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»Das ka
Harry betrachtete das Gemälde. Ein fettes, scheckiges Pony war eben auf die Wiese gehoppelt und fing unbekümmert an zu grasen. Für Harry war es nichts Neues mehr, daß die Abgebildeten auf den Gemälden von Hogwarts ihre Bilderrahmen verließen und sich gegenseitig Besuche abstatteten, doch er sah immer gerne zu. Einen Augenblick später kam ein untersetzter, vierschrötiger Ritter mit Rüstung in das Bild geklappert. Den Grasflecken auf seinen metallenen Knien nach zu schließen, war er soeben gestürzt.
»Sieh an!«, rief er, als er Harry, Ron und Hermine erblickte,»was sind das für Schurken, die in meine Ländereien eindringen! Gekommen, um euch über meinen Sturz lustig zu machen? Zieht eure Waffen, ihr Spitzbuben, ihr Hunde!«
Verdutzt beobachteten sie, wie der kleine Ritter sein Schwert aus der Scheide zog und wild damit herumfuchtelte, wobei er zornig umherhopste. Doch das Schwert war zu lang für ihn; ein besonders heftiger Schwung brachte ihn aus dem Gleichgewicht und er flog mit dem Gesicht ins Gras.
»Haben Sie sich was getan?«, fragte Harry und trat näher an das Bild heran.
»Zurück, gemeiner Aufschneider! Zurück, Strolch!«
Wieder packte der Ritter sein Schwert, diesmal, um sich aufzurappeln, doch die Klinge sank tief in die Erde und obwohl er mit aller Kraft zog, blieb sie stecken. Schließlich mußte er sich wieder ins Gras sinken lassen und das Visier hochschieben, um sich das schweißnasse Gesicht zu wischen.
»Hören Sie«, sagte Harry eilig, um die Erschöpfung des Ritters auszunutzen,»wir suchen den Nordturm. Ke
»Eine Frage!«Der Zorn des Ritters schien im Nu wie weggeblasen. Klappernd rappelte er sich hoch und rief»Kommt, folgt mir, werte Freunde, und wir werden unser Ziel finden oder aber tapfer kämpfend untergehen!«
Noch einmal zog er am Schwert, doch ohne Erfolg, schließlich versuchte er das dicke Pony zu besteigen, was wiederum mißlang, da
»Zu Fuß de
Und laut klappernd ra
Sie liefen dem Klappern seiner Rüstung nach den Korridor entlang. Hie und da erhaschten sie einen Blick auf ihn, we
»Seid kühnen Herzens, das Schlimmste kommt noch!«, rief der Ritter, und sie sahen ihn vor einer Gruppe aufgeschreckter Damen in Reifröcken erscheinen, deren Bild an der Wand einer schmalen Wendeltreppe hing.
Laut keuchend stiegen Harry, Ron und Hermine durch die engen Windungen der Treppe nach oben, und endlich, als ihnen schon schwindelig war, hörten sie über sich Stimmengemurmel und wußten, daß sie das Klassenzimmer erreicht hatten.
»Lebt wohl!«, rief der Ritter und steckte seinen Kopf in ein Gemälde mit finster dreinblickenden Mönchen.»Lebt wohl, meine Mitstreiter! Braucht ihr jemals ein edles Herz und eine stählerne Luftröhre, da
»Klar, machen wir«, murmelte Ron, und der Ritter verschwand,»- we
Sie nahmen die letzten Stufen hinauf zu einem kleinen Rundgang, wo die meisten anderen schon versammelt waren. Es gab keine Türen, doch Ron stieß Harry in die Rippen und deutete auf die Decke, wo eine runde Falltür mit einem Messingschild eingelassen war.
»Sibyll Trelawney, Lehrerin für Wahrsagen«, las Harry.»Wie sollen wir de
Wie zur Antwort auf diese Frage öffnete sich plötzlich die Falltür und eine silberne Leiter schwebte herunter bis vor Harrys Füße. Alle verstummten.
