet. Er setzte sich mit dem Jungen an denselben Platz, an dem er von den Feinden gefesselt und von einem Verräter gerettet worden war. Er bemerkte, daß die Menschen jetzt nicht mehr umherliefen, sondern in einer Wolke von Rauch und Staub zwischen den Ruinen umherschlichen, wie lebende Tote, wie vom Himmel vergessene Seelen, die dazu verdammt waren, ewig auf Erden umherzuirren – si

Einige wenige taten etwas. Er hörte die Stimmen der Frauen und einige unklare Befehle der wenigen Soldaten, die das Massaker überlebt hatten und die nur Verwirrung stifteten.

Die Welt sei der kollektive Traum der Götter, hatte der Priester einmal gesagt. Elia mußte ihm irgendwie recht geben. Doch würde der Priester die Götter aus diesem Alptraum aufwecken, um sie mit einem sanfteren Traum wieder einschlafen zu lassen? Als er selbst nächtliche Visionen hatte, war er immer aufgewacht und da

Immer wieder stolperte er über Leichen. Die waren ihre Steuersorgen los und scherten sich nicht um die Assyrer, die im Tal kampierten, die religiösen Rituale oder das Leben eines umherirrenden Propheten, mit dem sie vielleicht einmal ein paar Worte gewechselt hatten.

>Ich ka

Doch die Leute schoben ihn beiseite und sagten: »Laß uns in Ruhe, wir essen nur die Brosamen von dem, was der Stadthauptma

Die Engel mit ihren Flammenschwertern würden fernbleiben.

»Vollmond.« Fern vom Staub und vom Rauch stand er in der klaren vom Mondschein erleuchteten Nacht. Stunden zuvor, als er die Stadt in Richtung Jerusalem verließ, hatte er sich mühelos zurechtgefunden, und ähnlich war es wohl den Assyrern ergangen.

Der Junge stolperte über einen Leichnam und schrie auf. Es war der Priester. Er hatte weder Arme noch Beine mehr, doch er lebte noch. Seine Augen starrten auf den Fünften Berg.

»Wie Ihr seht, haben die phönizischen Götter die himmlische Schlacht gewo