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Anschein des Heroismus.  — Sich mitten unter die Feinde werfen, ka

Gnädig gegen den Schmeichler.  — Die letzte Klugheit der unersättlich Ehrgeizigen ist, ihre Menschenverachtung nicht merken zu lassen, welche der Anblick der Schmeichler ihnen einflösst: sondern gnädig auch gegen sie zu erscheinen, wie ein Gott, der nicht anders als gnädig sein ka

«Charaktervoll«.  —»Was ich einmal gesagt habe, das thue ich«— diese Denkweise gilt als charaktervoll. Wie viele Handlungen werden gethan, nicht weil sie als die vernünftigsten ausgewählt worden sind, sondern weil sie, als sie uns einfielen, auf irgend welche Art unsere Ehrsucht und Eitelkeit gereizt haben, sodass wir dabei verbleiben und sie blindlings durchsetzen! So mehren sie bei uns selber den Glauben an unseren Charakter und unser gutes Gewissen, also, im Ganzen, unsere Kraft: während das Auswählen des möglichst Vernünftigen die Skepsis gegen uns und dermaassen ein Gefühl der Schwäche in uns unterhält.

Einmal, zweimal und dreimal wahr!  — Die Menschen lügen unsäglich oft, aber sie denken hinterher nicht daran und glauben im Ganzen nicht daran.

Kurzweil des Menschenke

Die WeltVernichter.  — Diesem gelingt Etwas nicht; schliesslich ruft er empört aus:»so möge doch die ganze Welt zu Grunde gehen!«Dieses abscheuliche Gefühl ist der Gipfel des Neides, welcher folgert: weil ich Etwas nicht haben ka

Geiz.  — Unser Geiz beim Kaufen nimmt mit der Wohlfeilheit der Gegenstände zu, — warum? Ist es, dass die kleinen Preis-Unterschiede eben erst das kleine Auge des Geizes machen?

Griechisches Ideal.  — Was bewunderten die Griechen an Odysseus? Vor Allem die Fähigkeit zur Lüge und zur listigen und furchtbaren Wiedervergeltung; den Umständen gewachsen sein; we

Facta! Ja Facta ficta. — Ein Geschichtsschreiber hat es nicht mit dem, was wirklich geschehen ist, sondern nur mit den vermeintlichen Ereignissen zu thun: de

Sich nicht auf den Handel verstehen ist vornehm.  — Seine Tugend nur zum höchsten Preise verkaufen oder gar mit ihr Wucher treiben, als Lehrer, Beamter, Künstler, — macht aus Genie und Begabung eine Krämer-Angelegenheit. Mit seiner Weisheit soll man nun einmal nicht klug sein wollen!

Furcht und Liebe.  — Die Furcht hat die allgemeine Einsicht über den Menschen mehr gefördert, als die Liebe, de

Die Gutmüthigen. — Die Gutmüthigen haben ihr Wesen durch die beständige Furcht erlangt, welche ihre Voreltern vor fremden Übergriffen gehabt haben, — sie milderten, beschwichtigten, baten ab, beugten vor, zerstreuten, schmeichelten, duckten sich, verbargen den Schmerz, den Verdruss, glätteten sofort wieder ihre Züge — und zuletzt vererbten sie diesen ganzen zarten und wohlgespielten Mechanismus auf ihre Kinder und Enkel. Diesen gab ein günstigeres Geschick keinen Anlass zu jener beständigen Furcht: nichtsdestoweniger spielen sie beständig auf ihrem Instrumente.

Die sogena

Die Vergesslichen.  — In den Ausbrüchen der Leidenschaft und im Phantasiren des Traumes und des Irrsi

Der nicht mehr erwünschte Freund.  — Den Freund, dessen Hoffnungen man nicht befriedigen ka

Aus der Gesellschaft der Denker.  — Inmitten des Ozeans des Werdens wachen wir auf einem Inselchen, das nicht grösser als ein Nachen ist, auf, wir Abenteuerer und Wandervögel, und sehen uns hier eine kleine Weile um: so eilig und so neugierig wie möglich, de

Sich entäussern.  — Etwas von seinem Eigenthume fahren lassen, sein Recht aufgeben — macht Freude, we

Schwache Secten.  — Die Secten, welche fühlen, dass sie schwach bleiben werden, machen Jagd auf einzelne intelligente Anhänger und wollen durch Qualität ersetzen, was ihnen an Quantität abgeht. Hierin liegt keine geringe Gefahr für die Intelligenten.

Das Urtheil des Abends.  — Wer über sein Tages und Lebenswerk nachdenkt, we

Vorsicht vor den Systematikern!  — Es giebt eine Schauspielerei der Systematiker: indem sie ein System ausfüllen wollen und den Horizont darum rund machen, müssen sie versuchen, ihre schwächeren Eigenschaften im Stile ihrer stärkeren auftreten zu lassen, — sie wollen vollständige und einartig starke Naturen darstellen.

Gastfreundschaft.  — Der Si

Vom Wetter.  — Ein sehr ungewöhnliches und unberechenbares Wetter macht die Menschen auch gegen einander misstrauisch; sie werden dabei neuerungssüchtig, de

Gefahr in der Unschuld.  — Die unschuldigen Menschen werden in allen Stücken die Opfer, weil ihre Unwissenheit sie hindert, zwischen Maass und Übermaass zu unterscheiden und bei Zeiten vorsichtig gegen sich selber zu sein. So gewöhnen sich unschuldige, das heisst unwissende junge Frauen an den häufigen Genuss der Aphrodisien und entbehren ihn später sehr, we