»Nach dir«, sagte Ron grinsend, und Harry kletterte als Erster die Leiter hoch.
Er gelangte in das seltsamste Klassenzimmer, das er je gesehen hatte. Eigentlich sah es gar nicht aus wie ein Klassenzimmer, eher wie eine Mischung aus einer Dachkammer und einem altmodischen Teeladen. Er war voll gepfropft mit gut zwanzig kleinen runden Tischen, umgeben von Chintz-Sesseln und üppigen Sitzpolstern. Alles war in scharlachrotes Dämmerlicht getaucht; die Vorhänge an den Fenstern waren zugezogen und über die vielen Lampen waren dunkelrote Seidentücher geworfen. Es war stickig warm; das Feuer unter dem voll gestellten Kaminsims erhitzte einen großen Kupferkessel, von dem sich ein schwerer, leicht übelkeiterregender Parfümduft ausbreitete. Die Regale entlang der runden Wände waren überladen mit staubigen Federn, Kerzenstümpfen, Stapeln zerknitterter Spielkarten, zahllosen silbern glitzernden Kristallkugeln und einer enormen Vielfalt von Teetassen.
Ron tauchte an Harrys Seite auf und der Rest der Klasse versammelte sich um die beiden; alle flüsterten.
»Wo steckt sie?«, fragte Ron.
Plötzlich drang eine Stimme aus dem Schatten, eine sanfte, rauchige Stimme.
»Willkommen«, sagte sie.»Wie schön, euch endlich in der materiellen Welt zu sehen.«
Harry kam sie auf den ersten Blick wie ein großes, glänzendes Insekt vor. Professor Trelawney trat ins Licht des Feuers. Sie war mager; die riesigen Brillengläser vergrößerten ihre Augen um ein Vielfaches; um den Körper hatte sie einen schleierartigen, glitzernden Schal geschlungen. Unzählige Kettchen und Perlenschnüre hingen um ihren spindeldürren Hals, und ihre Arme und Hände waren mit Spangen und Ringen verziert.
»Setzt euch, meine Kinder«, sagte sie, und die Klasse ließ sich schüchtern und steif auf den Sesseln und Sitzpolstern nieder. Harry, Ron und Hermine setzten sich zusammen an einen der runden Tische.
»Willkommen zum Wahrsagen«, sagte Professor Trelawney, die sich in einen geflügelten Sessel am Feuer gleiten ließ.»Mein Name ist Professor Trelawney. Ihr werdet mich wohl noch nie gesehen haben. Ich finde, daß der allzu häufige Abstieg hinunter in das hektische Getriebe der Schule mein I
Niemand sagte etwas zu dieser erstaunlichen Erklärung. Professor Trelawney zupfte bedächtig ihren Schal zurecht und fuhr fort.»Nun, ihr habt euch also für das Studium des Wahrsagens entschieden, für die schwierigste aller magischen Künste. Doch ich muß euch gleich zu Begi
Bei diesen Worten warfen Ron und Harry einen kurzen Seitenblick auf Hermine, die ganz bestürzt schien ob der Neuigkeit, daß Bücher in diesem Fach nicht viel helfen würden.
»Viele Hexen und Zauberer, so begabt sie auch sein mögen, we
»ich glaub schon«, sagte Neville zitternd.
»An deiner Stelle wäre ich mir nicht so sicher«, sagte Professor Trelawney, und das Licht des Feuers schimmerte auf ihren langen, smaragdbesetzten Ohrgehängen wider. Neville schluckte schwer. Gelassen sprach Professor Trelawney weiter:
»In diesem Jahr lernen wir die Anfangsgründe des Wahrsagens ke
Parvati warf Ron, der hinter ihr saß, einen verdutzten Blick zu und rutschte mit ihrem Stuhl von ihm weg.
»Im Sommerquartal«, fuhr Professor Trelawney fort,»werden wir uns der Kristallkugel zuwenden – we