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Zweiter Akt
Stella. Ein Bedienter.
Stella.
Geh hinüber, geschwind hinüber! Sag ihr, ich erwarte sie.
Bedienter.
Sie versprach, gleich zu kommen.
Stella.
Du siehst ja, sie kommt nicht. Ich hab das Mädchen recht lieb. Geh! — Und ihre Mutter soll ja mitkommen!
Bedienter ab.
Stella.
Ich ka
Sie fällt einen Augenblick in Nachdenken, fahrt da
Nein, Fernando, nein, das war kein Vorwurf!
Madame Sommer, Lucie kommen.
Stella.
Ich habe sie! Liebes Mädchen, du bist nun die Meine. — Madame, ich danke Ihnen für das Zutrauen, mit dem Sie mir den Schatz in die Hände liefern. Das kleine Trotzköpfchen, die gute freie Seele. O, ich hab dir's schon abgelernt, Lucie.
Madame Sommer.
Sie fühlen, was ich Ihnen bringe und lasse.
Stella nach einer Pause, in der sie Madame Sommer angesehen hat.
Verzeihen Sie! Man hat mir Ihre Geschichte berichtet, ich weiß, daß ich Personen von guter Familie vor mir habe; aber Ihre Gegenwart überrascht mich. Ich fühle im ersten Anblick Vertrauen und Ehrfurcht gegen Sie.
Madame Sommer.
Gnädige Frau —
Stella.
Nichts davon. Was mein Herz gesteht, beke
Madame Sommer.
Doch, gnädige Frau! Diese Reise in den Frühlingstagen, die abwechselnden Gegenstände und diese reine, segensvolle Luft, die sich schon so oft für mich mit neuer Erquickung gefüllt hat, das wirkte alles auf mich so gut, so freundlich, daß selbst die Eri
Stella.
Ja die Tage! die ersten Tage der Liebe! — Nein, du bist nicht zum Himmel zurückgekehrt, goldne Zeit! du umgibst noch jedes Herz in den Momenten, da sich die Blüte der Liebe erschließt.
Madame Sommer , ihre Hände fassend.
Wie groß! Wie lieb!
Stella.
Ihr Angesicht glänzt wie das Angesicht eines Engels, Ihre Wangen färben sich!
Madame Sommer.
Ach und mein Herz! Wie geht es auf! wie schwillt's vor Ihnen!
Stella.
Sie haben geliebt! O Gott sei Dank! Ein Geschöpf, das mich versteht! das Mitleiden mit mir haben ka
Madame Sommer.
Sie tragen den Himmel im Herzen.
Stella.
Eh ich mich's verseh, wieder sein Bild! — So richtete er sich auf, in der und jener Gesellschaft, und sah sich nach mir um — So kam er dort übers Feld her gesprengt, und warf sich an der Gartentür in meinen Arm. — Dahinaus sah ich ihn fahren, dahinaus — ach, und er war wiedergekommen — war seiner Wartenden wiedergekommen — Kehr ich mit meinen Gedanken in das Geräusch der Welt — er ist da! We
Lucie.
Ka
Stella.
Du fragst, Kleine? Da ka
Madame Sommer.
Wie glücklich! Sie leben doch noch ganz in dem Gefühl der jüngsten, reinsten Menschheit.
Stella.
Ein Jahrtausend von Tränen und Schmerzen vermöchten die Seligkeit nicht aufzuwiegen der ersten Blicke, des Zitterns, Stammelns, des Nahens, Weichens — des Vergessens sein selbst — den ersten flüchtigen, feurigen Kuß, und die erste, ruhigatmende Umarmung — Madame! Sie versinken, meine Teure! Wo sind Sie?
Madame Sommer.
Mä
Stella.
Sie machen uns glücklich und elend! Mit welchen Ahndungen von Seligkeit erfüllen sie unser Herz! Welche neue, unbeka
Madame Sommer.
Wir glauben den Mä
Stella.
Madame! Da fährt mir ein Gedanke durch den Kopf — Wir wollen einander das sein, was sie uns hätten werden sollen! Wir wollen zusammen bleiben! — Ihre Hand! — Von diesem Augenblick an laß ich Sie nicht!
Lucie.
Das wird nicht angehn!
Stella.
Warum, Lucie?
Madame Sommer.
Meine Tochter fühlt —
Stella.
Doch keine Wohltat in diesem Vorschlag! Fühlen Sie, welche Wohltat Sie mir tun, we
Madame Sommer.
Ach ja, gnädige Frau, ich fühl's! Geschäftigkeit und Wohltätigkeit sind eine Gabe des Himmels, ein Ersatz für unglücklichliebende Herzen.
Stella.
Ersatz? Entschädigung wohl, nicht Ersatz — Etwas anstatt des Verlornen, nicht das Verlorne selbst mehr — Verlorne Liebe! wo ist da Ersatz für? — O we
Madame Sommer.
Sie hatten ein Kind?
Stella.
Ja, meine Beste! O Gott, du hattest mir diese Seligkeit auch nur zu kosten gegeben, um mir einen bittern Kelch auf mein ganzes Leben zu bereiten. — We
Lucie.
Sie haben doch auch viel Beschwerlichkeit weniger.
Stella lächelt und klopft ihr die Achseln.
Wie ich nur noch empfinden ka