Добавить в цитаты Настройки чтения

Страница 10 из 14

Vierter Akt

Einsiedelei in Stellas Garten

Stella allein.

Stella.

Du blühst schön, schöner als sonst, liebe, liebe Stätte der gehofften ewigen Ruhe — Aber du lockst mich nicht mehr — mir schaudert vor dir — kühle lockre Erde, mir schaudert vor dir — Ach wie oft, in Stunden der Einbildung, hüllt ich schon Haupt und Brust dahingegeben in den Mantel des Todes, und stand gelassen an deiner Tiefe, und schritt hinunter, und verbarg mein jammervolles Herz unter deine lebendige Decke. Da solltest du, Verwesung, wie ein liebes Kind, diese überfüllte, drängende Brust aussaugen, und mein ganzes Dasein in einen freundlichen Traum auflösen — Und nun! — So

Fernando kommt.

Stella.

Wo bleibst du, mein Bester? Wo bist du? Ich bin lang, lang allein!

Ängstlich.

Was hast du?

Fernando.

Die Weiber haben mich verstimmt! — Die Alte ist eine brave Frau; sie will aber nicht bleiben, will keine Ursache sagen, sie will fort. Laß sie, Stella.

Stella.

We

an seinem Hals

jetzt, Fernando! Ich habe dich ja!

Fernando.

Beruhige dich!

Stella.

Laß mich weinen! Ich wollte, der Tag wäre vorbei! Noch zittern mir alle Gebeine! — Freude! — Alles unerwartet auf einmal! Dich, Fernando! Und kaum! kaum! Ich werde vergehen in diesem allen!

Fernando vor sich.

Ich Elender! Sie verlassen?

Laut.

Laß mich, Stella!

Stella.

Es ist deine Stimme, deine liebende Stimme! — Stella! Stella! — Du weißt, wie gern ich diesen Namen aussprechen hörte: — Stella! Es spricht ihn niemand aus wie du. Ganz die Seele der Liebe in dem Klang! — Wie lebhaft ist mir noch die Eri

Fernando.

Glück?

Stella.

Ich glaube, du fängst an zu rechnen; rechnest die trüben Stunden, die ich mir über dich gemacht habe. Laß, Fernando! Laß! — O! seit dem Augenblick, da ich dich zum ersten Mal sah, wie ward alles so ganz anders in meiner Seele! Weißt du den Nachmittag im Garten, bei meinem Onkel? Wie du zu uns hereintratst? Wir saßen unter den großen Kastanienbäumen hinter dem Lusthaus! —

Fernando vor sich.

Sie wird mir das Herz zerreißen! —

Laut.

Ich weiß noch, meine Stella!

Stella.

Wie du zu uns tratst? Ich weiß nicht, ob du bemerktest, daß du im ersten Augenblick meine Aufmerksamkeit gefesselt hattest? Ich wenigstens merkte bald, daß deine Augen mich suchten. Ach, Fernando! da brachte mein Onkel die Musik, du nahmst deine Violine, und wie du spieltest, lagen meine Augen sorglos auf dir; ich spähte jeden Zug in deinem Gesicht, und — in einer unvermuteten Pause schlugst du die Augen auf — auf mich! sie begegneten den meinigen! Wie ich errötete, wie ich wegsah! Du hast es bemerkt, Fernando; de

Fernando.

Bis auf den kleinsten Umstand! —

Vor sich.

Unglückliches Gedächtnis!

Stella.

Ich erstaune oft selbst: wie ich dich liebe, wie ich jeden Augenblick bei dir mich ganz vergesse; doch alles vor mir noch zu haben, so lebhaft, als wär's heute! Ja, wie oft hab ich mir's auch erzählt, wie oft, Fernando! — Wie ihr mich suchtet, wie du an der Hand meiner Freundin, die du vor mir ke

Fernando.

Alles verließ!

Stella.

Fällt dir das so auf? Ist's de

Fernando.

Freilich! Deinen Onkel, der dich als Vater liebte, der dich auf den Händen trug, dessen Wille dein Wille war, das war nicht viel? Das Vermögen, die Güter, die alle dein waren, dein worden wären, das war nichts? Den Ort, wo du von Jugend auf gelebt, dich gefreut hattest — deine Gespielen —

Stella.

Und das alles, Fernando, ohne dich? Was war mir's vor deiner Liebe? Aber da, als die in meiner Seele aufging, da hatt ich erst Fuß in der Welt gefaßt. — Zwar muß ich dir gestehn, daß ich manchmal in einsamen Stunden dachte: Warum ko

Fernando.

Ich vergehe!

A

A

Verzeihen Sie, gnädige Frau! Wo bleiben Sie, Herr Hauptma

Stella.

Geh, Fernando, bring sie hinüber; zahl das Postgeld für sie, aber sei gleich wieder da.

A

Fahren Sie de

Stella.

Fernando, das ist ein Irrtum!

Fernando.

Was weiß das Kind?

A

Was ich weiß? Freilich sieht's kurios aus, daß der Herr Hauptma

Stella verlegen.

Fernando!

Fernando.

Es ist ein Kind!

A

Glauben Sie's nicht, gnädige Frau! es ist alles aufgepackt; der Herr geht mit.

Fernando.

Wohin? Wohin?

Stella.

Verlaß uns, A

A

Reiß mich aus der entsetzlichen Verlegenheit! Ich fürchte nichts, und doch ängstet mich das Kindergeschwätz. — Du bist bewegt! Fernando! — Ich bin deine Stella!

Fernando , sich umwendend und sie bei der Hand fassend.

Du bist meine Stella!

Stella.

Du erschreckst mich, Fernando! du siehst wild.

Fernando.

Stella! ich bin ein Bösewicht, und feig; und vermag vor dir nichts. Fliehen! — Hab das Herz nicht, dir den Dolch in die Brust zu stoßen, und will dich heimlich vergiften, ermorden! Stella!

Stella.

Um Gottes willen!

Fernando mit Wut und Zittern.

Und nur nicht sehn ihr Elend, nicht hören ihre Verzweiflung! Fliehen! —

Stella.

Ich halt's nicht aus!

Sie will sinken und hält sich an ihn.

Fernando.

Stella, die ich in meinen Armen fasse! Stella! die du mir alles bist! Stella! —

Kalt.

Ich verlasse dich!

Stella , verwirrt lächelnd.

Mich!

Fernando mit Zähneknirschen.

Dich! mit dem Weibe, das du gesehen hast! mit dem Mädchen! —

Stella.

Es wird so Nacht!

Fernando.